April 2016

160415

ENERGIE-CHRONIK


Gazprom gewährt E.ON erneut Abstriche am Gaspreis

Der E.ON-Konzern hat erneut eine Senkung des vereinbarten Bezugspreises für russisches Gas erreichen können. Wie er am 29. März mitteilte, unterzeichneten seine Tochter Uniper und die Gazprom eine entsprechende Vereinbarung. Damit hat sich ein Verfahren vor dem Internationalen Schiedsgericht in Stockholm erledigt, das E.ON vor zwei Jahren anstrengte.

Schon im Juli 2012 hatte die Gazprom ihrem deutschen Großabnehmer nachträglich Preisermäßigungen eingeräumt, die rückwirkend ab Oktober 2010 galten (130616). Ihr Verhandlungspartner war damals die E.ON Ruhrgas, die seit der Abspaltung und dem Verkauf des einstigen Ruhrgas-Transportnetzes (120507) nur noch eine Gashandelstochter war und bald darauf in der E.ON Global Commodities (EGC) aufging (130514). Seit Beginn dieses Jahres ist die neue E.ON-Tochter Uniper, die das Geschäftsfeld konventionelle Erzeugung übernommen hat, auch für den Energiehandel zuständig (150403).

"Positiver Einmal-Effekt von rund 380 Millionen Euro"

Einzelheiten zu der Vereinbarung, die der stellvertretende Gazprom -Chef Alexander Medwedew und der Uniper-Vorstandsvorsitzende Klaus Schäfer unterzeichneten, teilte E.ON nicht mit. Es hieß lediglich, daß dadurch Rückstellungen aus den Vorjahren zum Teil ergebniswirksam aufgelöst werden könnten und so im ersten Quartal 2016 ein positiver Einmal-Effekt von rund 380 Millionen Euro entstehe. Gleichzeitig komme es voraussichtlich im 2. Quartal durch die Inanspruchnahme der verbleibenden Rückstellungen, die über mehrere Jahre gebildet wurden, zu einem Cash-Abfluss von rund 800 Millionen Euro. Durch den positiven Einmal-Effekt erhöhe sich die Prognose für das EBITDA auf 6,4 bis 6,9 Milliarden Euro (bisher 6,0 bis 6,5 Milliarden). Für den nachhaltigen Konzernüberschuß sehe man nun eine Spanne von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro (bisher 1,2 bis 1,6 Milliarden).

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