ENERGIE-CHRONIK |
Nichtamtliche Arbeitsfassung (Originaltext siehe Bundesgesetzblatt)
mit den Änderungen des EnWG (Artikel 1) durch das
(sonstige Änderungen des ursprünglichen Gesetzestextes sind nicht berücksichtigt)
Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende
Gesetz beschlossen:
Artikel 1
Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung
(Energiewirtschaftsgesetz – EnWG)*
*Dieses Gesetz dient der Umsetzung der Richtlinie
2003/54/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2003 über
gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Aufhebung
der Richtlinie 96/92/EG (ABl. EU Nr. L 176 S. 37) und der Richtlinie 2003/55/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2003 über gemeinsame
Vorschriften für den Erdgasbinnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 98/30/EG
(ABl. EU Nr. L 176 S. 57), und der Richtlinie 2004/67/EG des Rates vom 26.
April 2004 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Erdgasversorgung
(ABl. EU Nr. L 127 S. 92) und der Richtlinie 2006/32/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2006 über Endenergieeffizienz
und Energiedienst- leistungen und zur Aufhebung der Richtlinie 93/76/ EWG des Rates
(ABl. EU Nr. L 114 S. 64).
I n h a l t s ü b e r s i c h t
Teil 1
Allgemeine Vorschriften
§ 1 Zweck des Gesetzes
§ 2 Aufgaben der Energieversorgungsunternehmen
§ 3 Begriffsbestimmungen
§ 3a Verhältnis zum Eisenbahnrecht
§ 4 Genehmigung des Netzbetriebs
§ 5 Anzeige der Energiebelieferung
Teil 2
Entflechtung
§ 6 Anwendungsbereich und Ziel der Entflechtung
§ 7 Rechtliche Entflechtung
§ 8 Operationelle Entflechtung
§ 9 Verwendung von Informationen
§ 10 Rechnungslegung und interne Buchführung
Teil 3
Regulierung des Netzbetriebs
Abschnitt 1
Aufgaben der Netzbetreiber
§ 11 Betrieb von Energieversorgungsnetzen
§ 12 Aufgaben der Betreiber von Übertragungsnetzen
§ 13 Systemverantwortung der Betreiber von Übertragungsnetzen
§ 14 Aufgaben der Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
§ 15 Aufgaben der Betreiber von Fernleitungsnetzen
§ 16 Systemverantwortung der Betreiber von Fernleitungsnetzen
§ 16a Aufgaben der Betreiber von Gasverteilernetzen
Abschnitt 2
Netzanschluss
§ 17 Netzanschluss
§ 18 Allgemeine Anschlusspflicht
§ 19 Technische Vorschriften
Abschnitt 3
Netzzugang
§ 20 Zugang zu den Energieversorgungsnetzen
§ 21 Bedingungen und Entgelte für den Netzzugang
§ 21a Regulierungsvorgaben für Anreize für
eine effiziente Leistungserbringung
§ 21b Messeinrichtungen
§ 22 Beschaffung der Energie zur Erbringung von Ausgleichsleistungen
§ 23 Erbringung von Ausgleichsleistungen
§ 23a Genehmigung der Entgelte für den Netzzugang
§ 24 Regelungen zu den Netzzugangsbedingungen, Entgelten
für den Netzzugang sowie zur Erbringung und Beschaffung von Ausgleichsleistungen
§ 25 Ausnahmen vom Zugang zu den Gasversorgungsnetzen
im Zusammenhang mit unbedingten Zahlungsverpflichtungen
§ 26 Zugang zu den vorgelagerten Rohrleitungsnetzen
und zu Speicheranlagen im Bereich der leitungsgebundenen Versorgung mit Erdgas
§ 27 Zugang zu den vorgelagerten Rohrleitungsnetzen
§ 28 Zugang zu Speicheranlagen
§ 28a Neue Infrastrukturen
Abschnitt 4
Befugnisse der Regulierungsbehörde, Sanktionen
§ 29 Verfahren zur Festlegung und Genehmigung
§ 30 Missbräuchliches Verhalten eines Netzbetreibers
§ 31 Besondere Missbrauchsverfahren der Regulierungsbehörde
§ 32 Unterlassungsanspruch, Schadensersatzpflicht
§ 33 Vorteilsabschöpfung durch die Regulierungsbehörde
§ 34 (aufgehoben)
§ 35 Monitoring
Teil 4
Energielieferung an Letztverbraucher
§ 36 Grundversorgungspflicht
§ 37 Ausnahmen von der Grundversorgungspflicht
§ 38 Ersatzversorgung mit Energie
§ 39 Allgemeine Preise und Versorgungsbedingungen
§ 40 Strom- und Gasrechnungen
§ 41 Energielieferverträge mit Haushaltskunden
§ 42 Stromkennzeichnung, Transparenz der Stromrechnungen
Teil 5
Planfeststellung, Wegenutzung
§ 43 Planfeststellungsverfahren für
Energieanlagen
§ 44 Vorarbeiten§ 43 Erfordernis der Planfeststellung
§ 45 Enteignung
§ 43a Anhörungsverfahren
§ 43b Planfeststellungsbeschluss, Plangenehmigung
§ 43c Rechtswirkungen der Planfeststellung
§ 43d Planänderung vor Fertigstellung des Vorhabens
§ 43e Rechtsbehelfe
§ 44 Vorarbeiten
§ 44a Veränderungssperre, Vorkaufsrecht
§ 44b Vorzeitige Besitzeinweisung
§ 45 Enteignung
§ 45a Entschädigungsverfahren
§ 46 Wegenutzungsverträge
§ 47 (aufgehoben)
§ 48 Konzessionsabgaben
Teil 6
Sicherheit und Zuverlässigkeit der Energieversorgung
§ 49 Anforderungen an Energieanlagen;
Verordnungsermächtigung
§ 50 Vorratshaltung zur Sicherung der Energieversorgung
§ 51 Monitoring der Versorgungssicherheit
§ 52 Meldepflichten bei Versorgungsstörungen
§ 53 Ausschreibung neuer Erzeugungskapazitäten
im Elektrizitätsbereich
§ 53a Sicherstellung der Versorgung von Haushaltskunden
Teil 7
Behörden
Abschnitt 1
Allgemeine Vorschriften
§ 54 Allgemeine Zuständigkeit
§ 55 Bundesnetzagentur, Landesregulierungsbehörde
und nach Landesrecht zuständige Behörde
§ 56 Tätigwerden der Bundesnetzagentur beim Vollzug
des europäischen Rechts
§ 57 Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden anderer
Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission
§ 58 Zusammenarbeit mit den Kartellbehörden
Abschnitt 2
Bundesbehörden
§ 59 Organisation
§ 60 Aufgaben des Beirates
§ 60a Aufgaben des Länderausschusses
§ 61 Veröffentlichung allgemeiner Weisungen des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie
§ 62 Gutachten der Monopolkommission
§ 63 Berichterstattung
§ 64 Wissenschaftliche Beratung
§ 64a Zusammenarbeit zwischen den Regulierungsbehörden
Teil 8
Verfahren
Abschnitt 1
Behördliches Verfahren
§ 65 Aufsichtsmaßnahmen
§ 66 Einleitung des Verfahrens, Beteiligte
§ 67 Anhörung, mündliche Verhandlung
§ 68 Ermittlungen
§ 69 Auskunftsverlangen, Betretungsrecht
§ 70 Beschlagnahme
§ 71 Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse
§ 71a Netzentgelte vorgelagerter Netzebenen
§ 72 Vorläufige Anordnungen
§ 73 Verfahrensabschluss, Begründung der Entscheidung,
Zustellung
§ 74 Veröffentlichung von Verfahrenseinleitungen
und Entscheidungen
Abschnitt 2
Beschwerde
§ 75 Zulässigkeit, Zuständigkeit
§ 76 Aufschiebende Wirkung
§ 77 Anordnung der sofortigen Vollziehung und der aufschiebenden
Wirkung
§ 78 Frist und Form
§ 79 Beteiligte am Beschwerdeverfahren
§ 80 Anwaltszwang
§ 81 Mündliche Verhandlung
§ 82 Untersuchungsgrundsatz
§ 83 Beschwerdeentscheidung
§ 84 Akteneinsicht
§ 85 Geltung von Vorschriften des Gerichtsverfassungsgesetzes
und der Zivilprozessordnung
Abschnitt 3
Rechtsbeschwerde
§ 86 Rechtsbeschwerdegründe
§ 87 Nichtzulassungsbeschwerde
§ 88 Beschwerdeberechtigte, Form und Frist
Abschnitt 4
Gemeinsame Bestimmungen
§ 89 Beteiligtenfähigkeit
§ 90 Kostentragung und -festsetzung
§ 91 Gebührenpflichtige Handlungen
§ 92 Beitrag
§ 93 Mitteilung der Bundesnetzagentur
Abschnitt 5
Sanktionen, Bußgeldverfahren
§ 94 Zwangsgeld
§ 95 Bußgeldvorschriften
§ 96 Zuständigkeit für Verfahren wegen der
Festsetzung einer Geldbuße gegen eine juristische Person oder Personenvereinigung
§ 97 Zuständigkeiten im gerichtlichen Bußgeldverfahren
§ 98 Zuständigkeit des Oberlandesgerichts im gerichtlichen
Verfahren
§ 99 Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof
§ 100 Wiederaufnahmeverfahren gegen Bußgeldbescheid
§ 101 Gerichtliche Entscheidungen bei der Vollstreckung
Abschnitt 6
Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten
§ 102 Ausschließliche Zuständigkeit der
Landgerichte
§ 103 Zuständigkeit eines Landgerichts für
mehrere Gerichtsbezirke
§ 104 Benachrichtigung und Beteiligung der Regulierungsbehörde
§ 105 Streitwertanpassung
Abschnitt 7
Gemeinsame Bestimmungen für das gerichtliche Verfahren
§ 106 Zuständiger Senat beim Oberlandesgericht
§ 107 Zuständiger Senat beim Bundesgerichtshof
§ 108 Ausschließliche Zuständigkeit
Teil 9
Sonstige Vorschriften
§ 109 Unternehmen der öffentlichen Hand, Geltungsbereich
§ 110 Objektnetze
§ 111 Verhältnis zum Gesetz gegenWettbewerbsbeschränkungen
Teil 10
Evaluierung, Schlussvorschriften
§ 112 Evaluierungsbericht
§ 112a Bericht der Bundesnetzagentur zur Einführung
einer Anreizregulierung
§ 113 Laufende Wegenutzungsverträge nach §
46
§ 114 Wirksamwerden der Entflechtungsbestimmungen
§ 115 Bestehende Verträge
§ 116 Bisherige Tarifkundenverträge
§ 117 Konzessionsabgaben für die Wasserversorgung
§ 118 Übergangsregelungen
Teil 1
Allgemeine Vorschriften
§ 1
Zweck des Gesetzes
(1) Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche,
effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit
mit Elektrizität und Gas.
(2) Die Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze dient den Zielen
der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs bei der Versorgung
mit Elektrizität und Gas und der Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen
und zuverlässigen Betriebs von
Energieversorgungsnetzen.
(3) Zweck dieses Gesetzes ist ferner die Umsetzung und Durchführung des Europäischen
Gemeinschaftsrechts auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung.
§ 2
Aufgaben der Energieversorgungsunternehmen
(1) Energieversorgungsunternehmen sind im Rahmen der Vorschriften dieses Gesetzes
zu einer Versorgung im Sinne des § 1 verpflichtet.
(2) Die Verpflichtungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
bleiben vorbehaltlich des § 13, auch in Verbindung mit
§ 14, unberührt.
§ 3
Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieses Gesetzes bedeutet
1. Ausgleichsleistungen
Dienstleistungen zur Bereitstellung von Energie, die zur Deckung von Verlusten und
für den Ausgleich von Differenzen zwischen Ein- und Ausspeisung benötigt
wird, zu denen insbesondere auch Regelenergie gehört,
1a. Ausspeisekapazität
im Gasbereich das maximale Volumen pro Stunde in Normkubikmeter, das an einem Ausspeisepunkt
aus einem Netz oder Teilnetz insgesamt ausgespeist und gebucht werden kann,
1b. Ausspeisepunkt
ein Punkt, an dem Gas aus einem Netz oder Teilnetz eines Netzbetreibers entnommen
werden kann,
2. Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die Betreiber von Übertragungs- oder Elektrizitätsverteilernetzen
sind,
3. Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die die Aufgabe der Verteilung von Elektrizität
wahrnehmen und verantwortlich sind für den Betrieb, die Wartung sowie erforderlichenfalls
den Ausbau des Verteilernetzes in einem bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen
zu anderen Netzen,
4. Betreiber von Energieversorgungsnetzen
Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen oder Gasversorgungsnetzen,
5. Betreiber von Fernleitungsnetzen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die die Aufgabe der Fernleitung von Erdgas wahrnehmen
und verantwortlich sind für den Betrieb, die Wartung sowie erforderlichenfalls
den Ausbau
des Fernleitungsnetzes in einem bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen
zu anderen Netzen,
6. Betreiber von Gasversorgungsnetzen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die Gasversorgungsnetze betreiben,
7. Betreiber von Gasverteilernetzen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die die Aufgabe der Verteilung von Gas wahrnehmen
und verantwortlich sind für den Betrieb, die Wartung sowie erforderlichenfalls
den Ausbau des Verteilernetzes in einem bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen
zu anderen Netzen,
8. Betreiber von LNG-Anlagen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens,
die die Aufgabe der Verflüssigung von Erdgas oder der Einfuhr, Entladung und
Wiederverdampfung von verflüssigtem Erdgas wahrnehmen und für den Betrieb
einer LNG-Anlage verantwortlich sind,
9. Betreiber von Speicheranlagen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die die Aufgabe der Speicherung von Erdgas wahrnehmen
und für den Betrieb einer Speicheranlage verantwortlich sind,
10. Betreiber von Übertragungsnetzen
natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbständige Organisationseinheiten
eines Energieversorgungsunternehmens, die die Aufgabe der Übertragung
von Elektrizität wahrnehmen und die verantwortlich sind für den Betrieb,
die Wartung sowie erforderlichenfalls den Ausbau des Übertragungsnetzes in einem
bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen zu anderen Netzen,
10a. Bilanzkreis
im Elektrizitätsbereich innerhalb einer Regelzone die Zusammenfassung von Einspeise-
und Entnahmestellen, die dem Zweck dient, Abweichungen zwischen Einspeisungen und
Entnahmen durch ihre Durchmischung zu minimieren und die Abwicklung von Handelstransaktionen
zu ermöglichen,
10b. Bilanzzone
im Gasbereich der Teil eines oder mehrerer Netze, in dem Ein- und Ausspeisepunkte
einem bestimmten Bilanzkreis zugeordnet werden können,
10c. Biogas
Biomethan, Gas aus Biomasse, Deponiegas, Klärgas und Grubengas,
11. dezentrale Erzeugungsanlage
eine an das Verteilernetz angeschlossene verbrauchs- und lastnahe Erzeugungsanlage,
12. Direktleitung
eine Leitung, die einen einzelnen Produktionsstandort mit einem einzelnen Kunden verbindet,
oder eine Leitung, die einen Elektrizitätserzeuger und ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen
zum Zwecke der direkten Versorgung mit ihrer eigenen Betriebsstätte, Tochterunternehmen
oder Kunden verbindet, oder eine zusätzlich zum Verbundnetz errichtete Gasleitung
zur Versorgung einzelner Kunden,
13. Eigenanlagen
Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität zur Deckung des Eigenbedarfs, die nicht
von Energieversorgungsunternehmen betrieben werden,
13a. Einspeisekapazität
im Gasbereich das maximale Volumen pro Stunde in Normkubikmeter, das an einem Einspeisepunkt
in ein Netz oder Teilnetz eines Netzbetreibers insgesamt eingespeist werden kann,
13b. Einspeisepunkt
ein Punkt, an dem Gas an einen Netzbetreiber in dessen Netz oder Teilnetz übergeben
werden kann, einschließlich der Übergabe aus Speichern, Gasproduktionsanlagen,
Hubs oder Misch- und Konversionsanlagen;
14. Energie
Elektrizität und Gas, soweit sie zur leitungsgebundenen Energieversorgung verwendet
werden,
15. Energieanlagen
Anlagen zur Erzeugung, Speicherung, Fortleitung oder Abgabe von Energie, soweit sie
nicht lediglich der Übertragung von Signalen dienen, dies schließt die
Verteileranlagen der Letztverbraucher sowie bei der Gasversorgung auch die letzte
Absperreinrichtung vor der die letzte Absperreinrichtung vor der Verbrauchsanlage
ein,
15a. Energieeffizienzmaßnahmen
Maßnahmen zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Energieaufwand und
damit erzieltem Ergebnis im Bereich von Energieumwandlung, Energietransport und Energienutzung,
16. Energieversorgungsnetze
Elektrizitätsversorgungsnetze und Gasversorgungsnetze über eine oder mehrere
Spannungsebenen oder Druckstufen,
17. Energieversorgungsnetze der allgemeinen Versorgung
Energieversorgungsnetze, die der Verteilung von Energie an Dritte dienen und von ihrer
Dimensionierung nicht von vornherein nur auf die Versorgung bestimmter, schon bei
der Netzerrichtung feststehender oder bestimmbarer Letztverbraucher ausgelegt sind,
sondern grundsätzlich für die Versorgung jedes Letztverbrauchers offen stehen,
18. Energieversorgungsunternehmen
natürliche oder juristische Personen, die Energie an andere liefern, ein Energieversorgungsnetz
betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis
besitzen,
18a. Erneuerbare Energien
Energie im Sinne des § 3 Abs. 1 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes,
19. Fernleitung
der Transport von Erdgas durch ein Hochdruckfernleitungsnetz, mit Ausnahme von vorgelagerten
Rohrleitungsnetzen, um die Versorgung von Kunden zu ermöglichen, jedoch nicht
die Versorgung der Kunden selbst,
19a. Gas
Erdgas, Flüssiggas, sofern es der Versorgung im Sinne des § 1 Abs. 1 dient,
und Biogas,
19b. Gaslieferant
natürliche und juristische Personen, deren Geschäftstätigkeit ganz
oder teilweise auf den Vertrieb von Gas zum Zweck der Belieferung von
Letztverbrauchern ausgerichtet ist,
20. Gasversorgungsnetze
alle Fernleitungsnetze, Gasverteilernetze, LNG-Anlagen oder Speicheranlagen, die für
den Zugang zur Fernleitung, zur Verteilung und zu LNG-Anlagen erforderlich sind und
die einem oder mehreren Energieversorgungsunternehmen gehören oder von ihm oder
von ihnen betrieben werden, einschließlich Netzpufferung und seiner Anlagen,
die zu Hilfsdiensten genutzt werden, und der Anlagen verbundener Unternehmen, ausgenommen
sind solche Netzteile oder Teile von Einrichtungen, die für örtliche Produktionstätigkeiten
verwendet werden,
21. Großhändler
natürliche oder juristische Personen mit Ausnahme von Betreibern von Übertragungs-,
Fernleitungs- sowie Elektrizitäts- und Gasverteilernetzen, die Energie zum Zwecke
des Weiterverkaufs innerhalb oder außerhalb des Netzes, in dem sie ansässig
sind, kaufen,
22. Haushaltskunden
Letztverbraucher, die Energie überwiegend für den Eigenverbrauch im Haushalt
oder für den einen Jahresverbrauch von 10 000 Kilowattstunden nicht
übersteigenden Eigenverbrauch für berufliche, landwirtschaftliche oder gewerbliche
Zwecke kaufen,
23. Hilfsdienste
sämtliche zum Betrieb eines Übertragungs- oder Elektrizitätsverteilernetzes
erforderlichen Dienste oder sämtliche für den Zugang zu und den Betrieb
von Fernleitungs- oder Gasverteilernetzen oder LNG-Anlagen oder Speicheranlagen erforderlichen
Dienste, einschließlich Lastausgleichs- und Mischungsanlagen, jedoch mit Ausnahme
von Anlagen, die ausschließlich Betreibern von Fernleitungsnetzen
Fernleitungsnetzbetreibern für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben vorbehalten
sind,
24. Natürliche oder juristische Personen Kunden
Großhändler, Letztverbraucher und Unternehmen, die Energie kaufen,
25. Letztverbraucher
Kunden, die Energie für den eigenen Verbrauch kaufen,
26. LNG-Anlage
eine Kopfstation zur Verflüssigung von Erdgas oder zur Einfuhr, Entladung und
Wiederverdampfung von verflüssigtem Erdgas; darin eingeschlossen sind Hilfsdienste
und die vorübergehende Speicherung, die für die Wiederverdampfung und die
anschließende Einspeisung in das Fernleitungsnetz erforderlich sind, jedoch
nicht die zu Speicherzwecken genutzten Teile von LNG-Kopfstationen,
26a. Messstellenbetreiber ein Netzbetreiber oder ein
Dritter, der die Aufgabe des Messstellenbetriebs wahrnimmt,
26b. Messstellenbetrieb der Einbau, der Betrieb und die Wartung von Messeinrichtungen,
26c. Messung die Ab- und Auslesung der Messeinrichtung sowie die Weitergabe der Daten
an die Berechtigten,
27. Netzbetreiber
Netz- oder Anlagenbetreiber im Sinne der Nummern 2 bis 7 und 10,
28. Netznutzer
natürliche oder juristische Personen, die Energie in ein Elektrizitäts-
oder Gasversorgungsnetz einspeisen oder daraus beziehen,
29. Netzpufferung
die Speicherung von Gas durch Verdichtung in Fernleitungs- und Verteilernetzen, ausgenommen
sind Einrichtungen, die Betreibern von Fernleitungsnetzen Fernleitungsnetzbetreibern
bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben vorbehalten sind,
29a. neue Infrastruktur
eine Infrastruktur, die nach dem 12. Juli 2005 in Betrieb genommen worden ist,
29b. örtliches Verteilnetz
ein Netz, das überwiegend der Belieferung von Letztverbrauchern über örtliche
Leitungen, unabhängig von der Druckstufe oder dem Durchmesser
der Leitungen, dient; für die Abgrenzung der örtlichen Verteilnetze von
den vorgelagerten Netzebenen wird auf das Konzessionsgebiet abgestellt, in
dem ein Netz der allgemeinen Versorgung im Sinne des § 18 Abs. 1 und des §
46 Abs. 2 betrieben wird einschließlich von Leitungen, die ein örtliches
Verteilnetz mit einem benachbarten örtlichen Verteilnetz verbinden,
30. Regelzone
im Bereich der Elektrizitätsversorgung das Netzgebiet, für dessen Primärregelung,
Sekundärregelung und Minutenreserve ein Betreiber von Übertragungsnetzen
im Rahmen der Union für die Koordinierung des Transports elektrischer Energie
(UCTE) verantwortlich ist,
31. Speicheranlage
eine einem Gasversorgungsunternehmen gehörende oder von ihm betriebene Anlage
zur Speicherung von Gas, einschließlich des zu Speicherzwecken genutzten Teils
von LNG-Anlagen, jedoch mit Ausnahme des Teils, der für eine Gewinnungstätigkeit
genutzt wird, ausgenommen sind auch Einrichtungen, die ausschließlich Betreibern
von Leitungsnetzen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben vorbehalten sind,
31a. Teilnetz
im Gasbereich ein Teil des Transportgebiets eines oder mehrerer Netzbetreiber; in
dem ein Transportkunde gebuchte Kapazitäten an Ein- und Ausspeisepunkten flexibel
nutzen kann,
31b. Transportkunde
im Gasbereich Großhändler, Gaslieferanten einschließlich der Handelsabteilung
eines vertikal integrierten Unternehmens und Letztverbraucher;
32. Übertragung
der Transport von Elektrizität über ein Höchstspannungs- und Hochspannungsverbundnetz
zum Zwecke der Belieferung von Letztverbrauchern oder Verteilern, jedoch nicht die
Belieferung der Kunden selbst,
33. Umweltverträglichkeit
dass die Energieversorgung den Erfordernissen eines nachhaltigen, insbesondere rationellen
und sparsamen Umgangs mit Energie genügt, eine schonende und dauerhafte Nutzung
von Ressourcen gewährleistet ist und die Umwelt möglichst wenig belastet
wird, der Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien kommt dabei
besondere Bedeutung zu,
34. Verbindungsleitungen
Anlagen, die zur Verbundschaltung von Elektrizitätsnetzen dienen, oder eine Fernleitung,
die eine Grenze zwischen Mitgliedstaaten quert oder überspannt und einzig dem
Zweck dient, die nationalen Fernleitungsnetze dieser Mitgliedstaaten zu verbinden,
35. Verbundnetz
eine Anzahl von Übertragungs- und Elektrizitätsverteilernetzen, die durch
eine oder mehrere Verbindungsleitungen miteinander verbunden sind, oder eine Anzahl
von Gasversorgungsnetzen, die miteinander verbunden sind,
36. Versorgung
die Erzeugung oder Gewinnung von Energie zur Belieferung von Kunden, der Vertrieb
von Energie an Kunden und der Betrieb eines Energieversorgungsnetzes,
37. Verteilung
der Transport von Elektrizität mit hoher, mittlerer oder niederer Spannung über
Elektrizitätsverteilernetze oder der Transport von Gas über
örtliche oder regionale Leitungsnetze, um die Versorgung von Kunden zu ermöglichen,
jedoch nicht die Belieferung der Kunden selbst,
38. vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen
ein im Elektrizitäts- oder Gasbereich tätiges Unternehmen oder eine im Elektrizitäts-
oder Gasbereich tätige Gruppe von Unternehmen, die im Sinne des Artikels 3 Abs.
2 der Verordnung (EG) Nr. 139/2004 des Rates vom 20. Januar 2004 über die Kontrolle
von Unternehmenszusammenschlüssen (ABl. EU Nr. L 24 S. 1) miteinander verbunden
sind, wobei das betreffende Unternehmen oder die betreffende Gruppe im Elektrizitätsbereich
mindestens eine der Funktionen Übertragung oder Verteilung und mindestens eine
der Funktionen Erzeugung oder Vertrieb von Elektrizität oder im Erdgasbereich
mindestens eine der Funktionen Fernleitung, Verteilung, Betrieb einer LNG-Anlage oder
Speicherung und gleichzeitig eine der Funktionen Gewinnung oder Vertrieb von Erdgas
wahrnimmt,
39. vorgelagertes Rohrleitungsnetz
Rohrleitungen oder ein Netz von Rohrleitungen, deren Betrieb oder Bau Teil eines Öl-
oder Gasgewinnungsvorhabens ist oder die dazu verwendet werden, Erdgas von einer oder
mehreren solcher Anlagen zu einer Aufbereitungsanlage, zu einem Terminal oder zu einem
an der Küste gelegenen Endanlandeterminal zu leiten, mit Ausnahme solcher Netzteile
oder Teile von Einrichtungen, die für örtliche Produktionstätigkeiten
verwendet werden.
§ 3a
Verhältnis zum Eisenbahnrecht
Dieses Gesetz gilt auch für die Versorgung von Eisenbahnen mit leitungsgebundener
Energie, insbesondere Fahrstrom, soweit im Eisenbahnrecht nichts anderes geregelt
ist.
§ 4
Genehmigung des Netzbetriebs
(1) Die Aufnahme des Betriebes eines Energieversorgungsnetzesbedarf der Genehmigung
durch die nach Landesrechtzuständige Behörde.
(2) Die Genehmigung nach Absatz 1 darf nur versagt werden, wenn der Antragsteller
nicht die personelle, technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit
besitzt, um den Netzbetrieb entsprechend den Vorschriften dieses Gesetzes auf Dauer
zu gewährleisten.Unter den gleichen Voraussetzungen kann auch der Betrieb einer
in Absatz 1 genannten Anlage untersagt werden, für dessen Aufnahme keine Genehmigung
erforderlich war.
(3) Im Falle der Gesamtrechtsnachfolge oder der Rechtsnachfolge nach dem Umwandlungsgesetz
oder in sonstigen Fällen der rechtlichen Entflechtung des Netzbetriebs nach §
7 geht die Genehmigung auf den Rechtsnachfolger über.
§ 5
Anzeige der Energiebelieferung
Energieversorgungsunternehmen, die Haushaltskunden mit Energie beliefern, müssen
die Aufnahme und Beendigung der Tätigkeit sowie Änderungen ihrer Firma bei
der Regulierungsbehörde unverzüglich anzeigen. Eine Liste der angezeigten
Unternehmen wird von der Regulierungsbehörde laufend auf ihrer Internetseite
veröffentlicht; veröffentlicht werden die Firma und die Adresse des Sitzes
der angezeigten Unternehmen. Mit der Anzeige der Aufnahme der Tätigkeit ist das
Vorliegen der personellen, technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
sowie der Zuverlässigkeit der Geschäftsleitung darzulegen. Die Regulierungsbehörde
kann die Ausübung der Tätigkeit jederzeit ganz oder teilweise untersagen,
wenn die personelle, technische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder
Zuverlässigkeit nicht gewährleistet ist.
Teil 2
Entflechtung
§ 6
Anwendungsbereich und Ziel der Entflechtung
(1) Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen und rechtlich selbständige
Betreiber von Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetzen, die im Sinne von §
3 Nr. 38 mit einem vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen verbunden sind,
sind zur Gewährleistung von Transparenz sowie diskriminierungsfreier Ausgestaltung
und Abwicklung des Netzbetriebs verpflichtet. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen
sie die Unabhängigkeit der Netzbetreiber von anderen Tätigkeitsbereichen
der Energieversorgung nach den §§ 7 bis 10 sicherstellen. Abweichend von
Satz 2 gelten für die Unabhängigkeit der Betreiber von LNG-Anlagen und von
Speicheranlagen in vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen, soweit die
Anlagen nicht den Gasversorgungsnetzen zugerechnet werden müssen, nur die §§
9 und 10.
(2) Die in wirtschaftlich engem Zusammenhang mit der rechtlichen oder operationellen
Entflechtung nach den §§ 7 und 8 übertragenen Wirtschaftsgüter
gelten als Teilbetrieb im Sinne der §§ 15, 16, 20 und 24 des Umwandlungssteuergesetzes.
Satz 1 gilt nur für diejenigen Wirtschaftsgüter, die unmittelbar auf Grund
des Organisationsakts der Entflechtung übertragen werden. Für die Anwendung
des § 15 Abs. 1 Satz 2 des Umwandlungssteuergesetzes gilt auch das der übertragenden
Körperschaft im Rahmen des Organisationsakts der Entflechtung verbleibende Vermögen
als zu einem Teilbetrieb gehörend. § 15 Abs. 3 des Umwandlungssteuergesetzes,
§ 8b Abs. 4 des Körperschaftssteuergesetzes sowie § 6 Abs. 3 Satz 2
und Abs. 5 Satz 4 bis 6 sowie § 16 Abs. 3 Satz 3 und 4 des Einkommenssteuergesetzes
finden auf Maßnahmen nach Satz 1 keine Anwendung, sofern diese Maßnahme
von Unternehmen im Sinne von § 7 Abs. 1 und 2 bis zum 31, Dezember 2007 und von
Unternehmen im Sinne von § 7 Abs. 3 bis zum 31. Dezember 2008 ergriffen worden
sind. Bei der Prüfung der Frage, ob die Voraussetzungen für die Anwendung
der Sätze 1 und 2 vorliegen, leistet die Regulierungsbehörde den Finanzbehörden
Amtshilfe (§ 111 der Abgabenordnung).
(3) Erwerbsvorgänge im Sinne des § 1 des Grunderwerbsteuergesetzes, die
sich aus der rechtlichen oder operationellen Entflechtung nach den §§ 7
und 8 ergeben, sind von der Grunderwerbsteuer befreit. Absatz 2 Satz 4 und 5 gilt
entsprechend.
(4) Die Absätze 2 und 3 gelten entsprechend für diejenigen Unternehmen,
die eine rechtliche Entflechtung auf freiwilliger Grundlage vornehmen.
§ 7
Rechtliche Entflechtung
(1) Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen haben sicherzustellen, dass
Netzbetreiber, die mit ihnen im Sinne von § 3 Nr. 38 verbunden sind, hinsichtlich
ihrer Rechtsform unabhängig von anderen Tätigkeitsbereichen der Energieversorgung
sind.
(2) Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen, an deren Elektrizitätsversorgungsnetz
weniger als 100 000 Kunden unmittelbar oder mittelbar angeschlossen sind, sind hinsichtlich
der Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen, die mit ihnen im Sinne von §
3 Nr. 38 verbunden sind, von den Verpflichtungen nach Absatz 1 ausgenommen. Satz 1
gilt für Gasversorgungsnetze entsprechend.
(3) Hinsichtlich der Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen und der Betreiber
von Gasverteilernetzen, die im Sinne von § 3 Nr. 38 mit vertikal integrierten
Energieversorgungsunternehmen verbunden sind, gilt die Verpflichtung aus Absatz 1
erst ab dem 1. Juli 2007.
§ 8
Operationelle Entflechtung
(1) Unternehmen nach § 6 Abs. 1 Satz 1 haben die Unabhängigkeit ihrer im
Sinne von § 3 Nr. 38 verbundenen Netzbetreiber hinsichtlich der Organisation,
der Entscheidungsgewalt und der Ausübung des Netzgeschäfts nach Maßgabe
der folgenden Absätze sicherzustellen.
(2) Für Personen, die für den Netzbetreiber tätig sind, gelten zur
Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Netzbetriebes folgende Vorgaben:
1. Personen, die mit Leitungsaufgaben für den Netzbetreiber betraut sind oder
die Befugnis zu Letztentscheidungen besitzen, die für die Gewährleistung
eines diskriminierungsfreien Netzbetriebs wesentlich sind, müssen für die
Ausübung dieser Tätigkeiten einer betrieblichen Einrichtung des Netzbetreibers
angehören und dürfen keine Angehörige von betrieblichen Einrichtungen
des vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens sein, die direkt oder indirekt
für den laufenden Betrieb in den Bereichen der Gewinnung, Erzeugung oder des
Vertriebs von Energie an Kunden zuständig sind.
2. Personen, die in anderen Teilen des vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens
sonstige Tätigkeiten des Netzbetriebs ausüben, sind insoweit den fachlichen
Weisungen der Leitung des Netzbetreibers zu unterstellen.
(3) Unternehmen nach § 6 Satz 1 haben geeignete Maßnahmen zu treffen, um
die berufliche Handlungsunabhängigkeit der Personen zu gewährleisten, die
mit Leitungsaufgaben des Netzbetreibers betraut für
die Leitung des Netzbetreibers zuständig sind.
(4) Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen haben zu gewährleisten,
dass die Netzbetreiber tatsächliche Entscheidungsbefugnisse in Bezug auf die
für den Betrieb, die Wartung und den Ausbau des Netzes erforderlichen Vermögenswerte
des vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens besitzen und diese im Rahmen
der Bestimmungen dieses Gesetzes unabhängig von der Leitung und den anderen betrieblichen
Einrichtungen des vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens ausüben
können. Zur Wahrnehmung der wirtschaftlichen Befugnisse der Leitung des vertikal
integrierten Energieversorgungsunternehmens und seiner Aufsichtsrechte über die
Geschäftsführung des Netzbetreibers im Hinblick auf dessen Rentabilität
ist die Nutzung gesellschaftsrechtlicher Instrumente der Einflussnahme
und Kontrolle, unter anderem der Weisung, der Festlegung allgemeiner Verschuldungsobergrenzen
und der Genehmigung jährlicher Finanzpläne oder gleichwertiger Instrumente,
insoweit zulässig, als dies zur Wahrnehmung der berechtigten Interessen des vertikal
integrierten Energieversorgungsunternehmens erforderlich ist. Dabei ist die Einhaltung
der §§ 11 bis 16 a sicherzustellen. Weisungen
zum laufenden Netzbetrieb sind nicht erlaubt; ebenfalls unzulässig sind Weisungen
im Hinblick auf einzelne Entscheidungen zu baulichen Maßnahmen an Energieanlagen,
solange sich diese Entscheidungen im Rahmen eines vom vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen
genehmigten
Finanzplans oder gleichwertigen Instruments halten.
(5) Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen sind verpflichtet, für
die mit Tätigkeiten des Netzbetriebs befassten Mitarbeiter ein Programm mit verbindlichen
Maßnahmen zur diskriminierungsfreien Ausübung des Netzgeschäfts (Gleichbehandlungsprogramm)
festzulegen, den Mitarbeitern dieses Unternehmens und der Regulierungsbehörde
bekannt zu machen und dessen Einhaltung durch eine Person oder Stelle zu überwachen.
Pflichten der Mitarbeiter und mögliche Sanktionen sind festzulegen. Die zuständige
Person oder Stelle legt der Regulierungsbehörde jährlich spätestens
zum 31. März einen Bericht über die nach Satz 1 getroffenen Maßnahmen
des vergangenen Kalenderjahres vor und veröffentlicht ihn.
(6) Vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen, an deren Elektrizitätsversorgungsnetz
weniger als 100 000 Kunden unmittelbar oder mittelbar angeschlossen sind, sind hinsichtlich
der Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen, die mit ihnen im Sinne von §
3 Nr. 38 verbunden sind, von den Verpflichtungen nach den Absätzen 1 bis 5 ausgenommen.
Satz 1 gilt für Gasversorgungsnetze entsprechend.
§ 9
Verwendung von Informationen
(1) Unbeschadet gesetzlicher Verpflichtungen zur Offenbarung von Informationen haben
vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber sicherzustellen,
dass die Vertraulichkeit wirtschaftlich sensibler Informationen, von denen sie in
Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit als Netzbetreiber Kenntnis erlangen,
gewahrt wird.
(2) Legen das vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen oder der Netzbetreiber,
der im Sinne von § 3 Nr. 38 mit ihm verbunden ist, über die eigenen Tätigkeiten
als Netzbetreiber Informationen offen, die wirtschaftliche Vorteile bringen können,
so hat dies in nichtdiskriminierender Weise zu erfolgen.
§ 10
Rechnungslegung und interne Buchführung
(1) Energieversorgungsunternehmen haben ungeachtet ihrer
Eigentumsverhältnisse und ihrer Rechtsform einen Jahresabschluss nach den für
Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuchs aufzustellen,
prüfen zu lassen und offen zu legen.
(2) Im Anhang zum Jahresabschluss sind die Geschäfte größeren Umfangs
mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 oder
§ 311 des Handelsgesetzbuchs gesondert auszuweisen.
(3) Unternehmen, die im Sinne von § 3 Nr. 38 zu einem vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen
verbunden sind, haben zur Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung
in ihrer internen Rechnungslegung jeweils getrennte Konten für jede ihrer Tätigkeiten
in den nachfolgend aufgeführten Bereichen so zu führen, wie dies erforderlich
wäre, wenn diese Tätigkeiten von rechtlich selbständigen Unternehmen
ausgeführt würden:
1. Elektrizitätsübertragung;
2. Elektrizitätsverteilung;
3. Gasfernleitung;
4. Gasverteilung;
5. Gasspeicherung;
6. Betrieb von LNG-Anlagen.
Tätigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist auch jede wirtschaftliche Nutzung eines
Eigentumsrechtes an Elektrizitäts- oder Gasversorgungsnetzen, Gasspeichern oder
LNG-Anlagen. Für die anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors
und innerhalb des Gassektors sind Konten zu führen, die innerhalb des jeweiligen
Sektors zusammengefasst werden können. Für Tätigkeiten außerhalb
des Elektrizitäts- und Gassektors sind ebenfalls eigene Konten zu führen,
die zusammengefasst werden können. Soweit eine direkte Zuordnung zu den einzelnen
Tätigkeiten nicht möglich ist oder mit unvertretbarem Aufwand verbunden
wäre, hat die Zuordnung durch Schlüsselung der Konten, die sachgerecht und
für Dritte nachvollziehbar sein muss, zu erfolgen. Mit der Erstellung des Jahresabschlusses
ist für jeden der genannten Tätigkeitsbereiche intern jeweils eine den in
Absatz 1 genannten Vorschriften entsprechende Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
aufzustellen. Dabei sind in der internen Rechnungslegung die Regeln einschließlich
der Abschreibungsmethoden anzugeben, nach denen die Gegenstände des Aktiv- und
Passivvermögens sowie die Aufwendungen und Erträge den gemäß
den Sätzen 1 bis 4 geführten Konten zugeordnet worden sind.
(4) Die Prüfung des Jahresabschlusses gemäß Absatz 1 umfasst auch
die Einhaltung der Pflichten zur internen Rechnungslegung nach Absatz 3. Dabei ist
neben dem Vorhandensein getrennter Konten auch zu prüfen, ob die Wertansätze
und die Zuordnung der Konten sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der
Grundsatz der Stetigkeit beachtet worden ist. Im Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss
ist anzugeben, ob die Vorgaben nach Absatz 3 eingehalten worden sind.
(5) Der Auftraggeber der Prüfung des Jahresabschlusses hat der Regulierungsbehörde
unverzüglich eine Ausfertigung des geprüften Jahresabschlusses einschließlich
des Bestätigungsvermerks oder des Vermerks über seine Versagung zu übersenden.
Die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für die einzelnen Tätigkeitsbereiche
sind beizufügen. Unternehmen, die keine Tätigkeiten nach Absatz 3 ausüben,
sind von der Verpflichtung nach Satz 1 freigestellt; die Befugnisse der Regulierungsbehörde
bleiben unberührt. Geschäftsberichte zu den Tätigkeitsbereichen, die
nicht in Absatz 3 Satz 1 aufgeführt sind, hat die Regulierungsbehörde als
Geschäftsgeheimnisse zu behandeln.
Teil 3
Regulierung des Netzbetriebs
Abschnitt 1
Aufgaben der Netzbetreiber
§ 11
Betrieb von Energieversorgungsnetzen
(1) Betreiber von Energieversorgungsnetzen sind verpflichtet, ein sicheres, zuverlässiges
und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz diskriminierungsfrei zu betreiben,
zu warten und bedarfsgerecht auszubauen, soweit es wirtschaftlich zumutbar ist. Sie
haben insbesondere die Aufgaben nach den §§ 12 bis 16 a
zu erfüllen. Die Verpflichtung gilt auch im Rahmen der Wahrnehmung der wirtschaftlichen
Befugnisse der Leitung des vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens und
seiner Aufsichtsrechte nach § 8 Abs. 4 Satz 2.
(2) In Rechtsverordnungen über die Regelung von Vertrags- und sonstigen Rechtsverhältnissen
können auch Regelungen zur Haftung der Betreiber von Energieversorgungsnetzen
aus Vertrag und unerlaubter Handlung für Sach- und Vermögensschäden,
die ein Kunde durch Unterbrechung der Energieversorgung oder durch Unregelmäßigkeiten
in der Energieversorgung erleidet, getroffen werden. Dabei kann die Haftung auf vorsätzliche
oder grob fahrlässige Verursachung beschränkt und der Höhe nach begrenzt
werden. Soweit es zur Vermeidung unzumutbarer wirtschaftlicher Risiken des Netzbetriebs
im Zusammenhang mit Verpflichtungen nach § 13 Abs. 2, auch in Verbindung mit
§ 14, und § 16 Abs. 2 auch in Verbindung mit §
16a erforderlich ist, kann die Haftung darüber hinaus vollständig
ausgeschlossen werden.
§ 12
Aufgaben der Betreiber von Übertragungsnetzen
(1) Betreiber von Übertragungsnetzen haben die Energieübertragung durch
das Netz unter Berücksichtigung des Austauschs mit anderen Verbundnetzen zu regeln
und mit der Bereitstellung und dem Betrieb ihrer Übertragungsnetze im nationalen
und internationalen Verbund zu einem sicheren und zuverlässigen Elektrizitätsversorgungssystem
in ihrer Regelzone und damit zu einer sicheren Energieversorgung beizutragen.
(2) Betreiber von Übertragungsnetzen haben Betreibern eines anderen Netzes, mit
dem die eigenen Übertragungsnetze technisch verbunden sind, die notwendigen Informationen
bereitzustellen, um den sicheren und effizienten Betrieb, den koordinierten Ausbau
und den Verbund sicherzustellen.
(3) Betreiber von Übertragungsnetzen haben dauerhaft die Fähigkeit des Netzes
sicherzustellen, die Nachfrage nach Übertragung von Elektrizität zu befriedigen
und insbesondere durch entsprechende Übertragungskapazität und Zuverlässigkeit
des Netzes zur Versorgungssicherheit beizutragen.
(3a) Betreiber von Übertragungsnetzen haben alle zwei Jahre, erstmals zum 1.
Februar 2006, einen Bericht über den Netzzustand und die Netzausbauplanung zu
erstellen und diesen der Regulierungsbehörde auf Verlangen vorzulegen. Auf Verlangen
der Regulierungsbehörde ist ihr innerhalb von drei Monaten ein Bericht entsprechend
Satz 1 auch über bestimmte Teile des Übertragungsnetzes vorzulegen. Die
Regulierungsbehörde hat Dritten auf Antrag bei Vorliegen eines berechtigten Interesses,
insbesondere soweit es für die Durchführung von Planungen für Energieanlagen
erforderlich ist, innerhalb einer Frist von zwei Monaten Zugang zu den Berichten nach
den Sätzen 1 und 2 zu gewähren. Die Regulierungsbehörde kann durch
Festlegung nach § 29 Abs. 1 zum Inhalt des Berichts nähere Bestimmungen
treffen.
(4) Betreiber von Erzeugungsanlagen, Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
und Lieferanten von Elektrizität sind verpflichtet, Betreibern von Übertragungsnetzen
auf Verlangen unverzüglich die Informationen bereitzustellen, die notwendig sind,
damit die Übertragungsnetze sicher und zuverlässig betrieben, gewartet und
ausgebaut werden können.
§ 13
Systemverantwortung der Betreiber von Übertragungsnetzen
(1) Sofern die Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems
in der jeweiligen Regelzone gefährdet oder gestört ist, sind Betreiber von
Übertragungsnetzen berechtigt und verpflichtet, die Gefährdung oder Störung
durch
1. netzbezogene Maßnahmen, insbesondere durch Netzschaltungen, und
2. marktbezogene Maßnahmen, wie insbesondere den Einsatz von Regelenergie, vertraglich
vereinbarte abschaltbare und zuschaltbare Lasten, Information über Engpässe
und Management von Engpässen sowie Mobilisierung zusätzlicher Reserven
zu beseitigen. Bei netzbezogenen Maßnahmen nach Satz 1 sind die Verpflichtungen
nach § 4 Abs. 1 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und nach § 4 Abs. 1 des
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes zu berücksichtigen. Bei den Maßnahmen
nach Satz 1 ist nach sachlich-energiewirtschaftlichen Grundsätzen im Sinne des
§ 1 Abs. 1 vorzugehen.
(2) Lässt sich eine Gefährdung oder Störung durch Maßnahmen nach
Absatz 1 nicht oder nicht rechtzeitig beseitigen, so sind Betreiber von Übertragungsnetzen
im Rahmen der Zusammenarbeit nach § 12 Abs. 1 berechtigt und verpflichtet, sämtliche
Stromeinspeisungen, Stromtransite und Stromabnahmen in ihren Regelzonen den Erfordernissen
eines sicheren und zuverlässigen Betriebs des Übertragungsnetzes anzupassen
oder diese Anpassung zu verlangen. Bei einer erforderlichen Anpassung von Stromeinspeisungen
und Stromabnahmen sind insbesondere die betroffenen Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
und Stromhändler soweit möglich vorab zu informieren.
(3) Eine Gefährdung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems
in der jeweiligen Regelzone liegt vor, wenn örtliche Ausfälle des Übertragungsnetzes
oder kurzfristige Netzengpässe zu besorgen sind oder zu besorgen ist, dass die
Haltung von Frequenz, Spannung oder Stabilität durch die Übertragungsnetzbetreiber
nicht im erforderlichen Maße gewährleistet werden kann.
(4) Im Falle einer Anpassung nach Absatz 2 ruhen bis zur Beseitigung der Gefährdung
oder Störung alle hiervon jeweils betroffenen Leistungspflichten. Soweit bei
Vorliegen der Voraussetzungen nach Absatz 2 Maßnahmen getroffen werden, ist
insoweit die Haftung für Vermögensschäden ausgeschlossen. Im Übrigen
bleibt § 11 Abs. 2 unberührt.
(5) Über die Gründe von durchgeführten Anpassungen und Maßnahmen
sind die hiervon unmittelbar Betroffenen und die Regulierungsbehörde unverzüglich
zu informieren. Auf Verlangen sind die vorgetragenen Gründe zu belegen.
(6) Reichen die Maßnahmen gemäß Absatz 2 nach Feststellung eines
Betreibers von Übertragungsnetzen nicht aus, um eine Versorgungsstörung
für lebenswichtigen Bedarf im Sinne des § 1 des Energiesicherungsgesetzes
abzuwenden, muss der Betreiber von Übertragungsnetzen unverzüglich die Regulierungsbehörde
unterrichten.
(7) Zur Vermeidung schwerwiegender Versorgungsstörungen haben Betreiber von Übertragungsnetzen
jährlich eine Schwachstellenanalyse zu erarbeiten und auf dieser Grundlage notwendige
Maßnahmen zu treffen. Das Personal in den Steuerstellen ist entsprechend zu
unterweisen. Über das Ergebnis der Schwachstellenanalyse und die notwendigen
Maßnahmen hat der Übertragungsnetzbetreiber jährlich bis zum 31. August
der Regulierungsbehörde zu berichten.
§ 14
Aufgaben der Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
(1) Die §§ 12 und 13 gelten für Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
im Rahmen ihrer Verteilungsaufgaben entsprechend, soweit sie für die Sicherheit
und Zuverlässigkeit der Elektrizitätsversorgung in ihrem Netz verantwortlich
sind. § 12 Abs. 3a ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
einen Bericht über den Netzzustand und die Netzausbauplanung erstmals zum 1.
August 2006 zu erstellen haben. Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen einschließlich
vertikal integrierter Energieversorgungsunternehmen, an deren Elektrizitätsverteilernetz
weniger als 10 000 Kunden unmittelbar oder mittelbar angeschlossen sind, sind von
den Verpflichtungen nach § 12 Abs. 3a ausgenommen. § 13 Abs. 7 ist mit der
Maßgabe anzuwenden, dass die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
nur auf Anforderung der Regulierungsbehörde die Schwachstellenanalyse
zu erstellen und über das Ergebnis zu berichten
haben.
(1a) Die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen sind verpflichtet, Maßnahmen
des Betreibers von Übertragungsnetzen, in dessen Netz sie technisch eingebunden
sind, nach dessen Vorgaben durch eigene Maßnahmen zu unterstützen, soweit
diese erforderlich sind, um Gefährdungen und Störungen in den Übertragungsnetzen
mit geringstmöglichen Eingriffen in die Versorgung zu vermeiden.
(2) Bei der Planung des Verteilernetzausbaus haben Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen
die Möglichkeiten von Energieeffizienz- und Nachfragesteuerungsmaßnahmen
und dezentralen Erzeugungsanlagen zu berücksichtigen. Die Bundesregierung wird
ermächtigt, durch Rechtsverordnung
ohne Zustimmung des Bundesrates allgemeine Grundsätze für die Berücksichtigung
der in Satz 1 genannten Belange bei Planungen festzulegen.
§15
Aufgaben der Betreiber von Fernleitungsnetzen
(1) Betreiber von Fernleitungs- und Verteilernetzen haben den Gastransport durch ihr
Netz unter Berücksichtigung der Verbindungen mit anderen Netzen zu regeln und
mit der Bereitstellung und dem Betrieb ihrer Fernleitungsnetze im nationalen und internationalen
Verbund zu einem sicheren und zuverlässigen Gasversorgungssystem in ihrem Netz
und damit zu einer sicheren Energieversorgung beizutragen.
(2) Um zu gewährleisten, dass der Transport und die Speicherung von Erdgas in
einer mit dem sicheren und effizienten Betrieb des Verbundnetzes zu vereinbarenden
Weise erfolgen kann, haben Betreiber von Fernleitungsnetzen, Speicheroder LNG-Anlagen
jedem anderen Betreiber eines Gasversorgungsnetzes, mit dem die eigenen Fernleitungsnetze
oder Anlagen technisch verbunden sind, die notwendigen dauerhaftInformationen bereitzustellen.
(3) Betreiber von Fernleitungs- und Verteilernetzen haben dauerhaft die Fähigkeit
ihrer Netze sicherzustellen, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen für
Gas zu befriedigen und insbesondere durch entsprechende Transportkapazität und
Zuverlässigkeit der Netze zur Versorgungssicherheit beizutragen.
§ 16
Systemverantwortung der Betreiber von Fernleitungsnetzen
(1) Sofern die Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Gasversorgungssystems in dem
jeweiligen Netz gefährdet oder gestört ist, sind Betreiber von Fernleitungsnetzen
berechtigt und verpflichtet, die Gefährdung oder Störung
durch 1. netzbezogene Maßnahmen und
2. marktbezogene Maßnahmen, wie insbesondere den Einsatz von Ausgleichsleistungen,
vertragliche Regelungen über eine Abschaltung und den Einsatz von Speichern,
zu beseitigen.
(2) Läßt sich eine Gefährdung oder Störung durch Maßnahmen
nach Absatz 1 nicht oder nicht rechtzeitig beseitigen, so sind Betreiber von Fernleitungsnetzen
im Rahmen der Zusammenarbeit nach § 15 Abs. 1 berechtigt und verpflichtet, sämtliche
Gaseinspeisungen, Gastransporte und Gasausspeisungen in ihren Netzen den Erfordernissen
eines sicheren und zuverlässigen Betriebs der Netze anzupassen oder diese Anpassung
zu verlangen. Bei einer erforderlichen Anpassung von Gaseinspeisungen und Gasausspeisungen
sind die betroffenen Betreiber von anderen Fernleitungs- und Gasverteilernetzen und
Gashändler soweit möglich vorab zu informieren.
(3) Im Falle einer Anpassung nach Absatz 2 ruhen bis zur Beseitigung der Gefährdung
oder Störung alle hiervon jeweils betroffenen Leistungspflichten. Soweit bei
Vorliegen der Voraussetzungen nach Absatz 2 Maßnahmen getroffen werden, ist
insoweit die Haftung für Vermögensschäden ausgeschlossen. Im Übrigen
bleibt § 11 Abs. 2 unberührt.
(4) Über die Gründe von durchgeführten Anpassungen und Maßnahmen
sind die hiervon unmittelbar Betroffenen und die Regulierungsbehörde unverzüglich
zu informieren. Auf Verlangen sind die vorgetragenen Gründe zu belegen.
(5) Zur Vermeidung schwerwiegender Versorgungsstörungen haben Betreiber von Fernleitungsnetzen
jährlich eine Schwachstellenanalyse zu erarbeiten und
auf dieser Grundlage notwendige Maßnahmen zu treffen. Über das Ergebnis
der Schwachstellenanalyse und die Maßnahmen hat der Betreiber
von Fernleitungsnetzen Fernleitungsbetreiber der Regulierungsbehörde
auf Anforderung zu berichten.
§ 16a
Aufgaben der Betreiber von Gasverteilernetzen
Die §§ 15 und 16 Abs. 1 bis 4 gelten für Betreiber von Gasverteilernetzen
im Rahmen ihrer Verteilungsaufgaben entsprechend, soweit sie für die Sicherheit
und Zuverlässigkeit der Gasversorgung in ihrem Netz verantwortlich sind. §
16 Abs. 5 ist mit der Maßgabe anzuwenden,dass die Betreiber von Gasverteilernetzen
nur auf Anforderung der Regulierungsbehörde eine Schwachstellenanalyse zu erstellen
und über das Ergebnis zu berichten haben."
Abschnitt 2
Netzanschluss
§ 17
Netzanschluss
(1) Betreiber von Energieversorgungsnetzen haben Letztverbraucher, gleich- oder nachgelagerte
Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze sowie -leitungen, Erzeugungs- und Speicheranlagen
zu technischen und wirtschaftlichen Bedingungen an ihr Netz anzuschließen, die
angemessen, diskriminierungsfrei, transparent und nicht ungünstiger sind, als
sie von den Betreibern der Energieversorgungsnetze in vergleichbaren Fällen für
Leistungen innerhalb ihres Unternehmens oder gegenüber verbundenen oder assoziierten
Unternehmen angewendet werden.
(2) Betreiber von Energieversorgungsnetzen können einen Netzanschluss nach Absatz
1 verweigern, soweit sie nachweisen, dass ihnen die Gewährung des Netzanschlusses
aus betriebsbedingten oder sonstigen wirtschaftlichen oder technischen Gründen
unter Berücksichtigung der Ziele des § 1 nicht möglich oder nicht zumutbar
ist. Die Ablehnung ist in Textform zu begründen. Auf Verlangen der beantragenden
Partei muss die Begründung im Falle eines Kapazitätsmangels auch aussagekräftige
Informationen darüber enthalten, welche konkreten Maßnahmen und damit verbundene
Kosten zum Ausbau des Netzes im Einzelnen erforderlich wären, um den Netzanschluss
durchzuführen; die Begründung kann nachgefordert werden. Für die Begründung
nach Satz 3 kann ein Entgelt, das die Hälfte der entstandenen Kosten nicht überschreiten
darf, verlangt werden, sofern auf die Entstehung von Kosten zuvor hingewiesen worden
ist.
(2a) Betreiber von Übertragungsnetzen, in deren Regelzone
die Netzanbindung von Offshore-Anlagen im Sinne des § 10 Abs.3 Satz 1 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
erfolgen soll, haben die Leitungen von dem Umspannwerk der Offshore-Anlagen bis zu
dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Verknüpfungspunkt des nächsten
Übertragungs- oder Verteilernetzes zu errichten und zu betreiben; die Netzanbindungen
müssen zu dem Zeitpunkt der Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft
der Offshore-Anlagen errichtet sein. Eine Leitung nach Satz 1 gilt ab dem Zeitpunkt
der Errichtung als Teil des Energieversorgungsnetzes. Betreiber von Übertragungsnetzen
sind zum Ersatz der Aufwendungen verpflichtet, die die Betreiber von Offshore-Anlagen
für die Planung und Genehmigung der Netzanschlussleitungen bis zum 17. Dezember
2006 getätigt haben, soweit diese Aufwendungen den Umständen nach für
erforderlich anzusehen waren und den Anforderungen eines effizienten Netzbetriebs
nach § 21 entsprechen. Die Betreiber von Übertragungsnetzen sind verpflichtet,
den unterschiedlichen Umfang ihrer Kosten nach Satz 1 und 3 über eine finanzielle
Verrechnung untereinander auszugleichen; § 9 Abs. 3 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes
findet entsprechende Anwendung.
(3) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung
des Bundesrates
1. Vorschriften überdie technischen und wirtschaftlichen Bedingungen für
einen Netzanschluss nach Absatz 1 oder Methoden für die Bestimmung dieser Bedingungen
zu erlassen, und
2. zu regeln, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen die Regulierungsbehörde
diese Bedingungen oder Methoden festlegen oder auf Antrag des Netzbetreibers genehmigen
kann.
Insbesondere können durch Rechtsverordnungen nach Satz 1 unter angemessener Berücksichtigung
der Interessen der Betreiber von Energieversorgungsnetzen und der Anschlussnehmer
1. die Bestimmungen der Verträge einheitlich festgesetzt werden,
2. Regelungen über den Vertragsabschluss, den Gegenstand und die Beendigung der
Verträge getroffen werden und
3. festgelegt sowie näher bestimmt werden, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen
ein Netzanschluss nach Absatz 2 zumutbar ist; dabei kann auch das Interesse der Allgemeinheit
an einer möglichst kostengünstigen Struktur der Energieversorgungsnetze
berücksichtigt werden.
§ 18
Allgemeine Anschlusspflicht
(1) Abweichend von § 17 haben Betreiber von Energieversorgungsnetzen für
Gemeindegebiete, in denen sie Energieversorgungsnetze der allgemeinen Versorgung von
Letztverbrauchern betreiben, allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss von
Letztverbrauchern in Niederspannung oder Niederdruck und für die Anschlussnutzung
durch Letztverbraucher zu veröffentlichen sowie zu diesen Bedingungen jedermann
an ihr Energieversorgungsnetz anzuschließen und die Nutzung des Anschlusses
zur Entnahme von Energie zu gestatten. Diese Pflichten bestehen nicht, wenn der Anschluss
oder die Anschlussnutzung für den Betreiber des Energieversorgungsnetzes aus
wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist.
(2) Wer zur Deckung des Eigenbedarfs eine Anlage zur Erzeugung von Elektrizität
betreibt oder sich von einem Dritten an das Energieversorgungsnetz anschließen
lässt, kann sich nicht auf die allgemeine Anschlusspflicht nach Absatz 1 Satz
1 berufen. Er kann aber einen Netzanschluss unter den Voraussetzungen des § 17
verlangen. Satz 1 gilt nicht für die Deckung des Eigenbedarfs von Letzverbrauchern
aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung bis 150 Kilowatt elektrischer Leistung und
aus erneuerbaren Energien.
(3) Die Bundesregierung kann durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
die Allgemeinen Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung bei den
an das Niederspannungs- oder Niederdrucknetz angeschlossenen Letztverbrauchern angemessen
festsetzen und hierbei unter Berücksichtigung der Interessen der Betreiber von
Energieversorgungsnetzen und der Anschlussnehmer
1. die Bestimmungen über die Herstellung und Vorhaltung des Netzanschlusses sowie
die Voraussetzungen der Anschlussnutzung einheitlich festsetzen,
2. Regelungen über den Vertragsabschluss und die Begründung des Rechtsverhältnisses
der Anschlussnutzung, den Übergang des Netzanschlussvertrages im Falle des Überganges
des Eigentums an der angeschlossenen Kundenanlage, den Gegenstand und die Beendigung
der Verträge oder der Rechtsverhältnisse der Anschlussnutzung treffen und
3. die Rechte und Pflichten der Beteiligten einheitlich festlegen.
Das Interesse des Anschlussnehmers an kostengünstigen Lösungen ist dabei
besonders zu berücksichtigen. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für
Bedingungen öffentlich- rechtlich gestalteter Versorgungsverhältnisse mit
Ausnahme der Regelung des Verwaltungsverfahrens.
§ 19
Technische Vorschriften
(1) Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen sind verpflichtet, unter Berücksichtung
der nach § 17 festgelegten Bedingungen für den Netzanschluss von Erzeugungsanlagen,
Elektrizitätsverteilernetzen, Anlagen direkt angeschlossener Kunden, Verbindungsleitungen
und Direktleitungen technische Mindestanforderungen an deren Auslegung und deren Betrieb
festzulegen und im Internet zu veröffentlichen.
(2) Betreiber von Gasversorgungsnetzen sind verpflichtet, unter Berücksichtung
der nach § 17 festgelegten Bedingungen für den Netzanschluss von LNG-Anlagen,
dezentralen Erzeugungsanlagen und Speicheranlagen, von anderen Fernleitungs- oder
Gasverteilernetzen und von Direktleitungen technische Mindestanforderungen an die
Auslegung und den Betrieb festzulegen und im Internet zu veröffentlichen.
(3) Die technischen Mindestanforderungen nach den Absätzen 1 und 2 müssen
die Interoperabilität der Netze sicherstellen sowie sachlich gerechtfertigt und
nichtdiskriminierend sein. Die Interoperabilität umfasst insbesondere die technischen
Anschlussbedingungen und die Bedingungen für netzverträgliche Gasbeschaffenheiten
unter Einschluss von Gas aus Biomasse oder anderen Gasarten, soweit sie technisch
und ohne Beeinträchtigung der Sicherheit in das Gasversorgungsnetz eingespeist
oder durch dieses Netz transportiert werden können. Für die Gewährleistung
der technischen Sicherheit gilt § 49 Abs. 2 bis 4. Die Mindestanforderungen sind
der Regulierungsbehörde mitzuteilen. Das Bundesministerium für Wirtschaft
und Arbeit und Technologie unterrichtet die Europäische
Kommission nach Artikel 8 der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet
der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste
der Informationsgesellschaft (ABl. EG Nr. L 204 S. 37), geändert durch Richtlinie
98/48/EG (ABl. EG Nr. L 217 S. 18).
Abschnitt 3
Netzzugang
§ 20
Zugang zu den Energieversorgungsnetzen
(1) Betreiber von Energieversorgungsnetzen haben jedermann nach sachlich gerechtfertigen
Kriterien diskriminierungsfrei Netzzugang zu gewähren sowie die Bedingungen,
einschließlich Musterverträge, und Entgelte für diesen Netzzugang
im Internet zu veröffentlichen. Sie haben in dem Umfang zusammenzuarbeiten, der
erforderlich ist, um einen effizienten Netzzugang zu gewährleisten. Sie haben
ferner den Netznutzern die für einen effizienten Netzzugang erforderlichen Informationen
zur Verfügung zu stellen. Die Netzzugangsregelung soll massengeschäftstauglich
sein.
(1a) Zur Ausgestaltung des Rechts auf Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen
nach Absatz 1 haben Letztverbraucher von Elektrizität oder Lieferanten Verträge
mit denjenigen Energieversorgungsunternehmen abzuschließen, aus deren Netzen
die Entnahme und in deren Netze die Einspeisung von Elektrizität erfolgen soll
(Netznutzungsvertrag). Werden die Netznutzungsverträge von Lieferanten abgeschlossen,
so brauchen sie sich nicht auf bestimmte Entnahmestellen zu beziehen (Lieferantenrahmenvertrag).
Netznutzungsvertrag oder Lieferantenrahmenvertrag vermitteln den Zugang zum gesamten
Elektrizitätsversorgungsnetz. Alle Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen
sind verpflichtet, in dem Ausmaß zusammenzuarbeiten, das erforderlich ist, damit
durch den Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen, der den Netznutzungs-
oder Lieferantenrahmenvertrag abgeschlossen hat, der Zugang zum gesamten Elektrizitätsversorgungsnetz
gewährleisten werden kann. Der Netzzugang durch die Letztverbraucher und Lieferanten
setzt voraus, dass über einen Bilanzkreis, der in ein vertraglich begründetes
Bilanzkreissystem nach Maßgabe einer Rechtsverordnung über den Zugang zu
Elektrizitätsversorgungsnetzen einbezogen ist, ein Ausgleich zwischen Einspeisung
und Entnahme stattfindet.
(1b) Zur Ausgestaltung des Zugangs zu den Gasversorgungsnetzen müssen Betreiber
von Gasversorgungsnetzen Einspeise- und Ausspeisekapazitäten anbieten,die den
Netzzugang ohne Festlegung eines transaktionsabhängigen Transportpfades ermöglichen
und unabhängig voneinander nutzbar und handelbar sind. Zur Abwicklung des Zugangs
zu den Gasversorgungsnetzen ist ein Vertrag mit dem Netzbetreiber, in dessen Netz
eine Einspeisung von Gas erfolgen soll, über Einspeisekapazitäten erforderlich
(Einspeisevertrag). Zusätzlich muss ein Vertrag mit dem Netzbetreiber, aus dessen
Netz die Entnahme von Gas erfolgen soll, über Ausspeisekapazitäten abgeschlossen
werden (Ausspeisevertrag). Wird der Ausspeisevertrag von einem Lieferanten mit einem
Betreiber eines Verteilernetzes abgeschlossen, braucht er sich nicht auf bestimmte
Entnahmestellen zu beziehen. Alle Betreiber von Gasversorgungsnetzen sind verpflichtet,
untereinander in dem Ausmaß verbindlich zusammenzuarbeiten, das erforderlich
ist, damit der Transportkunde zur Abwicklung eines Transports auch über mehrere,
durch Netzkopplungspunkte miteinander verbundene Netze nur einen Einspeise- und einen
Ausspeisevertrag abschließen muss, es sei denn, diese Zusammenarbeit ist technisch
nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar. Sie sind zu dem in Satz 5 genannten
Zweck verpflichtet, bei der Berechnung und dem Angebot von Kapazitäten, der Erbringung
von Systemdienstleistungen und der Kosten- oder Entgeltwälzung eng zusammenzuarbeiten.
Sie haben gemeinsame Vertragsstandards für den Netzzugang zu entwickeln und unter
Berücksichtigung von technischen Einschränkungen und wirtschaftlicher Zumutbarkeit
alle Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Netzbetreibern auszuschöpfen,
mit dem Ziel, die Zahl der Netze oder Teilnetze sowie der Bilanzzonen möglichst
gering zu halten. Betreiber von über Netzkopplungspunkte verbundenen Netzen haben
bei der Berechnung und Ausweisung von technischen Kapazitäten mit dem Ziel zusammenzuarbeiten,
in möglichst hohem Umfang aufeinander abgestimmte Kapazitäten in den miteinander
verbundenen Netzen ausweisen zu können. Bei einem Wechsel des Lieferanten kann
der neue Lieferant vom bisherigen Lieferanten die Übertragung der für die
Versorgung des Kunden erforderlichen, vom bisherigen Lieferanten gebuchten Ein- und
Ausspeisekapazitäten verlangen, wenn ihm die Versorgung des Kunden entsprechend
der von ihm eingegangenen Lieferverpflichtung ansonsten nicht möglich ist und
er dies gegenüber dem bisherigen Lieferanten begründet. Betreiber von Fernleitungsnetzen
sind verpflichtet, die Rechte an gebuchten Kapazitäten so auszugestalten, dass
sie den Transportkunden berechtigen, Gas an jedem Einspeisepunkt für die Ausspeisung
an jedem Ausspeisepunkt ihres Netzes oder, bei dauerhaften Engpässen, eines Teilnetzes
bereitzustellen (entry-exit System). Betreiber eines örtlichen Verteilernetzes
haben den Netzzugang nach Maßgabe einer Rechtsverordnung nach § 24 über
den Zugang zu Gasversorgungsnetzen durch Übernahme des Gases an Einspeisepunkten
ihrer Netze für alle angeschlossenen Ausspeisepunkte zu gewähren.
(2) Betreiber von Energieversorgungsnetzen können den Zugang nach Absatz 1 verweigern,
soweit sie nachweisen, dass ihnen die Gewährung des Netzzugangs aus betriebsbedingten
oder sonstigen Gründen unter Berücksichtigung der Ziele des § 1 nicht
möglich oder nicht zumutbar ist. Die Ablehnung ist in Textform zu begründen
und der Regulierungsbehörde unverzüglich mitzuteilen. Auf Verlangen der
beantragenden Partei muss die Begründung im Falle eines Kapazitätsmangels
auch aussagekräftige Informationen darüber enthalten, welche Maßnahmen
und damit verbundene Kosten zum Ausbau des Netzes erforderlich wären, um den
Netzzugang zu ermöglichen; die Begründung kann nachgefordert werden. Für
die Begründung nach Satz 3 kann ein ein Entgelt, das die Hälfte der entstandenen
Kosten nicht überschreiten darf, verlangt werden, sofern auf die Entstehung von
Kosten zuvor hingewiesen worden ist.
§ 21
Bedingungen und Entgelte für den Netzzugang
(1) Die Bedingungen und Entgelte für den Netzzugang müssen angemessen, diskriminierungsfrei,
transparent und dürfen nicht ungünstiger sein, als sie von den Betreibern
der Energieversorgungsnetze in vergleichbaren Fällen für Leistungen innerhalb
ihres Unternehmens oder gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen angewendet
und tatsächlich oder kalkulatorisch in Rechnung gestellt werden.
(2) Die Entgelte werden auf der Grundlage der Kosten einer Betriebsführung, die
denen eines effizienten und strukturell vergleichbaren Netzbetreibers entsprechen
müssen, unter Berücksichtigung von Anreizen für eine effiziente Leistungserbringung
und einer angemessenen, wettbewerbsfähigen und risikoangepassten Verzinsung des
eingesetzten Kapitals gebildet, soweit in einer Rechtsverordnung nach § 24 nicht
eine Abweichung von der kostenorientierten Entgeltbildung bestimmt ist. Soweit die
Entgelte kostenorientiert gebildet werden, dürfen Kosten und Kostenbestandteile,
die sich ihrem Umfang nach im Wettbewerb nicht einstellen würden, nicht berücksichtigt
werden.
(3) Um zu gewährleisten, dass sich die Entgelte für den Netzzugang an den
Kosten einer Betriebsführung nach Absatz 2 orientieren, kann die Regulierungsbehörde
in regelmäßigen zeitlichen Abständen einen Vergleich der Entgelte
für den Netzzugang, der Erlöse oder der Kosten der Betreiber von Energieversorgungsnetzen
durchführen (Vergleichsverfahren). Soweit eine kostenorientierte Entgeltbildung
erfolgt und die Entgelte genehmigt sind, findet nur ein Vergleich der Kosten statt.
(4) Die Ergebnisse des Vergleichsverfahrens sind bei der kostenorientierten Entgeltbildung
nach Absatz 2 zu berücksichtigen. Ergibt ein Vergleich, dass die Entgelte, Erlöse
oder Kosten einzelner Betreiber von Energieversorgungsnetzen für das Netz insgesamt
oder für einzelne Netz- oder Umspannebenen die durchschnittlichen Entgelte, Erlöse
oder Kosten vergleichbarer Betreiber von Energieversorgungsnetzen überschreiten,
wird vermutet, dass sie einer Betriebsführung nach Absatz 2 nicht entsprechen.
§ 21a
Regulierungsvorgaben für Anreize für eine effiziente Leistungserbringung
(1) Soweit eine kostenorientierte Entgeltbildung im Sinne des § 21 Abs. 2 Satz
1 erfolgt, können nach Maßgabe einer Rechtsverordnung nach Absatz 6 Satz
1 Nr. 1 Netzzugangsentgelte der Betreiber von Energieversorgungsnetzen abweichend
von der Entgeltbildung nach § 21 Abs. 2 bis 4 auch durch eine Methode bestimmt
werden, die Anreize für eine effiziente Leistungserbringung setzt (Anreizregulierung).
(2) Die Anreizregulierung beinhaltet die Vorgabe von Obergrenzen, die in der Regel
für die Höhe der Netzzugangsentgelte oder die Gesamterlöse aus Netzzugangsentgelten
gebildet werden, für eine Regulierungsperiode unter Berücksichtigung von
Effizienzvorgaben. Die Obergrenzen und Effizienzvorgaben sind auf einzelne Netzbetreiber
oder auf Gruppen von Netzbetreibern sowie entweder auf das gesamte Elektrizitäts-
oder Gasversorgungsnetz, auf Teile des Netzes oder auf die einzelnen Netz- und Umspannebenen
bezogen. Dabei sind Obergrenzen mindestens für den Beginn und das Ende der Regulierungsperiode
vorzusehen. Vorgaben für Gruppen von Netzbetreibern setzen voraus, dass die Netzbetreiber
objektiv strukturell vergleichbar sind.
(3) Die Regulierungsperiode darf zwei Jahre nicht unterschreiten und fünf Jahre
nicht überschreiten. Die Vorgaben können eine zeitliche Staffelung der Entwicklung
der Obergrenzen innerhalb einer Regulierungsperiode vorsehen. Die Vorgaben bleiben
für eine Regulierungsperiode unverändert, sofern nicht Änderungen staatlich
veranlasster Mehrbelastungen aufgrund von Abgaben oder der Abnahme- und Vergütungspflichten
nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz und dem Kraft- Wärme-Kopplungsgesetz oder
anderer, nicht vom Netzbetreiber zu vertretender, Umstände eintreten. Falls Obergrenzen
für Netzzugangsentgelte gesetzt werden, sind bei den Vorgaben die Auswirkungen
jährlich schwankender Verbrauchsmengen auf die Gesamterlöse der Netzbetreiber
(Mengeneffekte) zu berücksichtigen.
(4) Bei der Ermittlung von Obergrenzen sind die durch den jeweiligen Netzbetreiber
beeinflussbaren Kostenanteile und die von ihm nicht beeinflussbaren Kostenanteile
zu unterscheiden. Der nicht beeinflussbare Kostenanteil an dem Gesamtentgelt wird
nach § 21 Abs. 2 ermittelt; hierzu zählen insbesondere Kostenanteile, die
auf nicht zurechenbaren strukturellen Unterschieden der Versorgungsgebiete, auf gesetzlichen
Abnahme- und Vergütungspflichten, Konzessionsabgaben und Betriebssteuern beruhen.
Ferner gelten Mehrkosten für die Errichtung, den Betrieb
oder die Änderung eines Erdkabels, das nach § 43 Satz 3 planfestgestellt
worden ist, gegenüber einer Freileitung bei der Ermittlung von Obergrenzen nach
Satz 1 als nicht beeinflussbare Kostenanteile; dies gilt auch für Erdkabel mit
einer Nennspannung von 380 Kilovolt, deren Verlegung auf Grund anderer öffentlich-rechtlicher
Vorschriften durch einen Planfeststellungsbeschluss zugelassen ist.
Soweit sich Vorgaben auf Gruppen von Netzbetreibern beziehen,
gelten die Netzbetreiber als strukturell vergleichbar, die unter Berücksichtigung
struktureller Unterschiede einer Gruppe zugeordnet worden sind. Der beeinflussbare
Kostenanteil wird nach § 21 Abs. 2 bis 4 zu Beginn einer Regulierungsperiode
ermittelt. Effizienzvorgaben sind nur auf den beeinflussbaren Kostenanteil zu beziehen.
Die Vorgaben für die Entwicklung oder Festlegung der Obergrenze innerhalb einer
Regulierungsperiode müssen den Ausgleich der allgemeinen Geldentwertung vorsehen.
(5) Die Effizienzvorgaben für eine Regulierungsperiode werden durch Bestimmung
unternehmensindividueller oder gruppenspezifischer Effizienzziele auf Grundlage eines
Effizienzvergleichs unter Berücksichtigung insbesondere der bestehenden Effizienz
des jeweiligen Netzbetriebs, objektiver struktureller Unterschiede, der inflationsbereinigten
gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsentwicklung, der Versorgungsqualität
und auf diese bezogener Qualitätsvorgaben sowie gesetzlicher Regelungen bestimmt.
Qualitätsvorgaben werden auf der Grundlage einer Bewertung von Zuverlässigkeitskenngrößen
ermittelt, bei der auch Strukturunterschiede zu berücksichtigen sind. Bei einem
Verstoß gegen Qualitätsvorgaben können auch die Obergrenzen zur Bestimmung
der Netzzugangsentgelte für ein Energieversorgungsunternehmen gesenkt werden.
Die Effizienzvorgaben müssen so gestaltet und über die Regulierungsperiode
verteilt sein, dass der betroffene Netzbetreiber oder die betroffene Gruppe von Netzbetreibern
die Vorgaben unter Nutzung der ihm oder ihnen möglichen und zumutbaren Maßnahmen
erreichen und übertreffen kann. Die Methode zur Ermittlung von Effizienzvorgaben
muss so gestaltet sein, dass eine geringfügige Änderung einzelner Parameter
der zugrunde gelegten Methode nicht zu einer, insbesondere im Vergleich zur Bedeutung,
überproportionalen Änderung der Vorgaben führt.
(6) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung
des Bundesrates
1. zu bestimmen, ob und ab welchem Zeitpunkt Netzzugangsentgelte im Wege einer Anreizregulierung
bestimmt werden,
2. die nähere Ausgestaltung der Methode einer Anreizregulierung nach den Absätzen
1 bis 5 und ihrer Durchführung zu regeln sowie
3. zu regeln, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen die Regulierungsbehörde
im Rahmen der Durchführung der Methoden Festlegungen treffen und Maßnahmen
des Netzbetreibers genehmigen kann.
Insbesondere können durch Rechtsverordnung nach Satz 1
1. Regelungen zur Festlegung der für eine Gruppenbildung relevanten Strukturkriterien
und über deren Bedeutung für die Ausgestaltung von Effizienzvorgaben getroffen
werden,
2. Anforderungen an eine Gruppenbildung einschließlich der dabei zu berücksichtigenden
objektiven strukturellen Umstände gestellt werden, wobei für Betreiber von
Übertragungsnetzen gesonderte Vorgaben vorzusehen sind,
3. Mindest- und Höchstgrenzen für Effizienz- und Qualitätsvorgaben
vorgesehen und Regelungen für den Fall einer Unter- oder Überschreitung
sowie Regelungen für die Ausgestaltung dieser Vorgaben einschließlich des
Entwicklungspfades getroffen werden,
4. Regelungen getroffen werden, unter welchen Voraussetzungen die Obergrenze innerhalb
einer Regulierungsperiode auf Antrag des betroffenen Netzbetreibers von der Regulierungsbehörde
abweichend vom Entwicklungspfad angepasst werden kann,
5. Regelungen zum Verfahren bei der Berücksichtigung der Inflationsrate getroffen
werden,
6. nähere Anforderungen an die Zuverlässigkeit einer Methode zur Ermittlung
von Effizienzvorgaben gestellt werden,
7. Regelungen getroffen werden, welche Kostenanteile dauerhaft oder vorübergehend
als nicht beeinflussbare Kostenanteile gelten,
8. Regelungen getroffen werden, die eine Begünstigung von Investitionen vorsehen,
die unter Berücksichtigung der Ziele des § 1 zur Verbesserung der Versorgungssicherheit
dienen,
9. Regelungen für die Bestimmung von Zuverlässigkeitskenngrößen
für den Netzbetrieb unter Berücksichtigung der Informationen nach §
51 und deren Auswirkungen auf die Regulierungsvorgaben getroffen werden, wobei auch
Senkungen der Obergrenzen zur Bestimmung der Netzzugangsentgelte vorgesehen werden
können, und
10. Regelungen zur Erhebung der für die Durchführung einer Anreizregulierung
erforderlichen Daten durch die Regulierungsbehörde getroffen werden.
(7) In der Rechtsverordnung nach Absatz 6 Satz 1 sind nähere
Regelungen für die Berechnung der Mehrkosten von Erdkabeln nach Absatz 4 Satz
3 zu treffen.
§ 21b
Messeinrichtungen
(1) Der Messstellenbetrieb Einbau, der Betrieb und
die Wartung von Messeinrichtungen sowie die Messung der gelieferten Energie sind
Aufgabe des Betreibers von Energieversorgungsnetzen, soweit nicht eine anderweitige
Vereinbarung nach den Absätzen 2 oder 3 getroffen worden ist.
(2) Auf Wunsch des betroffenen Anschlussnutzers kann von einem
Dritten durchgeführt werden,
1. der Messstellenbetrieb, wenn der einwandfreie und den eichrechtlichen Vorschriften
entsprechende Messstellenbetrieb durch den Dritten gewährleistet ist und die
Voraussetzungen nach Absatz 3 Satz 2 Nr. 2 vorliegen, sowie
2. die Messung, wenn durch den Dritten die einwandfreie und den eichrechtlichen Vorschriften
entsprechende Messung und eine Weitergabe der Daten an die berechtigten Marktteilnehmer
gewährleistet ist, die eine fristgerechte
und vollständige Abrechung ermöglicht.
Der Einbau, der Betrieb und die Wartung von Messeinrichtungen kann auf Wunsch des
betroffenen Anschlussnehmers von einem Dritten durchgeführt werden, sofern der
einwandfreie und den eichrechtlichen Vorschriften entsprechende Betrieb der Messeinrichtungen
durch den Dritten gewährleistet ist und die Voraussetzungen nach Satz 5 Nr. 2
vorliegen. Der Netzbetreiber ist berechtigt, den Messstellenbetrieb
oder die Messung Einbau, den Betrieb und die Wartung von Messeinrichtungen
durch einen Dritten abzulehnen, sofern die Voraussetzungen nach Satz 1 nicht vorliegen.
Die Ablehnung ist in Textform zu begründen. § 9 Abs.
1 gilt entsprechend.
(3) Der Messstellenbetreiber
hat einen Anspruch auf den Einbau einer in seinem Eigentum stehenden Messeinrichtung.
Sie muss
1. den eichrechtlichen Vorschriften entsprechen und
2. den von dem Netzbetreiber einheitlich für sein Netzgebiet vorgesehenen technischen
Mindestanforderungen und Mindestanforderungen in Bezug auf Datenumfang und Datenqualität
genügen.
Die Mindestanforderungen des Netzbetreibers müssen sachlich gerechtfertigt und
nichtdiskriminierend sein. Der Dritte Messstellenbetreiber
und der Netzbetreiber sind verpflichtet, zur Ausgestaltung ihrer rechtlichen Beziehungen
einen Vertrag zu schließen. Bei einem Wechsel des Messstellenbetreibers sind
der bisherige und der neue Messstellenbetreiber verpflichtet, die für einen effizienten
Wechselprozess erforderlichen Verträge abzuschließen und die notwendigen
Daten unverzüglich auszutauschen.
(3a) Soweit dies technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar
ist, haben Messstellenbetreiber ab dem 1. Januar 2010 beim Einbau von Meßeinrichtungen
in Gebäuden, die neu an das Energieversorgungsnetz angeschlossen werden oder
einer größeren Renovierung im Sinne der Richtlinie 2002/91 EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden (ABl. EG2003 Nr. L 1. S. 65) unterzogen werden, jeweils Meßeinrichtungen
einzubauen, die dem jeweiligen Anschlußnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch
und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln.
(3b) Soweit dies technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar ist, haben Messstellenbetreiber
ab dem 1. Januar 2010 bei bestehenden Messeinrichtungen jeweils Messeinrichtungen
anzubieten, die dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch
und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln. Der Anschlußnutzer ist
berechtigt, das Angebot nach Satz 1 abzulehnen und bei Ersatz den Einbau einer anderen
Messeinrichtung als einer Messeinrichtung im Sinne des Satzes 1 zu vereinbaren.
(4) Die Bundesregierung wird ermächtigt,
durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
1. die Bedingungen für den Messstellenbetrieb sowie für die Messung durch
einen Dritten zu regeln und dabei auch zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen
die Messung von einem anderen als dem Messstellenbetreiber durchgeführt werden
kann,
2. bundesweit einheitliche technische Mindestanforderungen an Messeinrichtungen unter
Beachtung der eichrechtlichen Vorgaben zu regeln sowie
3. zu regeln, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen die Regulierungsbehörde
diese Bedingungen festlegen oder auf Antrag des Netzbetreibers genehmigen kann.
(3) Die Bundesregierung wird
ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Voraussetzungen
für den Einbau, die Wartung und den Betrieb von Messeinrichtungen durch einen
Dritten zu regeln. Durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates kann die
Bundesregierung auch bestimmen, dass die Messung von Energie auf Wunsch des betroffenen
Anschlussnutzers von einem Dritten durchgeführt werden kann, sofern durch den
Dritten die einwandfreie Messung und eine Weitergabe der Daten an alle berechtigten
Netzbetreiber und Lieferanten, die eine fristgerechte und vollständige Abrechnung
ermöglicht, gewährleistet ist; dabei sind in Bezug auf die Zulassung des
Dritten zur Messung angemessene Übergangsfristen vorzusehen. In Rechtsverordnungen
nach Satz 1 den Sätzen 1 und 2 können
insbesondere
1. Regelungen zur einheitlichen Ausgestaltung der Rechte
und Pflichten der Beteiligten, der Bestimmungen der Verträge nach Absatz 2 Satz
4 und des Rechtsverhältnisses zwischen Netzbetreiber und Anschlussnutzer sowie
über den Vertragsschluss, den Gegenstand und die Beendigung der Verträge
getroffen werden,
2. die Mindestanforderungen im Sinne des Absatzes 3 Satz 2 Nr. 2 und Satz 3
ausgestaltet werden,
3. 1. Bestimmungen zum Zeitpunkt der Übermittlung
der Messdaten und zu den für die Übermittlung zu verwendenden bundeseinheitlichen
Datenformaten getroffen werden, der Zeitpunkt der Übermittlung der Messdaten
und die für die Übermittlung zu verwendenden Datenformate festgelegt werden,
4. 2. die Vorgaben zur Dokumentation und Archivierung
der relevanten Daten bestimmt werden,
5. 3. die Haftung für Fehler bei Messung
und Datenübermittlung geregelt werden,
6. 4. die Vorgaben für den Wechsel des Messstellenbetreibers
näher ausgestaltet werden,
7. 5. das Vorgehen beim Ausfall des Messstellenbetreibers
geregelt werden.
§ 22
Beschaffung der Energie zur Erbringung von Ausgleichsleistungen
(1) Betreiber von Energieversorgungsnetzen haben die Energie, die sie zur Deckung
von Verlusten und für den Ausgleich von Differenzen zwischen Ein- und Ausspeisung
benötigen, nach transparenten, auch in Bezug auf verbundene oder assoziierte
Unternehmen nichtdiskriminierenden und marktorientierten Verfahren zu beschaffen.
Dem Ziel einer möglichst preisgünstigen Energieversorgung ist bei der Ausgestaltung
der Verfahren, zum Beispiel durch die Nutzung untertäglicher Beschaffung, besonderes
Gewicht beizumessen, sofern hierdurch nicht die Verpflichtungen nach den §§
13 und 16 und 16a gefährdet werden.
(2) Bei der Beschaffung von Regelenergie durch die Betreiber von Übertragungsnetzen
ist ein diskriminierungsfreies und transparentes Ausschreibungsverfahren anzuwenden,
bei dem die Anforderungen, die die Anbieter von Regelenergie für die Teilnahme
erfüllen müssen, soweit dies technisch möglich ist, von den Betreibern
von Übertragungsnetzen zu vereinheitlichen sind. Die Betreiber von Übertragungsnetzen
haben für die Ausschreibung von Regelenergie eine gemeinsame Internetplattform
einzurichten. Die Einrichtung der Plattform nach Satz 2 ist der Regulierungsbehörde
anzuzeigen. Die Betreiber von Übertragungsnetzen sind unter Beachtung ihrer jeweiligen
Systemverantwortung verpflichtet, zur Senkung des Aufwandes für Regelenergie
unter Berücksichtigung der Netzbedingungen zusammenzuarbeiten.
§ 23
Erbringung von Ausgleichsleistungen
Sofern den Betreibern von Energieversorgungsnetzen der Ausgleich des Energieversorgungsnetzes
obliegt, müssen die von ihnen zu diesem Zweck festgelegten Regelungen einschließlich
der von den Netznutzern für Energieungleichgewichte zu zahlenden Entgelte sachlich
gerechtfertigt, transparent, nichtdiskriminierend und dürfen nicht ungünstiger
sein, als sie von den Betreibern der Energieversorgungsnetze in vergleichbaren Fällen
für Leistungen innerhalb ihres Unternehmens oder gegenüber verbundenen oder
assoziierten Unternehmen angewendet und tatsächlich oder kalkulatorisch in Rechnung
gestellt werden. Die Entgelte sind auf der Grundlage einer Betriebsführung nach
§ 21 Abs. 2 kostenorientiert festzulegen und zusammen mit den übrigen Regelungen
im Internet zu veröffentlichen.
§ 23a
Genehmigung der Entgelte für den Netzzugang
(1) Soweit eine kostenorientierte Entgeltbildung im Sinne des § 21 Abs. 2 Satz
1 erfolgt, bedürfen Entgelte für den Netzzugang nach § 21 einer Genehmigung,
es sei denn, dass in einer Rechtsverordnung nach § 21a Abs. 6 die Bestimmung
der Entgelte für den Netzzugang im Wege einer Anreizregulierung durch Festlegung
oder Genehmigung angeordnet worden ist.
(2) Die Genehmigung ist zu erteilen, soweit die Entgelte den Anforderungen dieses
Gesetzes und den auf Grund des § 24 erlassenen Rechtsverordnungen entsprechen.
Die genehmigten Entgelte sind Höchstpreise und dürfen nur überschritten
werden, soweit die Überschreitung ausschließlich auf Grund der Weitergabe
nach Erteilung der Genehmigung erhöhter Kostenwälzungssätze einer vorgelagerten
Netz- oder Umspannstufe erfolgt; eine Überschreitung ist der Regulierungsbehörde
unverzüglich anzuzeigen.
(3) Die Genehmigung ist mindestens sechs Monate vor dem Zeitpunkt schriftlich zu beantragen,
an dem die Entgelte wirksam werden sollen. Dem Antrag sind die für eine Prüfung
erforderlichen Unterlagen beizufügen; auf Verlangen der Regulierungsbehörde
haben die Antragsteller Unterlagen auch elektronisch zu übermitteln. Die Regulierungsbehörde
kann ein Muster und ein einheitliches Format für die elektronische Übermittlung
vorgeben. Die Unterlagen müssen folgende Angaben enthalten:
1. eine Gegenüberstellung der bisherigen Entgelte sowie der beantragten Entgelte
und ihrer jeweiligen Kalkulation,
2. die Angaben, die nach Maßgabe der Vorschriften über die Strukturklassen
und den Bericht über die Ermittlung der Netzentgelte nach einer Rechtsverordnung
über die Entgelte für den Zugang zu den Energieversorgungsnetzen nach §
24 erforderlich sind, und
3. die Begründung für die Änderung der Entgelte unter Berücksichtigung
der Regelungen nach § 21 und einer Rechtsverordnung über die Entgelte für
den Zugang zu den Energieversorgungsnetzen nach § 24.
Die Regulierungsbehörde hat dem Antragsteller den Eingang des Antrags schriftlich
zu bestätigen. Sie kann die Vorlage weiterer Angaben oder Unterlagen verlangen,
soweit dies zur Prüfung der Voraussetzungen nach Absatz 2 erforderlich ist; Satz
5 gilt für nachgereichte Angaben und Unterlagen entsprechend. Das Bundesministerium
für Wirtschaft und Arbeit und Technologie
wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates das Verfahren
und die Anforderungen an die nach Satz 4 vorzulegenden Unterlagen näher auszugestalten.
(4) Die Genehmigung ist zu befristen und mit einem Vorbehalt des Widerrufs zu versehen;
sie kann unter Bedingungen erteilt und mit Auflagen verbunden werden. Trifft die Regulierungsbehörde
innerhalb von sechs Monaten nach Vorliegen der vollständigen Unterlagen nach
Absatz 3 keine Entscheidung, so gilt das beantragte Entgelt als unter dem Vorbehalt
des Widerrufs für einen Zeitraum von einem Jahr genehmigt. Satz 2 gilt nicht,
wenn
1. das beantragende Unternehmen einer Verlängerung der Frist nach Satz 2 zugestimmt
hat oder
2. die Regulierungsbehörde wegen unrichtiger Angaben oder wegen einer nicht rechtzeitig
erteilten Auskunft nicht entscheiden kann und dies dem Antragsteller vor Ablauf der
Frist unter Angabe der Gründe mitgeteilt hat.
(5) Ist vor Ablauf der Befristung oder vor dem Wirksamwerden eines Widerrufs nach
Absatz 4 Satz 1 oder 2 eine neue Genehmigung beantragt worden, so können bis
zur Entscheidung über den Antrag die bis dahin genehmigten Entgelte beibehalten
werden. Ist eine neue Entscheidung nicht rechtzeitig beantragt, kann die Regulierungsbehörde
unter Berücksichtigung der §§ 21 und 30 sowie der auf Grund des §
24 erlassenen Rechtsverordnungen ein Entgelt als Höchstpreis vorläufig festsetzen.
§ 24
Regelungen zu den Netzzugangsbedingungen, Entgelten für den Netzzugang sowie
zur Erbringung und Beschaffung von Ausgleichsleistungen
Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des
Bundesrates
1. die Bedingungen für den Netzzugang einschließlich der Beschaffung und
Erbringung von Ausgleichsleistungen oder Methoden zur Bestimmung dieser Bedingungen
sowie Methoden zur Bestimmung der Entgelte für den Netzzugang gemäß
den §§ 20 bis 23 festzulegen,
2. zu regeln, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen die Regulierungsbehörde
diese Bedingungen oder Methoden festlegen oder auf Antrag des Netzbetreibers genehmigen
kann,
3. zu regeln, in welchen Sonderfällen der Netznutzung und unter welchen Voraussetzungen
die Regulierungsbehörde im Einzelfall individuelle Entgelte für den Netzzugang
genehmigen oder untersagen kann und
4. zu regeln, in welchen Fällen die Regulierungsbehörde von ihren Befugnissen
nach § 65 Gebrauch zu machen hat.
Insbesondere können durch Rechtsverordnungen nach Satz 1
1. die Betreiber von Energieversorgungsnetzen verpflichtet werden, zur Schaffung möglichst
einheitlicher Bedingungen bei der Gewährung des Netzzugangs in näher zu
bestimmender Weise zusammenzuarbeiten,
2. die Rechte und Pflichten der Beteiligten, insbesondere die Zusammenarbeit und Pflichten
der Betreiber von Energieversorgungsnetzen, einschließlich des Austauschs der
erforderlichen Daten und der für den Netzzugang erforderlichen Informationen,
einheitlich festgelegt werden,
2a. die Rechte der Verbraucher bei der Abwicklung eines Anbieterwechsels festgelegt
werden,
3. die Art sowie Ausgestaltung des Netzzugangs und der Beschaffung und Erbringung
von Ausgleichsleistungen einschließlich der hierfür erforderlichen Verträge
und Rechtsverhältnisse und des Ausschreibungsverfahrens auch unter Abweichung
von § 22 Abs. 2 Satz 2 festgelegt werden, die Bestimmungen der Verträge
und die Ausgestaltung der Rechtsverhältnisse einheitlich festgelegt werden sowie
Regelungen über das Zustandekommen und die Beendigung der Verträge und Rechtsverhältnisse
getroffen werden,
3a. im Rahmen der Ausgestaltung des Netzzugangs zu den Gasversorgungsnetzen für
Anlagen zur Erzeugung von Biogas im Rahmen des Auswahlverfahrens bei drohenden Kapazitätsengpässen
sowie beim Zugang zu örtlichen Verteilernetzen Vorrang gewährt werden,
3b. die Regulierungsbehörde befugt werden, die Zusammenfassung von Teilnetzen,
soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, anzuordnen,
4. Regelungen zur Ermittlung der Entgelte für den Netzzugang getroffen werden,
wobei die Methode zur Bestimmung der Entgelte so zu gestalten ist, dass eine Betriebsführung
nach § 21 Abs. 2 gesichert ist und die für die Betriebs- und Versorgungssicherheit
sowie die Funktionsfähigkeit der Netze notwendigen Investitionen in die Netze
gewährleistet sind,
5. Regelungen über eine Abweichung von dem Grundsatz der Kostenorientierung nach
§ 21 Abs. 2 Satz 1 getroffen werden, nach denen bei bestehendem oder potentiellem
Leitungswettbewerb die Entgeltbildung auf der Grundlage eines marktorientierten Verfahrens
oder eine Preisbildung im Wettbewerb erfolgen kann,
6. Regelungen darüber getroffen werden, welche netzbezogenen und sonst für
ihre Kalkulation erforderlichen Daten die Betreiber von Energieversorgungsnetzen erheben
und über welchen Zeitraum sie diese aufbewahren müssen,
7. Regelungen für die Durchführung eines Vergleichsverfahrens nach §
21 Abs. 3 einschließlich der Erhebung der hierfür erforderlichen Daten
getroffen werden.
Im Falle des Satzes 2 Nr. 1 und 2 ist das Interesse an der Ermöglichung eines
effizienten und diskriminierungsfreien Netzzugangs im Rahmen eines möglichst
transaktionsunabhängigen Modells unter Beachtung der jeweiligen Besonderheiten
der Elektrizitäts- und Gaswirtschaft besonders zu berücksichtigen; die Zusammenarbeit
soll dem Ziel des § 1 Abs. 2 dienen. Regelungen nach Satz 2 Nr. 3 können
auch weitere Anforderungen an die Zusammenarbeit der Betreiber von Übertragungsnetzen
bei der Beschaffung von Regelenergie und zur Verringerung des Aufwandes für Regelenergie
vorsehen. Regelungen nach Satz 2 Nr. 4 und 5 können vorsehen, dass Entgelte nicht
nur auf der Grundlage von Ausspeisungen, sondern ergänzend auch auf der Grundlage
von Einspeisungen von Energie berechnet und in Rechnung gestellt werden, wobei bei
Einspeisungen von Elektrizität aus dezentralen Erzeugungsanlagen auch eine Erstattung
eingesparter Entgelte für den Netzzugang in den vorgelagerten Netzebenen vorzusehen
ist.
§ 25
Ausnahmen vom Zugang zu den Gasversorgungsnetzen im Zusammenhang mit unbedingten Zahlungsverpflichtungen
Die Gewährung des Zugangs zu den Gasversorgungsnetzen ist im Sinne des §
20 Abs. 2 insbesondere dann nicht zumutbar, wenn einem Gasversorgungsunternehmen wegen
seiner im Rahmen von Gaslieferverträgen eingegangenen unbedingten Zahlungsverpflichtungen
ernsthafte wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten entstehen würden.
Auf Antrag des betroffenen Gasversorgungsunternehmens entscheidet die Regulierungsbehörde,
ob die vom Antragsteller nachzuweisenden Voraussetzungen des Satzes 1 vorliegen. Die
Prüfung richtet sich nach Artikel 27 der Richtlinie 2003/55/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2003 über gemeinsame Vorschriften für
den Erdgasbinnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 98/30/EG (ABl. EU Nr. L 176
S. 57). Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung
des Bundesrates bedarf, die bei der Prüfung nach Artikel 27 der Richtlinie 2003/55/EG
anzuwendenden Verfahrensregeln festzulegen. In der Rechtsverordnung nach Satz 4 kann
vorgesehen werden, dass eine Entscheidung der Regulierungsbehörde, auch abweichend
von den Vorschriften dieses Gesetzes, ergehen kann, soweit dies in einer Entscheidung
der Kommission der Europäischen Gemeinschaften vorgesehen ist.
§ 26
Zugang zu den vorgelagerten Rohrleitungsnetzen und zu Speicheranlagen im Bereich der
leitungsgebundenen Versorgung mit Erdgas
Der Zugang zu den vorgelagerten Rohrleitungsnetzen und zu Speicheranlagen erfolgt
abweichend von den §§ 20 bis 24 auf vertraglicher Grundlage nach Maßgabe
der §§ 27 und 28.
§ 27
Zugang zu den vorgelagerten Rohrleitungsnetzen
Betreiber von vorgelagerten Rohrleitungsnetzen haben anderen Unternehmen das vorgelagerte
Rohrleitungsnetz für Durchleitungen zu Bedingungen zur Verfügung zu stellen,
die angemessen und nicht ungünstiger sind, als sie von ihnen in vergleichbaren
Fällen für Leistungen innerhalb ihres Unternehmens oder gegenüber verbundenen
oder assoziierten Unternehmen tatsächlich oder kalkulatorisch in Rechnung gestellt
werden. Dies gilt nicht, soweit der Betreiber nachweist, dass ihm die Durchleitung
aus betriebsbedingten oder sonstigen Gründen unter Berücksichtigung der
Ziele des § 1 nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Die Ablehnung ist in
Textform zu begründen. Die Verweigerung des Netzzugangs nach Satz 2 ist nur zulässig,
wenn einer der in Artikel 20 Abs. 2 Satz 3 Buchstabe a bis d der Richtlinie 2003/55/EG
genannten Gründe vorliegt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
und Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung
mit Zustimmung des Bundesrates die Bedingungen des Zugangs zu den vorgelagerten Rohrleitungsnetzen
und die Methoden zur Berechnung der Entgelte für den Zugang zu den vorgelagerten
Rohrleitungsnetzen unter Berücksichtigung der Ziele des § 1 festzulegen.
§ 28
Zugang zu Speicheranlagen
(1) Betreiber von Speicheranlagen haben anderen Unternehmen den Zugang zu ihren Speicheranlagen
und Hilfsdiensten zu angemessenen und diskriminierungsfreien technischen und wirtschaftlichen
Bedingungen zu gewähren, sofern der Zugang für einen effizienten Netzzugang
im Hinblick auf die Belieferung der Kunden technisch oder wirtschaftlich erforderlich
ist.
(2) Betreiber von Speicheranlagen können den Zugang nach Absatz 1 verweigern,
soweit sie nachweisen, dass ihnen der Zugang aus betriebsbedingten oder sonstigen
Gründen unter Berücksichtigung der Ziele des § 1 nicht möglich
oder nicht zumutbar ist. Die Ablehnung ist in Textform zu begründen.
(3) Betreiber von Speicheranlagen sind verpflichtet, den Standort der Speicheranlage,
sowie ihre wesentlichen Geschäftsbedingungen für den Speicherzugang im Internet
zu veröffentlichen. Dies betrifft insbesondere die verfahrensmäßige
Behandlung von Speicherzugangsanfragen, Informationen über verfügbare Kapazitäten,
die Beschaffenheit des zu speichernden Gases, die nominale Arbeitsgaskapazität,
die Ein- und Ausspeicherungsperiode, soweit für ein Angebot der Betreiber von
Speicheranlagen erforderlich, sowie die technisch minimal erforderlichen Volumen für
die Ein- und Ausspeicherung.
(4) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des
Bundesrates die technischen und wirtschaftlichen Bedingungen sowie die inhaltliche
Gestaltung der Verträge über den Zugang zu den Speicheranlagen zu regeln.
§ 28a
Neue Infrastrukturen
(1) Verbindungsleitungen zwischen Deutschland und anderen Staaten oder LNG- und Speicheranlagen,
können von der Anwendung der §§ 20 bis 28 befristet ausgenommen werden,
wenn
1. durch die Investition der Wettbewerb bei der Gasversorgung und die Versorgungssicherheit
verbessert werden,
2. es sich um größere neue Infrastrukturanlagen im Sinne des Artikels 22
Abs. 1 der Richtlinie 2003/55/ EG handelt, bei denen insbesondere das mit der Investition
verbundene Risiko so hoch ist, dass die Investition ohne eine Ausnahmegenehmigung
nicht getätigt würde,
3. die Infrastruktur Eigentum einer natürlichen oder juristischen Person ist,
die entsprechend des § 7 Abs. 1 und der §§ 8 bis 10 von den Netzbetreibern
getrennt ist, in deren Netzen die Infrastruktur geschaffen wird.
4. von den Nutzern dieser Infrastruktur Entgelte erhoben werden, und
5. die Ausnahme sich nicht nachteilig auf den Wettbewerb oder das effektive Funktionieren
des Erdgasbinnenmarktes oder das effiziente Funktionieren des regulierten Netzes auswirkt,
an das die Infrastruktur angeschlossen ist.
(2) Absatz 1 gilt auch für Kapazitätsaufstockungen bei vorhandenen Infrastrukturen,
die insbesondere hinsichtlich ihres Investitionsvolumens und des zusätzlichen
Kapazitätsvolumens bei objektiver Betrachtung wesentlich sind, und für Änderungen
dieser Infrastrukturen, die die Erschließung neuer Gasversorgungsquellen ermöglichen.
(3) Auf Antrag des betroffenen Gasversorgungsunternehmens entscheidet die Regulierungsbehörde,
ob die vom Antragsteller nachzuweisenden Voraussetzungen nach Absatz 1 oder 2 vorliegen.
Die Prüfung und das Verfahren richten sich nach Artikel 22 Abs. 3 Buchstabe b
bis e und Abs. 4 der Richtlinie 2003/55/EG. Soweit nach Artikel 22 Abs. 4 der Richtlinie
2003/55/EG die Beteiligung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
(EG-Beteiligungsverfahren) vorgesehen ist, leitet die Regulierungsbehörde dieses
Verfahren ein. Die Regulierungsbehörde hat eine Entscheidung über einen
Antrag nach Satz 1 nach Maßgabe einer endgültigen Entscheidung der Kommission
nach Artikel 22 Abs. 4 in Verbindung mit Artikel 30 Abs. 2 der Richtlinie 2003/55/EG
zu ändern oder aufzuheben; die §§ 48 und 49 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
bleiben unberührt.
(4) Die Entscheidungen werden von der Regulierungsbehörde auf ihrer Internetseite
veröffentlicht.
Abschnitt 4
Befugnisse der Regulierungsbehörde, Sanktionen
§ 29
Verfahren zur Festlegung und Genehmigung
(1) Die Regulierungsbehörde trifft Entscheidungen über die Bedingungen und
Methoden für den Netzanschluss oder den Netzzugang nach den in § 17 Abs.
3, § 21a Abs. 6, § 21b Abs. 4 und §
24 genannten Rechtsverordnungen durch Festlegung gegenüber einem Netzbetreiber,
einer Gruppe von oder allen Netzbetreibern oder durch Genehmigung gegenüber dem
Antragsteller.
(2) Die Regulierungsbehörde ist befugt, die nach Absatz 1 von ihr festgelegten
oder genehmigten Bedingungen und Methoden nachträglich zu ändern, soweit
dies erforderlich ist, um sicherzustellen, dass sie weiterhin den Voraussetzungen
für eine Festlegung oder Genehmigung genügen. Die §§ 48 und 49
des Verwaltungsverfahrensgesetzes bleiben unberührt.
(3) Die Bundesregierung kann das Verfahren zur Festlegung oder Genehmigung nach Absatz
1 sowie das Verfahren zur Änderung der Bedingungen und Methoden nach Absatz 2
durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates näher ausgestalten. Dabei
kann insbesondere vorgesehen werden, dass Entscheidungen der Regulierungsbehörde
im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt ergehen.
§ 30
Missbräuchliches Verhalten eines Netzbetreibers
(1) Betreibern von Energieversorgungsnetzen ist ein Missbrauch ihrer Marktstellung
verboten. Ein Missbrauch liegt insbesondere vor, wenn ein Betreiber von Energieversorgungsnetzen
1. Bestimmungen der Abschnitte 2 und 3 oder der auf Grund dieser Bestimmungen erlassenen
Rechtsverordnungen nicht einhält,
2. andere Unternehmen unmittelbar oder mittelbar unbillig behindert oder deren Wettbewerbsmöglichkeiten
ohne sachlich gerechtfertigten Grund erheblich beeinträchtigt,
3. andere Unternehmen gegenüber gleichartigen Unternehmen ohne sachlich gerechtfertigten
Grund unmittelbar oder mittelbar unterschiedlich behandelt,
4. sich selbst oder mit ihm nach § 3 Nr. 38 verbundenen Unternehmen den Zugang
zu seinen intern genutzten oder am Markt angebotenen Waren und Leistungen zu günstigeren
Bedingungen oder Entgelten ermöglicht, als er sie anderen Unternehmen bei der
Nutzung der Waren und Leistungen oder mit diesen in Zusammenhang stehenden Waren oder
gewerbliche Leistungen einräumt, sofern der Betreiber des Energieversorgungsnetzes
nicht nachweist, dass die Einräumung ungünstigerer Bedingungen sachlich
gerechtfertigt ist,
5. ohne sachlich gerechtfertigten Grund Entgelte oder sonstige Geschäftsbedingungen
für den Netzzugang fordert, die von denjenigen abweichen, die sich bei wirksamem
Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben würden; hierbei sind insbesondere
die Verhaltensweisen von Unternehmen auf vergleichbaren Märkten und die Ergebnisse
von Vergleichsverfahren nach § 21 zu berücksichtigen; Entgelte, die die
Obergrenzen einer dem betroffenen Unternehmen erteilten Genehmigung nach § 23a
nicht überschreiten, und im Falle der Durchführung einer Anreizregulierung
nach § 21a Entgelte, die für das betroffene Unternehmen für eine Regulierungsperiode
vorgegebene Obergrenzen nicht überschreiten, gelten als sachlich gerechtfertigt
oder
6. ungünstigere Entgelte oder sonstige Geschäftsbedingungen fordert, als
er sie selbst auf vergleichbaren Märkten von gleichartigen Abnehmern fordert,
es sei denn, dass der Unterschied sachlich gerechtfertigt ist.
Satz 2 Nr. 5 gilt auch für die Netze, in denen nach einer Rechtsverordnung nach
§ 24 Satz 2 Nr. 5 vom Grundsatz der Kostenorientierung abgewichen wird. Besondere
Rechtsvorschriften über den Missbrauch der Marktstellung in solchen Netzen bleiben
unberührt.
(2) Die Regulierungsbehörde kann einen Betreiber von Energieversorgungsnetzen,
der seine Stellung missbräuchlich ausnutzt, verpflichten, eine Zuwiderhandlung
gegen Absatz 1 abzustellen. Sie kann den Unternehmen alle Maßnahmen aufgeben,
die erforderlich sind, um die Zuwiderhandlung wirksam abzustellen. Sie kann insbesondere
1. Änderungen verlangen, soweit die gebildeten Entgelte oder deren Anwendung
sowie die Anwendung der Bedingungen für den Anschluss an das Netz und die Gewährung
des Netzzugangs von der genehmigten oder festgelegten Methode oder den hierfür
bestehenden gesetzlichen Vorgaben abweichen, oder
2. in Fällen rechtswidrig verweigerten Netzanschlusses oder Netzzugangs den Netzanschluss
oder Netzzugang anordnen.
§ 31
Besondere Missbrauchsverfahren der Regulierungsbehörde
(1) Personen und Personenvereinigungen, deren Interessen durch das Verhalten eines
Betreibers von Energieversorgungsnetzen erheblich berührt werden, können
bei der Regulierungsbehörde einen Antrag auf Überprüfung dieses Verhaltens
stellen. Diese hat zu prüfen, inwieweit das Verhalten des Betreibers von Energieversorgungsnetzen
mit den Vorgaben in den Bestimmungen der Abschnitte 2 und 3 oder der auf dieser Grundlage
erlassenen Rechtsverordnungen sowie den nach § 29 Abs. 1 festgelegten oder genehmigten
Bedingungen und Methoden übereinstimmt. Soweit das Verhalten des Betreibers von
Energieversorgungsnetzen nach § 23a genehmigt ist, hat die Regulierungsbehörde
darüber hinaus zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Aufhebung
der Genehmigung vorliegen. Interessen der Verbraucherzentralen und anderer Verbraucherverbände,
die mit öffentlichen Mitteln gefördert werden, werden im Sinne des Satzes
1 auch dann erheblich berührt, wenn sich die Entscheidung auf eine Vielzahl von
Verbrauchern auswirkt und dadurch die Interessen der Verbraucher insgesamt erheblich
berührt werden.
(2) Ein Antrag nach Absatz 1 bedarf neben dem Namen, der Anschrift und der Unterschrift
des Antragstellers folgender Angaben:
1. Firma und Sitz des betroffenen Netzbetreibers,
2. das Verhalten des betroffenen Netzbetreibers, das überprüft werden soll,
3. die im Einzelnen anzuführenden Gründe, weshalb ernsthafte Zweifel an
der Rechtmäßigkeit des Verhaltens des Netzbetreibers bestehen und
4. die im Einzelnen anzuführenden Gründe, weshalb der Antragsteller durch
das Verhalten des Netzbetreibers betroffen ist.
Sofern ein Antrag nicht die Voraussetzungen des Satzes 1 erfüllt, weist die Regulierungsbehörde
den Antrag als unzulässig ab.
(3) Die Regulierungsbehörde entscheidet innerhalb einer Frist von zwei Monaten
nach Eingang des vollständigen Antrags. Diese Frist kann um zwei Monate verlängert
werden, wenn die Regulierungsbehörde zusätzliche Informationen anfordert.
Mit Zustimmung des Antragstellers ist eine weitere Verlängerung dieser Frist
möglich. Betrifft ein Antrag nach Satz 1 die Entgelte für den Anschluss
größerer neuer Erzeugungsanlagen, so kann die Regulierungsbehörde
die Fristen nach den Sätzen 1 und 2 verlängern.
(4) Soweit ein Verfahren nicht mit einer den Beteiligten zugestellten Entscheidung
nach § 73 Abs. 1 abgeschlossen wird, ist seine Beendigung den Beteiligten schriftlich
oder elektronisch mitzuteilen. Die Regulierungsbehörde kann die Kosten einer
Beweiserhebung den Beteiligten nach billigem Ermessen auferlegen.
§ 32
Unterlassungsanspruch, Schadensersatzpflicht
(1) Wer gegen eine Vorschrift der Abschnitte 2 und 3, eine auf Grund der Vorschriften
dieser Abschnitte erlassene Rechtsverordnung oder eine auf Grundlage dieser Vorschriften
ergangene Entscheidung der Regulierungsbehörde verstößt, ist dem Betroffenen
zur Beseitigung einer Beeinträchtigung und bei Wiederholungsgefahr zur Unterlassung
verpflichtet. Der Anspruch besteht bereits dann, wenn eine Zuwiderhandlung droht.
Die Vorschriften der Abschnitte 2 und 3 dienen auch dann dem Schutz anderer Marktbeteiligter,
wenn sich der Verstoß nicht gezielt gegen diese richtet. Ein Anspruch ist nicht
deswegen ausgeschlossen, weil der andere Marktbeteiligte an dem Verstoß mitgewirkt
hat.
(2) Die Ansprüche aus Absatz 1 können auch von rechtsfähigen Verbänden
zur Förderung gewerblicher oder selbständiger beruflicher Interessen geltend
gemacht werden, soweit ihnen eine erhebliche Zahl von Unternehmen angehört, die
Waren oder Dienstleistungen gleicher oder verwandter Art auf demselben Markt vertreiben,
soweit sie insbesondere nach ihrer personellen, sachlichen und finanziellen Ausstattung
imstande sind, ihre satzungsmäßigen Aufgaben der Verfolgung gewerblicher
oder selbständiger beruflicher Interessen tatsächlich wahrzunehmen und soweit
die Zuwiderhandlung die Interessen ihrer Mitglieder berührt.
(3) Wer einen Verstoß nach Absatz 1 vorsätzlich oder fahrlässig begeht,
ist zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Geldschulden nach Satz
1 hat das Unternehmen ab Eintritt des Schadens zu verzinsen. Die §§ 288
und 289 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs finden entsprechende Anwendung.
(4)Wird wegen eines Verstoßes gegen eine Vorschrift der Abschnitte 2 und 3 Schadensersatz
begehrt, ist das Gericht insoweit an die Feststellung des Verstoßes gebunden,
wie sie in einer bestandskräftigen Entscheidung der Regulierungsbehörde
getroffen wurde. Das Gleiche gilt für entsprechende Feststellungen in rechtskräftigen
Gerichtsentscheidungen, die infolge der Anfechtung von Entscheidungen nach Satz 1
ergangen sind.
(5) Die Verjährung eines Schadensersatzanspruchs nach Absatz 3 wird gehemmt,
wenn die Regulierungsbehörde wegen eines Verstoßes im Sinne des Absatzes
1 ein Verfahren einleitet. § 204 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gilt
entsprechend.
§ 33
Vorteilsabschöpfung durch die Regulierungsbehörde
(1) Hat ein Unternehmen vorsätzlich oder fahrlässig gegen eine Vorschrift
der Abschnitte 2 und 3, eine auf Grund der Vorschriften dieser Abschnitte erlassene
Rechtsverordnung oder eine auf Grundlage dieser Vorschriften ergangene Entscheidung
der Regulierungsbehörde verstoßen und dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil
erlangt, kann die Regulierungsbehörde die Abschöpfung des wirtschaftlichen
Vorteils anordnen und dem Unternehmen die Zahlung des entsprechenden Geldbetrags auferlegen.
(2) Absatz 1 gilt nicht, sofern der wirtschaftliche Vorteil durch Schadensersatzleistungen
oder durch die Verhängung der Geldbuße oder die Anordnung des Verfalls
abgeschöpft ist. Soweit das Unternehmen Leistungen nach Satz 1 erst nach der
Vorteilsabschöpfung erbringt, ist der abgeführte Geldbetrag in Höhe
der nachgewiesenen Zahlungen an das Unternehmen zurückzuerstatten.
(3)Wäre die Durchführung der Vorteilsabschöpfung eine unbillige Härte,
soll die Anordnung auf einen angemessenen Geldbetrag beschränkt werden oder ganz
unterbleiben. Sie soll auch unterbleiben, wenn der wirtschaftliche Vorteil gering
ist.
(4) Die Höhe des wirtschaftlichen Vorteils kann geschätzt werden. Der abzuführende
Geldbetrag ist zahlenmäßig zu bestimmen.
(5) Die Vorteilsabschöpfung kann nur innerhalb einer Frist von bis zu fünf
Jahren seit Beendigung der Zuwiderhandlung und längstens für einen Zeitraum
von fünf Jahren angeordnet werden.
§ 34 (aufgehoben)
§ 35
Monitoring
(1) Die Regulierungsbehörde führt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben nach diesem
Gesetz, insbesondere zur Herstellung von Markttransparenz, ein Monitoring durch über
1. die Regeln für das Management und die Zuweisung von Verbindungskapazitäten;
dies erfolgt in Abstimmung mit der Regulierungsbehörde oder den Regulierungsbehörden
der Mitgliedstaaten, mit denen ein Verbund besteht;
2. die Mechanismen zur Behebung von Kapazitätsengpässen im nationalen Elektrizitäts-
und Gasversorgungsnetz;
3. die Zeit, die von Betreibern von Übertragungs-, Fernleitungs- und Verteilungsnetzen
für die Herstellung von Anschlüssen und Reparaturen benötigt wird;
4. die Veröffentlichung angemessener Informationen über Verbindungsleitungen,
Netznutzung und Kapazitätszuweisung für interessierte Parteien durch die
Betreiber von Übertragungs-, Fernleitungs- und Verteilernetzen unter Berücksichtigung
der Notwendigkeit, nicht statistisch aufbereitete Einzeldaten als Geschäftsgeheimnisse
zu behandeln;
5. die tatsächliche Entflechtung der Rechnungslegung entsprechend § 10 zur
Verhinderung von Quersubventionen zwischen den Erzeugungs-, Übertragungs-, Verteilungs-
und Versorgungstätigkeiten oder Fernleitungs-, Verteilungs-, Speicher-, LNG-
und Versorgungstätigkeiten;
6. die Bedingungen und Tarife für den Anschluss neuer Elektrizitätserzeuger
unter besonderer Berücksichtigung der Kosten und der Vorteile der verschiedenen
Technologien zur Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energien, der dezentralen
Erzeugung und der Kraft-Wärme-Kopplung;
7. die Bedingungen für den Zugang zu Speicheranlagen nach den §§ 26
und 28 sowie die Netzzugangsbedingungen für Anlagen zur Erzeugnung von Biogas;
8. den Umfang, in dem die Betreiber von Übertragungs-, Fernleitungs- und Verteilernetzen
ihren Aufgaben nach den §§ 11 bis 16 a nachkommen;
9. die Erfüllung der Verpflichtungen nach § 42;
10. das Ausmaß von Transparenz und Wettbewerb.
11. die wettbewerbliche Entwicklung in den Netzen für Elektrizität und Gas
aus Sicht der Haushaltskunden und mögliche Gegenmaßnahmen für den
Fall von Fehlentwicklungen;
12. das Ausmaß von Wettbewerb und die technische Entwicklung
bei Messeinrichtungen einschließlich des Einsatzes moderner Messeinrichtungen,
die Messung, das Angebot lastvariabler Tarife und bundesweit einheitliche Mindestanforderungen
an Messeinrichtungen sowie Datenumfang und Datenqualität nach § 21b Abs.
2 Satz 5 Nr. 2.
(2) Zur Durchführung des Monitoring gelten die Befugnisse nach § 69 entsprechend.
Teil 4
Energielieferung an Letztverbraucher
§ 36
Grundversorgungspflicht
(1) Energieversorgungsunternehmen haben für Netzgebiete, in denen sie die Grundversorgung
von Haushaltskunden durchführen, Allgemeine Bedingungen und Allgemeine Preise
für die Versorgung in Niederspannung oder Niederdruck öffentlich bekannt
zu geben und im Internet zu veröffentlichen und zu diesen Bedingungen und Preisen
jeden Haushaltskunden zu versorgen. Die Pflicht zur Grundversorgung besteht nicht,
wenn die Versorgung für das Energieversorgungsunternehmen aus wirtschaftlichen
Gründen nicht zumutbar ist.
(2) Grundversorger nach Absatz 1 ist jeweils das Energieversorgungsunternehmen, das
die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung beliefert.
Betreiber von Energieversorgungsnetzen der allgemeinen Versorgung nach § 18 Abs.
1 sind verpflichtet, alle drei Jahre jeweils zum 1. Juli, erstmals zum 1. Juli 2006,
nach Maßgabe des Satzes 1 den Grundversorger für die nächsten drei
Kalenderjahre festzustellen sowie dies bis zum 30. September des Jahres im Internet
zu veröffentlichen und der nach Landesrecht zuständigen Behörde schriftlich
mitzuteilen. Über Einwände gegen das Ergebnis der Feststellungen nach Satz
2, die bis zum 31. Oktober des jeweiligen Jahres bei der nach Landesrecht zuständigen
Behörde einzulegen sind, entscheidet diese nach Maßgabe der Sätze
1 und 2. Stellt der Grundversorger nach Satz 1 seine Geschäftstätigkeit
ein, so gelten die Sätze 2 und 3 entsprechend.
(3) Im Falle eines Wechsels des Grundversorgers infolge einer Feststellung nach Absatz
2 gelten die von Haushaltskunden mit dem bisherigen Grundversorger auf der Grundlage
des Absatzes 1 geschlossenen Energielieferverträge zu den im Zeitpunkt des Wechsels
geltenden Bedingungen und Preisen fort.
§ 37
Ausnahmen von der Grundversorgungspflicht
(1) Wer zur Deckung des Eigenbedarfs eine Anlage zur Erzeugung von Energie betreibt
oder sich von einem Dritten versorgen lässt, hat keinen Anspruch auf eine Grundversorgung
nach § 36 Abs. 1 Satz 1. Er kann aber Grundversorgung im Umfang und zu Bedingungen
verlangen, die für das Energieversorgungsunternehmen wirtschaftlich zumutbar
sind. Satz 1 gilt nicht für Eigenanlagen (Notstromaggregate), die ausschließlich
der Sicherstellung des Energiebedarfs bei Aussetzen der öffentlichen Energieversorgung
dienen, wenn sie außerhalb ihrer eigentlichen Bestimmung nicht mehr als 15 Stunden
monatlich zur Erprobung betrieben werden, sowie für die Deckung des Eigenbedarfs
von in Niederspannung belieferten Haushaltskunden aus Anlagen der Kraft- Wärme-Kopplung
bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung und aus erneuerbaren Energien.
(2) Reserveversorgung ist für Energieversorgungsunternehmen im Sinne des Absatzes
1 Satz 2 nur zumutbar, wenn sie den laufend durch Eigenanlagen gedeckten Bedarf für
den gesamten Haushalt umfasst und ein fester, von der jeweils gebrauchten Energiemenge
unabhängiger angemessener Leistungspreis mindestens für die Dauer eines
Jahres bezahlt wird. Hierbei ist von der Möglichkeit gleichzeitiger Inbetriebnahme
sämtlicher an das Leitungsnetz des Energieversorgungsunternehmens angeschlossener
Reserveanschlüsse auszugehen und der normale, im gesamten Niederspannungs- oder
Niederdruckleitungsnetz des Energieversorgungsunternehmens vorhandene Ausgleich der
Einzelbelastungen zu Grunde zu legen.
(3) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie kann durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates regeln,
in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen Versorgung nach Absatz 1 Satz 2 wirtschaftlich
zumutbar ist. Dabei sind die Interessen der Energieversorgungsunternehmen und der
Haushaltskunden unter Beachtung der Ziele des § 1 angemessen zu berücksichtigen.
§ 38
Ersatzversorgung mit Energie
(1) Sofern Letztverbraucher über das Energieversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung
in Niederspannung oder Niederdruck Energie beziehen, ohne dass dieser Bezug einer
Lieferung oder einem bestimmten Liefervertrag zugeordnet werden kann, gilt die Energie
als von dem Unternehmen geliefert, das nach § 36 Abs. 1 berechtigt und verpflichtet
ist. Die Bestimmungen dieses Teils gelten für dieses Rechtsverhältnis mit
der Maßgabe, dass der Grundversorger berechtigt ist, für diese Energielieferung
gesonderte Allgemeine Preise zu veröffentlichen und für die Energielieferung
in Rechnung zu stellen. Für Haushaltskunden dürfen die Preise die nach §
36 Abs. 1 Satz 1 nicht übersteigen.
(2) Das Rechtsverhältnis nach Absatz 1 endet, wenn die Energielieferung auf der
Grundlage eines Energieliefervertrages des Kunden erfolgt, spätestens aber drei
Monate nach Beginn der Ersatzenergieversorgung. Das Energieversorgungsunternehmen
kann den Energieverbrauch, der auf die nach Absatz 1 bezogenen Energiemengen entfällt,
auf Grund einer rechnerischen Abgrenzung schätzen und den ermittelten anteiligen
Verbrauch in Rechnung stellen.
§ 39
Allgemeine Preise und Versorgungsbedingungen
(1) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie kann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
die Gestaltung der Allgemeinen Preise nach § 36 Abs. 1 und § 38 Abs. 1 des
Grundversorgers unter Berücksichtigung des § 1 Abs. 1 regeln. Es kann dabei
Bestimmungen über Inhalt und Aufbau der Allgemeinen Preise treffen sowie die
tariflichen Rechte und Pflichten der Elektrizitätsversorgungsunternehmen und
ihrer Kunden regeln.
(2) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie kann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
die allgemeinen Bedingungen für die Belieferung von Haushaltskunden in Niederspannung
oder Niederdruck mit Energie im Rahmen der Grund- oder Ersatzversorgung angemessen
gestalten und dabei die Bestimmungen der Verträge einheitlich festsetzen und
Regelungen über den Vertragsabschluss, den Gegenstand und die Beendigung der
Verträge treffen sowie Rechte und Pflichten der Vertragspartner festlegen. Hierbei
sind die beiderseitigen Interessen angemessen zu berücksichtigen. Die Sätze
1 und 2 gelten entsprechend für Bedingungen öffentlich-rechtlich gestalteter
Versorgungsverhältnisse mit Ausnahme der Regelung des Verwaltungsverfahrens.
§ 40
Strom- und Gasrechnungen
(1) Energieversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in ihren Rechnungen für
Energielieferungen an Letztverbraucher die Belastungen aus den Entgelten für
den Netzzugang und gegebenenfalls darin enthaltene Entgelte für den Messstellenbetrieb
und die Messung beim jeweiligen Letztverbraucher gesondert auszuweisen.
(2) Lieferanten sind verpflichtet, den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich
oder in anderen Zeitabschnitten, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten
dürfen, abzurechnen. Sofern der Letztverbraucher dies wünscht, ist der Lieferant
verpflichtet, eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung
zu vereinbaren.
(3) Energieversorgungsunternehmen haben, soweit technisch machbar und wirtschaftlich
zumutbar, spätestens bis zum 30. Dezember 2010 für Letztverbraucher von
Elektrizität einen Tarif anzubieten, der einen Anreiz zu Energieeinsparung oder
Steuerung des Energieverbrauchs setzt. Tarife im Sinne von Satz 1 sind insbesondere
lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife.
§ 40 (aufgehoben)
§ 41
Energielieferverträge mit Haushaltskunden
(1) Verträge über die Belieferung von Haushaltskunden mit Energie außerhalb
der Grundversorgung haben insbesondere Bestimmungen zu enthalten über
1. die Vertragsdauer, die Preisanpassung, die Verlängerung und Beendigung der
Leistungen und des Vertragsverhältnisses sowie das Rücktrittsrecht des Kunden,
2. zu erbringende Leistungen einschließlich angebotener Wartungsdienste,
3. die Zahlungsweise,
4. Haftungs- und Entschädigungsregelungen bei Nichteinhaltung vertraglich vereinbarter
Leistungen,
5. den unentgeltlichen und zügigen Lieferantenwechsel und
6. die Art und Weise, wie aktuelle Informationen über die geltenden Tarife und
Wartungsentgelte erhältlich sind. Dem Haushaltskunden sind vor Vertragsabschluss
verschiedene Regelungen nach Satz 1 Nr. 3 anzubieten.
(2) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie kann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
nähere Regelungen für die Belieferung von Haushaltskunden mit Energie außerhalb
der Grundversorgung treffen, die Bestimmungen der Verträge einheitlich festsetzen
und insbesondere Regelungen über den Vertragsabschluss, den Gegenstand und die
Beendigung der Verträge treffen sowie Rechte und Pflichten der Vertragspartner
festlegen. Hierbei sind die beiderseitigen Interessen angemessen zu berücksichtigen.
Die jeweils in Anhang A der Richtlinie 2003/54/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2003 über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt
und zur Aufhebung der Richtlinie 96/92/EG (ABl. EU Nr. L 176 S. 37) und der Richtlinie
2003/55/EG vorgesehenen Maßnahmen sind zu beachten.
§ 42
Stromkennzeichnung, Transparenz der Stromrechnungen
(1) Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in oder als Anlage
zu ihren Rechnungen an Letztverbraucher und in an diese
gerichtetem Werbematerial für den Verkauf von Elektrizität anzugeben:
1. den Anteil der einzelnen Energieträger (Kernkraft, fossile und sonstige Energieträger,
erneuerbare Energien) an dem Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant im letzten
oder vorletzten Jahr verwendet hat; spätestens ab 15. Dezember eines Jahres sind
jeweils die Werte des vorangegangenen Kalenderjahres anzugeben;
2. Informationen über die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf Kohlendioxidemissionen
(CO2-Emissionen) und radioaktiven Abfall, die auf den in Nummer 1 genannten Gesamtenergieträgermix
zur Stromerzeugung zurückzuführen sind.
3. den Anteil des in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Stroms an der gesamten Elektrizitätsbelieferung,
die der Lieferant im letzten oder vorletzten Jahr verwendet hat; spätestens ab
15. Dezember eines Jahres sind jeweils die Werte des vorangegangenen Kalenderjahres
anzugeben.
(2) Die Informationen zu Energieträgermix und Umweltauswirkungen sind mit den
entsprechenden Durchschnittswerten der Stromerzeugung in Deutschland zu ergänzen.
(3) Sofern ein Energieversorgungsunternehmen im Rahmen des Verkaufs an Letztverbraucher
eine Produktdifferenzierung mit unterschiedlichem Energieträgermix vornimmt,
gelten für diese Produkte sowie für den verbleibenden Energieträgermix
die Absätze 1 und 2 entsprechend. Die Verpflichtungen nach den Absätzen
1 und 2 bleiben davon unberührt.
(4) Bei Elektrizitätsmengen, die über eine Strombörse bezogen oder
von einem Unternehmen mit Sitz außerhalb der Europäischen Union eingeführt
werden, können die von der Strombörse oder von dem betreffenden Unternehmen
für das Vorjahr vorgelegten Gesamtzahlen, ansonsten der UCTE-Strommix, zu Grunde
gelegt werden. Dieser ist auch für alle Strommengen anzusetzen, die nicht eindeutig
erzeugungsseitig einem der in Absatz 1 Nr. 1 genannten Energieträger zugeordnet
werden können.
(5) Erzeuger und Vorlieferanten von Elektrizität haben im Rahmen ihrer Lieferbeziehungen
den nach Absatz 1 Verpflichteten auf Anforderung die Daten so zur Verfügung zu
stellen, dass diese ihren Informationspflichten genügen können.
(6) Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in ihren Rechnungen
an Letztverbraucher das Entgelt für den Netzzugang gesondert auszuweisen.
(6) (7) Die Bundesregierung wird ermächtigt,
durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, Vorgaben
zur Darstellung der Informationen nach den Absätzen 1 bis 3 sowie die Methoden
zur Erhebung und Weitergabe von Daten zur Bereitstellung der Informationen nach den
Absätzen 1 bis 3 festzulegen.
Teil 5
Planfeststellung, Wegenutzung
§ 43
Planfeststellungsverfahren für Energieanlagen
(1) Die Errichtung und der Betrieb sowie die Änderung von
1. Hochspannungsfreileitungen, ausgenommen Bahnstromfernleitungen,
mit einer Nennspannung von 110 Kilovolt oder mehr, und
2. Gasversorgungsleitungen mit einem Durchmesser von mehr als 300 Millimeter
bedürfen der Planfeststellung durch die nach Landesrecht zuständige Behörde,
soweit dafür nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung
eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist. Andernfalls bedürfen
sie der Plangenehmigung. Die Plangenehmigung entfällt in Fällen von unwesentlicher
Bedeutung. Bei der Planfeststellung und der Plangenehmigung sind die von dem Vorhaben
berührten öffentlichen und privaten Belange abzuwägen. Das Vorhaben
muss insbesondere den Zielen des § 1 entsprechen. Für das Verfahren gelten
die §§ 72 bis 78 des Verwaltungsverfahrensgesetzes.
(2) Die Anhörungsbehörde hat die Erörterung innerhalb von drei Monaten
nach Ablauf der Einwendungsfrist abzuschließen.
(3) Die Anfechtungsklage gegen einen Planfeststellungsbeschluss oder eine Plangenehmigung
hat keine aufschiebende Wirkung.
§ 44
Vorarbeiten
(1) Eigentümer und sonstige Nutzungsberechtigte haben zur Vorbereitung der Planung
eines Vorhabens oder von Unterhaltungsmaßnahmen notwendige Vermessungen, Boden-
und Grundwasseruntersuchungen einschließlich der vorübergehenden Anbringung
von Markierungszeichen sowie sonstige Vorarbeiten durch den Träger des Vorhabens
oder von ihm Beauftragte zu dulden. Weigert sich der Verpflichtete, Maßnahmen
nach Satz 1 zu dulden, so kann die zuständige Landesbehörde auf Antrag des
Trägers des Vorhabens gegenüber dem Eigentümer und sonstigen Nutzungsberechtigten
die Duldung dieser Maßnahmen anordnen.
(2) Die Absicht, solche Arbeiten auszuführen, ist dem Eigentümer oder sonstigen
Nutzungsberechtigten mindestens zwei Wochen vor dem vorgesehenen Zeitpunkt unmittelbar
oder durch ortsübliche Bekanntmachung in den Gemeinden, in denen die Vorarbeiten
durchzuführen sind, durch den Träger des Vorhabens bekannt zu geben.
(3) Entstehen durch eine Maßnahme nach Absatz 1 einem Eigentümer oder sonstigen
Nutzungsberechtigten unmittelbare Vermögensnachteile, so hat der Vorhabensträger
eine angemessene Entschädigung in Geld zu leisten. Kommt eine Einigung über
die Geldentschädigung nicht zustande, so setzt die zuständige Landesbehörde
auf Antrag des Vorhabensträgers oder des Berechtigten die Entschädigung
fest. Vor der Entscheidung sind die Beteiligten zu hören.
§ 45
Enteignung
(1) Die Entziehung oder die Beschränkung von Grundeigentum oder von Rechten am
Grundeigentum im Wege der Enteignung ist zulässig, soweit sie zur Durchführung
1. eines Vorhabens, für das nach § 43 der Plan festgestellt oder genehmigt
ist,
2. eines sonstigen Vorhabens zum Zwecke der Energieversorgung
erforderlich ist.
(2) Über die Zulässigkeit der Enteignung wird in den Fällen des Absatzes
1 Nr. 1 im Planfeststellungsbeschluss oder in der Plangenehmigung entschieden; der
festgestellte oder genehmigte Plan ist dem Enteignungsverfahren zu Grunde zu legen
und für die Enteignungsbehörde bindend. Die Zulässigkeit der Enteignung
in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 stellt die nach Landesrecht zuständige
Behörde fest.
(3) Das Enteignungsverfahren wird durch Landesrecht geregelt.
§ 43
Erfordernis der Planfeststellung
Die Errichtung und der Betrieb sowie die Änderung von
1. Hochspannungsfreileitungen, ausgenommen Bahnstromfernleitungen, mit einer Nennspannung
von 110 Kilovolt oder mehr und
2. Gasversorgungsleitungen mit einem Durchmesser von mehr als 300 Millimeter
bedürfen der Planfeststellung durch die nach Landesrecht zuständige Behörde.
Bei der Planfeststellung sind die von dem Vorhaben berührten öffentlichen
und privaten Belange im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen. Für
Hochspannungsleitungen mit einer Nennspannung von 110 Kilovolt im Küstenbereich
von Nord- und Ostsee, die zwischen der Küstenlinie und dem nächstgelegenen
Netzverknüpfungspunkt, höchstens jedoch in einer Entfernung von nicht mehr
als 20 Kilometer von der Küstenlinie landeinwärts verlegt werden sollen,
kann ergänzend zu Satz 1 Nr. 1 auch für die Errichtung und den Betrieb sowie
die Änderung eines Erdkabels ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt
werden. Küstenlinie ist die in der Seegrenzkarte Nr. 2920 „Deutsche Nordseeküste
und angrenzende Gewässer", Ausgabe 1994, XII., und in der Seegrenzkarte
Nr. 2921 „Deutsche Ostseeküste und angrenzende Gewässer", Ausgabe
1994, XII., des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie jeweils im Maßstab
1:375 000 dargestellte Küstenlinie. Für das Planfeststellungsverfahren gelten
die §§ 72 bis 78 des Verwaltungsverfahrensgesetzes nach Maßgabe dieses
Gesetzes. Die Maßgaben gelten entsprechend, soweit das Verfahren landesrechtlich
durch ein Verwaltungsverfahrensgesetz geregelt ist.
§ 43a
Anhörungsverfahren
Für das Anhörungsverfahren gilt § 73 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
mit folgenden Maßgaben:
1. Die Auslegung nach § 73 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes erfolgt in
den Gemeinden, in denen sich das Vorhaben voraussichtlich auswirkt, innerhalb von
zwei Wochen nach Zugang des Planes.
2. Die Anhörungsbehörde benachrichtigt innerhalb der Frist des § 73
Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes auch die nach § 59 des Bundesnaturschutzgesetzes
oder nach landesrechtlichen Vorschriften im Rahmen des § 60 des Bundesnaturschutzgesetzes
anerkannten Vereine sowie sonstige Vereinigungen, soweit diese sich für den Umweltschutz
einsetzen und nach in anderen gesetzlichen Vorschriften zur Einlegung von Rechtsbehelfen
in Umweltangelegenheiten vorgesehenen Verfahren anerkannt sind, (Vereinigungen) von
der Auslegung des Planes und gibt ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Benachrichtigung
erfolgt durch die ortsübliche Bekanntmachung der Auslegung nach § 73 Abs.
5 Satz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes in den Gemeinden nach Nummer 1. Unbeschadet
davon bleibt die Beteiligung anderer Vereinigungen nach den allgemeinen Vorschriften.
3. Für Vereinigungen gilt § 73 Abs. 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
entsprechend. § 73 Abs. 6 des Verwaltungsverfahrensgesetzes gilt für Vereinigungen
entsprechend, wenn sie fristgerecht Stellung genommen haben. Sie sind von dem Erörterungstermin
zu benachrichtigen.
4. Nicht ortsansässige Betroffene, deren Person und Aufenthalt bekannt sind,
sollen auf Veranlassung der Anhörungsbehörde von der Auslegung in der Gemeinde
mit dem Hinweis nach § 73 Abs. 5 Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes benachrichtigt
werden.
5. Die Anhörungsbehörde kann auf eine Erörterung verzichten. Findet
eine Erörterung statt, so hat die Anhörungsbehörde die Erörterung
innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Einwendungsfrist abzuschließen. Die
Anhörungsbehörde gibt ihre Stellungnahme innerhalb eines Monats nach Abschluss
der Erörterung ab und leitet sie innerhalb dieser Frist mit dem Plan, den Stellungnahmen
der Behörden, den Stellungnahmen der Vereinigungen und den nicht erledigten Einwendungen
der Planfeststellungsbehörde zu. Findet keine Erörterung statt, so hat die
Anhörungsbehörde ihre Stellungnahme innerhalb von sechs Wochen nach Ablauf
der Einwendungsfrist abzugeben und zusammen mit den sonstigen in Satz 2 aufgeführten
Unterlagen der Planfeststellungsbehörde zuzuleiten.
6. Soll ein ausgelegter Plan geändert werden, so sind auch Vereinigungen entsprechend
§ 73 Abs. 8 Satz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes zu beteiligen. Für
Vereinigungen, die sich nicht in der sich aus Nummer 3 in Verbindung mit § 73
Abs. 4 Satz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes ergebenden Frist geäußert
haben und im Falle des § 73 Abs. 8 Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes erfolgt
die Benachrichtigung von der Planänderung und der Frist zur Stellungnahme in
entsprechender Anwendung der Nummer 2 Satz 2. Im Regelfall kann von der Erörterung
im Sinne des § 73 Abs. 6 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und des § 9 Abs.
1 Satz 3 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung abgesehen
werden.
7. Einwendungen gegen den Plan oder – im Falle des § 73 Abs. 8 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
– dessen Änderung sind nach Ablauf der Einwendungsfrist ausgeschlossen.
Einwendungen und Stellungnahmen der Vereinigungen sind nach Ablauf der Äußerungsfrist
nach den Nummern 3 und 6 ausgeschlossen. Auf die Rechtsfolgen der Sätze 1 und
2 ist in der Bekanntmachung der Auslegung oder bei der Bekanntgabe der Einwendungs-
oder Stellungnahmefrist sowie in der Benachrichtigung der Vereinigungen hinzuweisen.
Abweichend von § 73 Abs. 3a Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes können
Stellungnahmen der Behörden, die nach Ablauf der Frist des § 73 Abs. 3a
Satz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes eingehen, auch noch nach Fristablauf berücksichtigt
werden; sie sind stets zu berücksichtigen, wenn später von einer Behörde
vorgebrachte öffentliche Belange der Planfeststellungsbehörde auch ohne
ihr Vorbringen bekannt sind oder hätten bekannt sein müssen oder für
die Rechtmäßigkeit der Entscheidung von Bedeutung sind.
§ 43b
Planfeststellungsbeschluss, Plangenehmigung
Für Planfeststellungsbeschluss und Plangenehmigung gilt § 74 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
mit folgenden Maßgaben:
1. Bei Planfeststellungen für Vorhaben im Sinne des § 43 Satz 1 werden für
ein bis zum 31. Dezember 2010 beantragtes Vorhaben für die Errichtung und den
Betrieb sowie die Änderung von Hochspannungsfreileitungen oder Gasversorgungsleitungen,
das der im Hinblick auf die Gewährleistung der Versorgungssicherheit dringlichen
Verhinderung oder Beseitigung längerfristiger Übertragungs-, Transport-,
oder Verteilungsengpässe dient, die Öffentlichkeit einschließlich
der Vereinigungen im Sinne von § 43a Nr. 2 ausschließlich entsprechend
§ 9 Abs. 3 Satz 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung
mit der Maßgabe einbezogen, dass die Gelegenheit zur Äußerung einschließlich
Einwendungen und Stellungnahmen innerhalb eines Monats nach der Einreichung des vollständigen
Plans für eine Frist von sechs Wochen zu gewähren ist. Nach dieser Frist
eingehende Außerungen, Einwendungen und Stellungnahmen sind ausgeschlossen.
Hierauf ist in der Bekanntmachung des Vorhabens hinzuweisen. § 43a Nr. 4 und
5 Satz 2 gilt entsprechend. Für die Stellungnahmen der Behörden gilt §
43a Nr. 7 Satz 4.
2. Abweichend von Nummer 1 und § 43 Satz 1 und 3 ist für ein Vorhaben, für
das nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine Umweltverträglichkeitsprüfung
nicht durchzuführen ist, auf Antrag des Trägers des Vorhabens, an Stelle
des Planfeststellungsbeschlusses eine Plangenehmigung zu erteilen. Ergänzend
zu § 74 Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes kann eine Plangenehmigung
auch dann erteilt werden, wenn Rechte anderer nur unwesentlich beeinträchtigt
werden.
3. Die Plangenehmigung hat die Rechtswirkungen der Planfeststellung.
4. Verfahren zur Planfeststellung oder Plangenehmigung bei Vorhaben, deren Auswirkungen
über das Gebiet eines Landes hinausgehen, sind zwischen den zuständigen
Behörden der beteiligten Länder abzustimmen.
5. Planfeststellungsbeschluss und Plangenehmigung sind dem Träger des Vorhabens,
den Vereinigungen, über deren Einwendungen und Stellungnahmen entschieden worden
ist, und denjenigen, über deren Einwendungen entschieden worden ist, mit Rechtsbehelfsbelehrung
zuzustellen.
§ 43c
Rechtswirkungen der Planfeststellung und Plangenehmigung
Für die Rechtswirkungen der Planfeststellung und Plangenehmigung gilt §
75 des Verwaltungsverfahrensgesetzes mit folgenden Maßgaben:
1. Wird mit der Durchführung des Plans nicht innerhalb von zehn Jahren
nach Eintritt der Unanfechtbarkeit begonnen, so tritt er außer Kraft,
es sei denn, er wird vorher auf Antrag des Trägers des Vorhabens von der
Planfeststellungsbehörde um höchstens fünf Jahre verlängert.
2. Vor der Entscheidung nach Nummer 1 ist eine auf den Antrag begrenzte Anhörung
nach den für die Planfeststellung oder fur die Plangenehmigung vorgeschriebenen
Verfahren durchzuführen.
3. Für die Zustellung und Auslegung sowie die Anfechtung der Entscheidung
über die Verlängerung sind die Bestimmungen über den Planfeststellungsbeschluss
entsprechend anzuwenden.
4. Als Beginn der Durchführung des Plans gilt jede erstmals nach außen
erkennbare Tätigkeit von mehr als nur geringfügiger Bedeutung zur
plangemäßen Verwirklichung des Vorhabens; eine spätere Unterbrechung
der Verwirklichung des Vorhabens berührt den Beginn der Durchführung
nicht.
§ 43d
Planänderung vor Fertigstellung des Vorhabens
Für die Planergänzung und das ergänzende Verfahren im Sinne des
§ 75 Abs. 1a Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und für die
Planänderung vor Fertigstellung des Vorhabens gilt § 76 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
mit der Maßgabe, dass im Falle des § 76 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
von einer Erörterung im Sinne des § 73 Abs. 6 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
und des § 9 Abs. 1 Satz 3 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung
abgesehen werden kann. Im Übrigen gelten für das neue Verfahren die
Vorschriften dieses Gesetzes.
§ 43e
Rechtsbehelfe
(1) Die Anfechtungsklage gegen einen Planfeststellungsbeschluss nach §
43, auch in Verbindung mit § 43b Nr. 1, oder eine Plangenehmigung nach
§ 43b Nr. 2 hat keine aufschiebende Wirkung. Der Antrag auf Anordnung der
aufschiebenden Wirkung der Anfechtungsklage gegen einen Planfeststellungsbeschluss
oder eine Plangenehmigung nach § 80 Abs. 5 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung
kann nur innerhalb eines Monats nach der Zustellung des Planfeststellungsbeschlusses
oder der Plangenehmigung gestellt und begründet werden. Darauf ist in der
Rechtsbehelfsbelehrung hinzuweisen. § 58 der Verwaltungsgerichtsordnung
gilt entsprechend.
(2) Treten später Tatsachen ein, die die Anordnung der aufschiebenden Wirkung
rechtfertigen, so kann der durch den Planfeststellungsbeschluss oder die Plangenehmigung
Beschwerte einen hierauf gestützten Antrag nach § 80 Abs. 5 Satz 1
der Verwaltungsgerichtsordnung innerhalb einer Frist von einem Monat stellen
und begründen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Beschwerte
von den Tatsachen Kenntnis erlangt.
(3) Der Kläger hat innerhalb einer Frist von sechs Wochen die zur Begründung
seiner Klage dienenden Tatsachen und Beweismittel anzugeben. § 87b Abs.
3 der Verwaltungsgerichtsordnung gilt entsprechend.
(4) Mängel bei der Abwägung der von dem Vorhaben berührten öffentlichen
und privaten Belange sind nur erheblich, wenn sie offensichtlich und auf das
Abwägungsergebnis von Einfluss gewesen sind. Erhebliche Mängel bei
der Abwägung oder eine Verletzung von Verfahrens- oder Formvorschriften
führen nur dann zur Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses oder der
Plangenehmigung, wenn sie nicht durch Planergänzung oder durch ein ergänzendes
Verfahren behoben werden können; die §§ 45 und 46 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
und die entsprechenden landesrechtlichen Bestimmungen bleiben unberührt.
§ 44
Vorarbeiten
(1) Eigentümer und sonstige Nutzungsberechtigte haben zur Vorbereitung
der Planung und der Baudurchführung eines Vorhabens oder von Unterhaltungsmaßnahmen
notwendige Vermessungen, Boden- und Grundwasseruntersuchungen einschließlich
der vorübergehenden Anbringung von Markierungszeichen sowie sonstige Vorarbeiten
durch den Träger des Vorhabens oder von ihm Beauftragte zu dulden. Weigert
sich der Verpflichtete, Maßnahmen nach Satz 1 zu dulden, so kann die nach
Landesrecht zuständige Behörde auf Antrag des Trägers des Vorhabens
gegenüber dem Eigentümer und sonstigen Nutzungsberechtigten die Duldung
dieser Maßnahmen anordnen.
(2) Die Absicht, solche Arbeiten auszuführen, ist dem Eigentümer oder
sonstigen Nutzungsberechtigten mindestens zwei Wochen vor dem vorgesehenen Zeitpunkt
unmittelbar oder durch ortsübliche Bekanntmachung in den Gemeinden, in
denen die Vorarbeiten durchzuführen sind, durch den Träger des Vorhabens
bekannt zu geben.
(3) Entstehen durch eine Maßnahme nach Absatz 1 einem Eigentümer
oder sonstigen Nutzungsberechtigten unmittelbare Vermögensnachteile, so
hat der Träger des Vorhabens eine angemessene Entschädigung in Geld
zu leisten. Kommt eine Einigung über die Geldentschädigung nicht zustande,
so setzt die nach Landesrecht zuständige Behörde auf Antrag des Trägers
des Vorhabens oder des Berechtigten die Entschädigung fest. Vor der Entscheidung
sind die Beteiligten zu hören.
§ 44a
Veränderungssperre, Vorkaufsrecht
(1) Vom Beginn der Auslegung der Pläne im Planfeststellungsverfahren oder
von dem Zeitpunkt an, zu dem den Betroffenen Gelegenheit gegeben wird, den Plan
einzusehen, dürfen auf den vom Plan betroffenen Flächen bis zu ihrer
Inanspruchnahme wesentlich wertsteigernde oder die geplante Baumaßnahmen
erheblich erschwerende Veränderungen nicht vorgenommen werden (Veränderungssperre).
Veränderungen, die in rechtlich zulässiger Weise vorher begonnen worden
sind, Unterhaltungsarbeiten und die Fortführung einer bisher ausgeübten
Nutzung werden davon nicht berührt. Unzulässige Veränderungen
bleiben bei Anordnungen nach § 74 Abs. 2 Satz 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
und im Entschädigungsverfahren unberücksichtigt.
(2) Dauert die Veränderungssperre über vier Jahre, im Falle von Hochspannungsfreileitungen
über fünf Jahre, können die Eigentümer für die dadurch
entstandenen Vermögensnachteile Entschädigung verlangen. Sie können
ferner die Vereinbarung einer beschränkt persönlichen Dienstbarkeit
für die vom Plan betroffenen Flächen verlangen, wenn es ihnen mit
Rücksicht auf die Veränderungssperre wirtschaftlich nicht zuzumuten
ist, die Grundstücke in der bisherigen oder einer anderen zulässigen
Art zu benutzen. Kommt keine Vereinbarung nach Satz 2 zustande, so können
die Eigentümer die entsprechende Beschränkung des Eigentums an den
Flächen verlangen. Im Übrigen gilt § 45.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 steht dem Träger des Vorhabens
an den betroffenen Flächen ein Vorkaufsrecht zu.
§ 44b
Vorzeitige Besitzeinweisung
(1) Ist der sofortige Beginn von Bauarbeiten geboten und weigert sich der Eigentümer
oder Besitzer, den Besitz eines für den Bau, die Änderung oder Betriebsänderung
von Hochspannungsfreileitungen, Erdkabeln oder Gasversorgungsleitungen im Sinne
des § 43 benötigten Grundstücks durch Vereinbarung unter Vorbehalt
aller Entschädigungsansprüche zu überlassen, so hat die Enteignungsbehörde
den Träger des Vorhabens auf Antrag nach Feststellung des Planes oder Erteilung
der Plangenehmigung in den Besitz einzuweisen. Der Planfeststellungsbeschluss
oder die Plangenehmigung müssen vollziehbar sein. Weiterer Voraussetzungen
bedarf es nicht.
(2) Die Enteignungsbehörde hat spätestens sechs Wochen nach Eingang
des Antrags auf Besitzeinweisung mit den Beteiligten mündlich zu verhandeln.
Hierzu sind der Antragsteller und die Betroffenen zu laden. Dabei ist den Betroffenen
der Antrag auf Besitzeinweisung mitzuteilen. Die Ladungsfrist beträgt drei
Wochen. Mit der Ladung sind die Betroffenen aufzufordern, etwaige Einwendungen
gegen den Antrag vor der mündlichen Verhandlung bei der Enteignungsbehörde
einzureichen. Die Betroffenen sind außerdem darauf hinzuweisen, dass auch
bei Nichterscheinen über den Antrag auf Besitzeinweisung und andere im
Verfahren zu erledigende Anträge entschieden werden kann.
(3) Soweit der Zustand des Grundstücks von Bedeutung ist, hat die Enteignungsbehörde
diesen bis zum Beginn der mündlichen Verhandlung in einer Niederschrift
festzustellen oder durch einen Sachverständigen ermitteln zu lassen. Den
Beteiligten ist eine Abschrift der Niederschrift oder des Ermittlungsergebnisses
zu übersenden.
(4) Der Beschluss über die Besitzeinweisung ist dem Antragsteller und den
Betroffenen spätestens zwei Wochen nach der mündlichen Verhandlung
zuzustellen. Die Besitzeinweisung wird in dem von der Enteignungsbehörde
bezeichneten Zeitpunkt wirksam. Dieser Zeitpunkt soll auf höchstens zwei
Wochen nach Zustellung der Anordnung über die vorzeitige Besitzeinweisung
an den unmittelbaren Besitzer festgesetzt werden. Durch die Besitzeinweisung
wird dem Besitzer der Besitz entzogen und der Träger des Vorhabens Besitzer.
Der Träger des Vorhabens darf auf dem Grundstück das im Antrag auf
Besitzeinweisung bezeichnete Bauvorhaben durchführen und die dafür
erforderlichen Maßnahmen treffen.
(5) Der Träger des Vorhabens hat für die durch die vorzeitige Besitzeinweisung
entstehenden Vermögensnachteile Entschädigung zu leisten, soweit die
Nachteile nicht durch die Verzinsung der Geldentschädigung für die
Entziehung oder Beschränkung des Eigentums oder eines anderen Rechts ausgeglichen
werden. Art und Höhe der Entschädigung sind von der Enteignungsbehörde
in einem Beschluss festzusetzen.
(6) Wird der festgestellte Plan oder die Plangenehmigung aufgehoben, so sind
auch die vorzeitige Besitzeinweisung aufzuheben und der vorherige Besitzer wieder
in den Besitz einzuweisen. Der Träger des Vorhabens hat für alle durch
die Besitzeinweisung entstandenen besonderen Nachteile Entschädigung zu
leisten.
(7) Ein Rechtsbehelf gegen eine vorzeitige Besitzeinweisung hat keine aufschiebende
Wirkung. Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung nach § 80
Abs. 5 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung kann nur innerhalb eines Monats
nach der Zustellung des Besitzeinweisungsbeschlusses gestellt und begründet
werden.
§ 45
Enteignung
(1) Die Entziehung oder die Beschränkung von Grundeigentum oder von Rechten
am Grundeigentum im Wege der Enteignung ist zulässig, soweit sie zur Durchführung
1. eines Vorhabens nach den §§ 43 oder 43b Nr. 1 oder 2, für
das der Plan festgestellt oder genehmigt ist, oder
2. eines sonstigen Vorhabens zum Zwecke der Energieversorgung
erforderlich ist.
(2) Über die Zulässigkeit der Enteignung wird in den Fällen des
Absatzes 1 Nr. 1 im Planfeststellungsbeschluss oder in der Plangenehmigung
entschieden; der festgestellte oder genehmigte Plan ist dem Enteignungsverfahren
zugrunde zu legen und für die Enteignungsbehörde bindend. Hat sich
ein Beteiligter mit der Übertragung oder Beschränkung des Eigentums
oder eines anderen Rechtes schriftlich einverstanden erklärt, kann das
Entschädigungsverfahren unmittelbar durchgeführt werden. Die Zulässigkeit
der Enteignung in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 stellt die nach Landesrecht
zuständige Behörde fest.
(3) Das Enteignungsverfahren wird durch Landesrecht geregelt.
§ 45a
Entschädigungsverfahren
Soweit der Vorhabenträger auf Grund eines Planfeststellungsbeschlusses
oder einer Plangenehmigung verpflichtet ist, eine Entschädigung in Geld
zu leisten, und über die Höhe der Entschädigung keine Einigung
zwischen dem Betroffenen und dem Träger des Vorhabens zustande kommt, entscheidet
auf Antrag eines der Beteiligten die nach Landesrecht zuständige Behörde;
für das Verfahren und den Rechtsweg gelten die Enteignungsgesetze der Länder
entsprechend.
§ 46
Wegenutzungsverträge
(1) Gemeinden haben ihre öffentlichen Verkehrswege für die Verlegung
und den Betrieb von Leitungen, einschließlich Fernwirkleitungen zur Netzsteuerung
und Zubehör, zur unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet
diskriminierungsfrei durch Vertrag zur Verfügung zu stellen. Unbeschadet
ihrer Verpflichtungen nach Satz 1 können die Gemeinden den Abschluss von
Verträgen ablehnen, solange das Energieversorgungsunternehmen die Zahlung
von Konzessionsabgaben in Höhe der Höchstsätze nach § 48
Abs. 2 verweigert und eine Einigung über die Höhe der Konzessionsabgaben
noch nicht erzielt ist.
(2) Verträge von Energieversorgungsunternehmen mit Gemeinden über
die Nutzung öffentlicher Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb
von Leitungen, die zu einem Energieversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung
im Gemeindegebiet gehören, dürfen höchstens für eine Laufzeit
von 20 Jahren abgeschlossen werden. Werden solche Verträge nach ihrem Ablauf
nicht verlängert, so ist der bisher Nutzungsberechtigte verpflichtet, seine
für den Betrieb der Netze der allgemeinen Versorgung im Gemeindegebiet
notwendigen Verteilungsanlagen dem neuen Energieversorgungsunternehmen gegen
Zahlung einer wirtschaftlich angemessenen Vergütung zu überlassen.
(3) Die Gemeinden machen spätestens zwei Jahre vor Ablauf von Verträgen
nach Absatz 2 das Vertragsende durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger
oder im elektronischen Bundesanzeiger bekannt. Wenn im Gemeindegebiet mehr als
100 000 Kunden unmittelbar oder mittelbar an das Versorgungsnetz angeschlossen
sind, hat die Bekanntmachung zusätzlich im Amtsblatt der Europäischen
Union zu erfolgen. Beabsichtigen Gemeinden eine
Verlängerung von Verträgen nach Absatz 2 vor Ablauf der Vertragslaufzeit,
so sind die bestehenden Verträge zu beenden und die vorzeitige Beendigung
sowie das Vertragsende öffentlich bekannt zu geben. Vertragsabschlüsse
mit Unternehmen dürfen frühestens drei Monate nach der Bekanntgabe
der vorzeitigen Beendigung erfolgen. Sofern sich mehrere Unternehmen bewerben,
macht die Gemeinde bei Neuabschluss oder Verlängerung von Verträgen
nach Absatz 2 ihre Entscheidung unter Angabe der maßgeblichen Gründe
öffentlich bekannt.
(4) Die Absätze 2 und 3 finden für Eigenbetriebe der Gemeinden entsprechende
Anwendung.
(5) Die Aufgaben und Zuständigkeiten der Kartellbehörden nach dem
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen bleiben unberührt.
§ 47 (aufgehoben)
§ 48
Konzessionsabgaben
(1) Konzessionsabgaben sind Entgelte, die Energieversorgungsunternehmen für
die Einräumung des Rechts zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege
für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen, die der unmittelbaren
Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet mit Energie dienen, entrichten.
Eine Versorgung von Letztverbrauchern im Sinne dieser Vorschrift liegt auch
vor, wenn ein Weiterverteiler über öffentliche Verkehrswege mit Elektrizität
oder Gas beliefert wird, der diese Energien ohne Benutzung solcher Verkehrswege
an Letztverbraucher weiterleitet.
(2) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie kann durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
die Zulässigkeit und Bemessung der Konzessionsabgaben regeln. Es kann dabei
jeweils für Elektrizität oder Gas, für verschiedene Kundengruppen
und Verwendungszwecke und gestaffelt nach der Einwohnerzahl der Gemeinden unterschiedliche
Höchstsätze in Cent je gelieferter Kilowattstunde festsetzen.
(3) Konzessionsabgaben sind in der vertraglich vereinbarten Höhe von dem
Energieversorgungsunternehmen zu zahlen, dem das Wegerecht nach § 46 Abs.
1 eingeräumt wurde.
(4) Die Pflicht zur Zahlung der vertraglich vereinbarten Konzessionsabgaben
besteht auch nach Ablauf des Wegenutzungsvertrages für ein Jahr fort, es
sei denn, dass zwischenzeitlich eine anderweitige Regelung getroffen wird. Teil
6 Sicherheit und Zuverlässigkeit der Energieversorgung
§ 49
Anforderungen an Energieanlagen
(1) Energieanlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass die technische
Sicherheit gewährleistet ist. Dabei sind vorbehaltlich sonstiger Rechtsvorschriften
die allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
(2) Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik wird vermutet,
wenn bei Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung und Abgabe von
1. Elektrizität die technischen Regeln des Verbandes der Elektrotechnik
Elektronik Informationstechnik e. V.,
2. Gas die technischen Regeln der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches
e. V.
eingehalten worden sind.
(3) Bei Anlagen oder Bestandteilen von Anlagen, die nach den in einem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat
des Abkommens über den EuropäischenWirtschaftsraum geltenden Regelungen
oder Anforderungen rechtmäßig hergestellt und in den Verkehr gebracht
wurden und die gleiche Sicherheit gewährleisten, ist davon auszugehen,
dass die Anforderungen nach Absatz 1 an die Beschaffenheit der Anlagen erfüllt
sind. In begründeten Einzelfällen ist auf Verlangen der nach Landesrecht
zuständigen Behörde nachzuweisen, dass die Anforderungen nach Satz
1 erfüllt sind.
(4) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie kann, soweit Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren
Energien im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes betroffen sind im Einvernehmen
mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit,
Rechtsverordnungen mit Zustimmung des Bundesrates über Anforderungen an
die technische Sicherheit von Energieanlagen erlassen.
(4) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
wird ermächtigt, zur Gewährleistung der technischen Sicherheit von
Energieanlagen durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates und, soweit
Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien
im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes betroffen sind, im Einvernehmen mit
dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit,
1. Anforderungen an die technische Sicherheit dieser Anlagen, insbesondere an
ihre Errichtung und ihren Betrieb, festzulegen;
2. das Verwaltungsverfahren zur Sicherstellung der Anforderungen nach Nummer
1 zu regeln, insbesondere zu bestimmen,
a) dass und wo die Errichtung solcher Anlagen, ihre Inbetriebnahme, die Vornahme
von Änderungen oder Erweiterungen und sonstige die Anlagen betreffenden
Umstände angezeigt werden müssen,
b) dass der Anzeige nach Buchstabe a bestimmte Nachweise beigefügt werden
müssen und
c) dass mit der Errichtung und dem Betrieb der Anlagen erst nach Ablauf bestimmter
Prüffristen begonnen werden darf;
3. Prüfungen vor Errichtung und Inbetriebnahme und Überprüfungen
der Anlagen vorzusehen und festzulegen, dass diese Prüfungen und Überprüfungen
durch behördlich anerkannte Sachverständige zu erfolgen haben;
4. behördliche Anordnungsbefugnisse festzulegen, insbesondere die Befugnis,
den Bau und den Betrieb von Energieanlagen zu untersagen, wenn das Vorhaben
nicht den in der Rechtsverordnung geregelten Anforderungen entspricht;
5. zu bestimmen, welche Auskünfte die zuständige Behörde vom
Betreiber der Energieanlage gemäß Absatz 6 Satz 1 verlangen kann;
6. die Einzelheiten des Verfahrens zur Anerkennung von Sachverständigen,
die bei der Prüfung der Energieanlagen tätig werden, sowie der Anzeige
der vorübergehenden Tätigkeit von Sachverständigen aus anderen
Mitgliedsstaaten der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates
des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zu bestimmen;
7. Anforderungen sowie Meldepflichten festzulegen, die Sachverständige
nach Nummer 6 und die Stellen, denen sie angehören, erfüllen müssen,
insbesondere zur Gewährleistung ihrer fachlichen Qualifikation, Unabhängigkeit
und Zuverlässigkeit.
(4a) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie wird ermächtigt,
durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates einen Ausschuss zur Beratung
in Fragen der technischen Sicherheit von Gasversorgungsnetzen und Gas-Direktleitungen
einschließlich der dem Leitungsbetrieb dienenden Anlagen einzusetzen.
Diesem Ausschuss kann insbesondere die Aufgabe übertragen werden, vorzuschlagen,
welches Anforderungsprofil Sachverständige, die die technische Sicherheit
dieser Energieanlagen prüfen, erfüllen müssen, um den in einer
Verordnung nach Absatz 4 festgelegten Anforderungen zu genügen. Das Bundesministerium
für Wirtschaft und Technologie kann das Anforderungsprofil im Bundesanzeiger
veröffentlichen.
In den Ausschuss sind sachverständige Personen zu berufen, insbesondere
aus dem Kreis
1. der Sachverständigen, die bei der Prüfung der Energieanlagen tätig
werden,
2. der Stellen, denen Sachverständige nach Nummer 1 angehören,
3. der zuständigen Behörden und
4. der Betreiber von Energieanlagen.
(5) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall die
zur Sicherstellung der Anforderungen an die technische Sicherheit von Energieanlagen
erforderlichen Maßnahmen treffen.
(6) Die Betreiber von Energieanlagen haben auf Verlangen der nach Landesrecht
zuständigen Behörde Auskünfte über technische und wirtschaftliche
Verhältnisse zu geben, die zur Wahrnehmung der Aufgaben nach Absatz 5 Satz
1 erforderlich sind. Der Auskunftspflichtige kann die Auskunft auf solche
Fragen verweigern, deren Beantwortung ihn selbst oder einen der in § 383
Abs. 1 Nr. 1 bis 3 der Zivilprozessordnung bezeichneten Angehörigen der
Gefahr strafrechtlicher Verfolgung oder eines Verfahrens nach dem Gesetz über
Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde.
(7) Die von der nach Landesrecht zuständigen Behörde mit der Aufsicht
beauftragten Personen sind berechtigt, Betriebsgrundstücke, Geschäftsräume
und Einrichtungen der Betreiber von Energieanlagen zu betreten, dort Prüfungen
vorzunehmen sowie die geschäftlichen und betrieblichen Unterlagen der Betreiber
von Energieanlagen einzusehen, soweit dies zur Wahrnehmung der Aufgaben nach
Absatz 5 Satz 1 erforderlich ist.
§ 50
Vorratshaltung zur Sicherung der Energieversorgung
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie wird ermächtigt, zur Sicherung der Energieversorgung
durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates
1. Vorschriften zu erlassen über die Verpflichtung von Energieversorgungsunternehmen
sowie solcher Eigenerzeuger von Elektrizität, deren Kraftwerke eine elektrische
Nennleistung von mindestens 100 Megawatt aufweisen, für ihre Anlagen zur
Erzeugung von
a) Elektrizität ständig diejenigen Mengen an Mineralöl, Kohle
oder sonstigen fossilen Brennstoffen,
b) Gas aus Flüssiggas ständig diejenigen Mengen an Flüssiggas
als Vorrat zu halten, die erforderlich sind, um 30 Tage ihre Abgabeverpflichtungen
an Elektrizität oder Gas erfüllen oder ihren eigenen Bedarf an Elektrizität
decken zu können,
2. Vorschriften zu erlassen über die Freistellung von einer solchen Vorratspflicht
und die zeitlich begrenzte Freigabe von Vorratsmengen, soweit dies erforderlich
ist, um betriebliche Schwierigkeiten zu vermeiden oder die Brennstoffversorgung
aufrechtzuerhalten,
3. den für die Berechnung der Vorratsmengen maßgeblichen Zeitraum
zu verlängern, soweit dies erforderlich ist, um die Vorratspflicht an Rechtsakte
der Europäischen Gemeinschaften über Mindestvorräte fossiler
Brennstoffe anzupassen.
§ 51
Monitoring der Versorgungssicherheit
(1) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie führt ein Monitoring der Versorgungssicherheit im Bereich
der leitungsgebundenen Versorgung mit Elektrizität und Erdgas durch.
(2) Das Monitoring nach Absatz 1 betrifft insbesondere das Verhältnis zwischen
Angebot und Nachfrage auf dem heimischen Markt, die erwartete Nachfrageentwicklung
und das verfügbare Angebot, die in der Planung und im Bau befindlichen zusätzlichen
Kapazitäten, die Qualität und den Umfang der Netzwartung, eine Analyse von
Netzstörungen sowie Maßnahmen zur Bedienung von Nachfragespitzen und zur
Bewältigung von Ausfällen eines oder mehrerer Versorger sowie im Erdgasbereich
das verfügbare Angebot auch unter Berücksichtigung der Bevorratungskapazität
und des Anteils von Einfuhrverträgen mit einer Lieferfrist von mehr als zehn
Jahren (langfristiger Erdgasliefervertrag) sowie deren Restlaufzeit. Bei der Durchführung
des Monitoring hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie die Befugnisse nach den §§ 12 Abs. 3a, 68, 69 und 71.
Die §§ 73, 75 bis 89 und 106 bis 108 gelten entsprechend.
§ 52
Meldepflichten bei Versorgungsstörungen
Betreiber von Energieversorgungsnetzen haben der Bundesnetzagentur bis zum 30. Juni
eines Jahres über alle in ihrem Netz im letzten Kalenderjahr aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen
einen Bericht vorzulegen. Dieser Bericht hat mindestens folgende Angaben für
jede Versorgungsunterbrechung zu enthalten:
1. den Zeitpunkt und die Dauer der Versorgungsunterbrechung,
2. das Ausmaß der Versorgungsunterbrechung und
3. die Ursache der Versorgungsunterbrechung.
In dem Bericht hat der Netzbetreiber die auf Grund des Störungsgeschehens ergriffenen
Maßnahmen zur Vermeidung künftiger Versorgungsstörungen darzulegen.
Darüber hinaus ist in dem Bericht die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung
in Minuten je angeschlossenem Letztverbraucher für das letzte Kalenderjahr anzugeben.
Die Bundesnetzagentur kann Vorgaben zur formellen Gestaltung des Berichts machen sowie
Ergänzungen und Erläuterungen des Berichts verlangen, soweit dies zur Prüfung
der Versorgungszuverlässigkeit des Netzbetreibers erforderlich ist. Sofortige
Meldepflichten für Störungen mit überregionalen Auswirkungen richten
sich nach § 13 Abs. 6.
§ 53
Ausschreibung neuer Erzeugungskapazitäten im Elektrizitätsbereich
Sofern die Versorgungssicherheit im Sinne des § 1 durch vorhandene Erzeugungskapazitäten
oder getroffene Energieeffizienz- und Nachfragesteuerungsmaßnahmen allein nicht
gewährleistet ist, kann die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung
des Bundesrates ein Ausschreibungsverfahren oder ein diesem hinsichtlich Transparenz
und Nichtdiskriminierung gleichwertiges Verfahren auf der Grundlage von Kriterien
für neue Kapazitäten oder Energieeffizienz- und Nachfragesteuerungsmaßnahmen
vorzusehen, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie im Bundesanzeiger oder im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
§ 53a
Sicherstellung der Versorgung von Haushaltskunden mit Erdgas
Die Energieversorgungsunternehmen sind verpflichtet, auch im Falle einer teilweisen
Unterbrechung der Versorgung mit Erdgas und im Falle außergewöhnlich hoher
Gasnachfrage in extremen Kälteperioden Haushaltskunden mit Erdgas zu versorgen,
solange die Versorgung für das Energieversorgungsunternehmen aus wirtschaftlichen
Gründen zumutbar ist. Zur Gewährleistung einer sicheren Versorgung von Haushaltskunden
mit Erdgas kann insbesondere auf die im Anhang der Richtlinie 2004/67/EG des Rates
vom 26. April 2004 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren
Erdgasversorgung (ABl. EU Nr. L 127 S. 92) aufgeführten Mittel und Maßnahmen
zurückgegriffen werden.
Teil 7
Behörden
Abschnitt 1
Allgemeine Vorschriften
§ 54
Allgemeine Zuständigkeit
(1) Die Aufgaben der Regulierungsbehörde nehmen die Bundesnetzagentur für
Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (Bundesnetzagentur)
und nach Maßgabe des Absatzes 2 die Landesregulierungsbehörden wahr.
(2) Den Landesregulierungsbehörden obliegt
1. die Genehmigung der Entgelte für den Netzzugang nach § 23a,
2. die Genehmigung oder Festlegung im Rahmen der Bestimmung der Entgelte für
den Netzzugang im Wege einer Anreizregulierung nach § 21a,
3. die Genehmigung oder Untersagung individueller Entgelte für den Netzzugang,
soweit diese in einer nach § 24 Satz 1 Nr. 3 erlassenen Rechtsverordnung vorgesehen
sind,
4. die Überwachung der Vorschriften zur Entflechtung nach § 6 Abs. 1 in
Verbindungmit den §§ 7 bis 10,
5. die Überwachung der Vorschriften zur Systemverantwortung der Betreiber von
Energieversorgungsnetzen nach den §§ 14 bis 16a,
6. die Überwachung der Vorschriften zum Netzanschluss nach den §§ 17
und 18 mit Ausnahme der Vorschriften zur Festlegung oder Genehmigung der technischen
und wirtschaftlichen Bedingungen für einen Netzanschluss oder die Methoden für
die Bestimmung dieser Bedingungen durch die Regulierungsbehörde, soweit derartige
Vorschriften in einer nach § 17 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 erlassenen Rechtsverordnung
vorgesehen sind,
7. die Überwachung der technischen Vorschriften nach § 19,
8. die Missbrauchsaufsicht nach den §§ 30 und 31 sowie die Vorteilsabschöpfung
nach § 33 und
9. die Entscheidung nach § 110 Abs. 4,
soweit Energieversorgungsunternehmen betroffen sind, an deren Elektrizitätsoder
Gasverteilernetz jeweils weniger als 100 000 Kunden unmittelbar oder mittelbar angeschlossen
sind. Satz 1 gilt nicht, wenn ein Elektrizitäts- oder Gasverteilernetz über
das Gebiet eines Landes hinausreicht. Für die Feststellung der Zahl der angeschlossenen
Kunden sind die Verhältnisse am 13. Juli 2005 für das Jahr 2005 und das
Jahr 2006 und danach diejenigen am 31. Dezember eines Jahres jeweils für die
Dauer des folgenden Jahres maßgeblich. Begonnene behördliche oder gerichtliche
Verfahren werden von der Behörde beendet, die zu Beginn des behördlichen
Verfahrens zuständig war.
(3) Weist eine Vorschrift dieses Gesetzes eine Zuständigkeit nicht einer bestimmten
Behörde zu, so nimmt die Bundesnetzagentur die in diesem Gesetz der Behörde
übertragenen Aufgaben und Befugnisse wahr.
§ 55
Bundesnetzagentur, Landesregulierungsbehörde und nach Landesrecht zuständige
Behörde
(1) Für Entscheidungen der Regulierungsbehörde nach diesem Gesetz gelten
hinsichtlich des behördlichen und gerichtlichenVerfahrens dieVorschriften des
Teiles 8, soweit in diesem Gesetz nichts anderes bestimmt ist. Leitet die Bundesnetzagentur
ein Verfahren ein, führt sie Ermittlungen durch oder schließt sie ein Verfahren
ab, so benachrichtigt sie gleichzeitig die Landesregulierungsbehörden, in deren
Gebiet die betroffenen Unternehmen ihren Sitz haben.
(2) Leitet die nach Landesrecht zuständige Behörde ein Verfahren nach den
§§ 4 oder 36 Abs. 2 ein, oder führt sie nach diesen Bestimmungen
Ermittlungen durch oder schließt sie ein Verfahren ab,
so benachrichtigt sie unverzüglich die Bundesnetzagentur,
sofern deren Aufgabenbereich berührt ist.
§ 56
Tätigwerden der Regulierungsbehörde beim Vollzug des europäischen Rechts
Die Bundesnetzagentur nimmt die in der Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2003 über die Netzzugangsbedingungen für
den grenzüberschreitenden Stromhandel (ABl. EU Nr. L 176 S. 1) sowie
die in der Verordnung (EG) Nr. 1775/2005 des Europäschen Parlaments und des Rates
vom 28. September 2005 über die Bedingungen für den Zugang zu den Erdgasfernleitungsnetzen
(ABl. EU Nr. L 289 S. 13) den Regulierungsbehörden der Mitgliedstaaten
übertragenen Aufgaben wahr. Zur Erfüllung dieser Aufgaben hat die Bundesnetzagentur
die Befugnisse, die ihr auf Grund der in Satz 1 genannten Verordnungen
Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 und bei der Anwendung dieses Gesetzes zustehen.
Es gelten die Verfahrensvorschriften dieses Gesetzes.
§ 57
Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden anderer Mitgliedstaaten und der Europäischen
Kommission
(1) Die Bundesnetzagentur darf im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Regulierungsbehörden
anderer Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zum Zweck der Anwendung
energierechtlicher Vorschriften Informationen, die sie im Rahmen ihrer Ermittlungstätigkeit
erhalten hat und die nicht öffentlich zugänglich sind, nur unter dem Vorbehalt
übermitteln, dass die empfangende Behörde
1. die Informationen nur zum Zwecke der Anwendung energierechtlicher Vorschriften
sowie in Bezug auf den Untersuchungsgegenstand verwendet, für den sie die Regulierungsbehörde
erhoben hat,
2. den Schutz vertraulicher Informationen wahrt und diese nur an andere weitergibt,
wenn die Bundesnetzagentur dem zustimmt; dies gilt auch in Gerichts- und Verwaltungsverfahren.
Vertrauliche Angaben, einschließlich Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse,
dürfen nur mit Zustimmung des Unternehmens übermittelt werden, das diese
Angaben vorgelegt hat.
(2) Die Regelungen über die Rechtshilfe in Strafsachen sowie Amts- und Rechtshilfeabkommen
bleiben unberührt.
§ 58
Zusammenarbeit mit den Kartellbehörden
(1) In den Fällen des § 65 in Verbindung mit den §§ 6 bis 10,
des § 25 Satz 2, des § 28a Abs. 3 Satz 1, des § 56 in Verbindung mit
Artikel 7 Abs. 1 Buchstabe a der Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 und von Entscheidungen,
die nach einer Rechtsverordnung nach § 24 Satz 1 Nr. 2 in Verbindung mit Satz
2 Nr. 5 vorgesehen sind, entscheidet die Bundesnetzagentur im Einvernehmen mit dem
Bundeskartellamt, wobei jedoch hinsichtlich der Entscheidung nach § 65 in Verbindung
mit den §§ 6 bis 9 das Einvernehmen nur bezüglich der Bestimmung des
Verpflichteten und hinsichtlich der Entscheidung nach § 28a Abs. 3 Satz 1 das
Einvernehmen nur bezüglich des Vorliegens der Voraussetzungen des § 28a
Abs. 1 Nr. 1 erforderlich ist. Trifft die Bundesnetzagentur Entscheidungen nach den
Bestimmungen des Teiles 3, gibt sie dem Bundeskartellamt und der Landesregulierungsbehörde
nach Landesrecht zuständigen Behörde, in deren Bundesland der Sitz
des betroffenen Netzbetreibers belegen ist, rechtzeitig vor Abschluss des Verfahrens
Gelegenheit zur Stellungnahme.
(2) Führt die nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen zuständige
Kartellbehörde im Bereich der leitungsgebundenen Versorgung mit Elektrizität
und Gas Verfahren nach den §§ 19 und 20 Abs. 1 und 2 des Gesetzes gegen
Wettbewerbsbeschränkungen, Artikel 82 des Vertrages zur Gründung der Europäischen
Gemeinschaft oder nach § 40 Abs. 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen
durch, gibt sie der Bundesnetzagentur rechtzeitig vor Abschluss des Verfahrens Gelegenheit
zur Stellungnahme.
(3) Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt wirken auf eine einheitliche und den Zusammenhang
mit dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen wahrende Auslegung dieses Gesetzes
hin.
(4) Die Regulierungsbehörden Bundesnetzagentur
und die Kartellbehörden können unabhängig von der jeweils gewählten
Verfahrensart untereinander Informationen einschließlich personenbezogener Daten
und Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse austauschen, soweit dies zur Erfüllung
ihrer jeweiligen Aufgaben erforderlich ist, sowie diese in ihren Verfahren zu verwerten.
Beweisverwertungsverbote bleiben unberührt.
Abschnitt 2
Bundesbehörden
§ 59
Organisation
(1) Die Entscheidungen der Bundesnetzagentur nach diesem Gesetz werden von den Beschlusskammern
getroffen. Satz 1 gilt nicht für die Erhebung von Gebühren nach § 91
und Beiträgen nach § 92, die Durchführung des Vergleichsverfahrens
nach § 21 Abs. 3, die Datenerhebung zur Erfüllung von Berichtspflichten
und Maßnahmen nach § 94. Die Beschlusskammern werden nach Bestimmung des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie gebildet.
(2) Die Beschlusskammern entscheiden in der Besetzung mit einem oder einer Vorsitzenden
und zwei Beisitzenden. Vorsitzende und Beisitzende müssen Beamte sein und die
Befähigung zum Richteramt oder für eine Laufbahn des höheren Dienstes
haben.
(3) Die Mitglieder der Beschlusskammern dürfen weder ein Unternehmen der Energiewirtschaft
innehaben oder leiten noch dürfen sie Mitglied des Vorstandes oder Aufsichtsrates
eines Unternehmens der Energiewirtschaft sein.
§ 60
Aufgaben des Beirates
Der Beirat nach § 5 des Gesetzes über die Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation und Post hat die Aufgabe, die Bundesnetzagentur bei der Erstellung
der Berichte nach § 63 Abs. 3 bis 5 zu beraten. Er ist gegenüber der Regulierungsbehörde
berechtigt, Auskünfte und Stellungnahmen einzuholen. Die Bundesnetzagentur ist
insoweit auskunftspflichtig.
§ 60a
Aufgaben des Länderausschusses
(1) Der Länderausschuss nach § 8 des Gesetzes über die Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (Länderausschuss)
dient der Abstimmung zwischen der Bundesnetzagentur und den Landesregulierungsbehörden
mit dem Ziel der Sicherstellung eines bundeseinheitlichen Vollzugs.
(2) Vor dem Erlass von Allgemeinverfügungen, insbesondere von Festlegungen nach
§ 29 Abs. 1, durch die Bundesnetzagentur nach den Teilen 2 und 3 ist dem Länderausschuss
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. In dringlichen Fällen können Allgemeinverfügungen
erlassen werden, ohne dass dem Länderausschuss Gelegenheit zur Stellungnahme
gegeben worden ist; in solchen Fällen ist der Länderausschuss nachträglich
zu unterrichten.
(3) Der Länderausschuss ist berechtigt, im Zusammenhang mit dem Erlass von Allgemeinverfügungen
im Sinne des Absatzes 2 Auskünfte und Stellungnahmen von der Bundesnetzagentur
einzuholen. Die Bundesnetzagentur ist insoweit auskunftspflichtig.
(4) Der Bericht der Bundesnetzagentur nach § 112a Abs. 1 zur Einführung
einer Anreizregulierung ist im Benehmen mit dem Länderausschuss zu erstellen.
Der Länderausschuss ist zu diesem Zwecke durch die Bundesnetzagentur regelmäßig
über Stand und Fortgang der Arbeiten zu unterrichten. Absatz 3 gilt entsprechend.
§ 61
Veröffentlichung allgemeiner Weisungen des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Arbeit und Technologie
Soweit das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie der Bundesnetzagentur allgemeine Weisungen für den Erlass
oder die Unterlassung von Verfügungen nach diesem Gesetz erteilt, sind diese
Weisungen mit Begründung im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.
§ 62
Gutachten der Monopolkommission
(1) Die Monopolkommission erstellt alle zwei Jahre ein Gutachten, in dem sie den Stand
und die absehbare Entwicklung des Wettbewerbs und die Frage beurteilt, ob funktionsfähiger
Wettbewerb auf den Märkten der leitungsgebundenen Versorgung mit Elektrizität
und Gas in der Bundesrepublik Deutschland besteht, die Anwendung der Vorschriften
dieses Gesetzes über die Regulierung undWettbewerbsaufsicht würdigt und
zu sonstigen aktuellen wettbewerbspolitischen Fragen der leitungsgebundenenVersorgung
mit ElektrizitätundGasStellung nimmt. Das Gutachten soll in dem Jahr abgeschlossen
sein, in dem kein Hauptgutachten nach § 44 des Gesetzes gegenWettbewerbsbeschränkungen
vorgelegt wird.
(2) Die Monopolkommission leitet ihre Gutachten der Bundesregierung zu. Die Bundesregierung
legt Gutachten nach Absatz 1 Satz 1 den gesetzgebenden Körperschaften unverzüglich
vor und nimmt zu ihnen in angemessener Frist Stellung. Die Gutachten werden von der
Monopolkommission veröffentlicht. Bei Gutachten nach Absatz 1 Satz 1 erfolgt
dies zu dem Zeitpunkt, zu dem sie von der Bundesregierung der gesetzgebenden Körperschaft
vorgelegt werden.
§ 63
Berichterstattung
(1) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie veröffentlicht alle zwei Jahre spätestens zum 31. Juli
einen Bericht über die bei dem Monitoring der Versorgungssicherheit nach §
51 im Bereich der leitungsgebundenen Elektrizitätsversorgung gewonnenen Erkenntnisse
und etwaige getroffene oder geplante Maßnahmen und übermittelt ihn unverzüglich
der Europäischen Kommission.
(2) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie veröffentlicht spätestens zum 31. Juli eines jeden Jahres
einen Bericht über die bei dem Monitoring der Versorgungssicherheit nach §
51 im Bereich der leitungsgebundenen Erdgasversorgung gewonnenen Erkenntnisse und
etwaige getroffene oder geplante Maßnahmen und übermittelt ihn unverzüglich
der Europäischen Kommission.
(3) Die Bundesnetzagentur veröffentlicht alle zwei Jahre einen Bericht über
ihre Tätigkeit sowie über die Lage und Entwicklung auf ihrem Aufgabengebiet
nach diesem Gesetz. In den Bericht sind die allgemeinen Weisungen des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Arbeit und Technologie
nach § 61 § 59 aufzunehmen. Die Bundesregierung
leitet den Bericht der Bundesnetzagentur dem Deutschen Bundestag unverzüglich
mit ihrer Stellungnahme zu.
(4) Die Bundesnetzagentur veröffentlicht jährlich einen Bericht über
das Ergebnis ihrer Monitoring-Tätigkeiten gemäß § 35.
(4a) Die Regulierungsbehörde veröffentlicht alle zwei Jahre unter Berücksichtigung
eigener Erkenntnisse eine Auswertung der Berichte, deren Vorlage sie nach § 12
Abs. 3a Satz 1 und 2 angefordert hat.
(5) Die Bundesnetzagentur unterbreitet der Europäischen Kommission bis zum Jahre
2009 jährlich und danach alle zwei Jahre jeweils bis zum 31. Juli im Einvernehmen
mit dem Bundeskartellamt einen Bericht über Marktbeherrschung, Verdrängungspraktiken
und wettbewerbsfeindliches Verhalten im Bereich der leitungsgebundenen Energieversorgung.
Dieser Bericht enthält auch eine Untersuchung der Veränderungen der Eigentumsverhältnisse
sowie eine Darstellung der konkreten Maßnahmen, die getroffen wurden, um eine
ausreichende Vielfalt an Marktteilnehmern zu garantieren, oder die konkreten Maßnahmen,
um Verbindungskapazität und Wettbewerb zu fördern. Er wird anschließend
in geeigneter Form veröffentlicht.
(6) Das Statistische Bundesamt unterrichtet die Europäische Kommission alle drei
Monate über in den vorangegangenen drei Monaten getätigte Elektrizitätseinfuhren
in Form physikalisch geflossener Energiemengen aus Ländern außerhalb der
Europäischen Union.
§ 64
Wissenschaftliche Beratung
(1) Die Bundesnetzagentur kann zur Vorbereitung ihrer Entscheidungen oder zur Begutachtung
von Fragen der Regulierung wissenschaftliche Kommissionen einsetzen. Ihre Mitglieder
müssen auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung über besondere
volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche, verbraucherpolitische, technische oder
rechtliche Erfahrungen und über ausgewiesene wissenschaftliche Kenntnisse verfügen.
(2) Die Bundesnetzagentur darf sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben fortlaufend
wissenschaftlicher Unterstützung bedienen. Diese betrifft insbesondere
1. die regelmäßige Begutachtung der volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen,
technischen und rechtlichen Entwicklung auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung,
2. die Aufbereitung und Weiterentwicklung der Grundlagen für die Gestaltung der
Regulierung des Netzbetriebs, die Regeln über den Netzanschluss und -zugang sowie
den Kunden- und Verbraucherschutz.
§ 64a
Zusammenarbeit zwischen den Regulierungsbehörden
(1) Die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden unterstützen
sich gegenseitig bei der Wahrnehmung der ihnen nach § 54 obliegenden Aufgaben.
Dies gilt insbesondere für den Austausch der für die Wahrnehmung der Aufgaben
nach Satz 1 notwendigen Informationen.
(2) Die Landesregulierungsbehörden unterstützen die Bundesnetzagentur bei
der Wahrnehmung der dieser nach den §§ 35, 60, 63 und 64 obliegenden Aufgaben;
soweit hierbei Aufgaben der Landesregulierungsbehörden berührt sind, gibt
die Bundesnetzagentur den Landesregulierungsbehörden auf geeignete Weise Gelegenheit
zur Mitwirkung. Dies kann auch über den Länderausschuss nach § 60a
erfolgen.
Teil 8
Verfahren
Abschnitt 1
Behördliches Verfahren
§ 65
Aufsichtsmaßnahmen
(1) Die Regulierungsbehörde kann Unternehmen oder Vereinigungen von Unternehmen
verpflichten, ein Verhalten abzustellen, das den Bestimmungen dieses Gesetzes sowie
den auf Grund dieses Gesetzes ergangenen Rechtsvorschriften entgegensteht.
(2) Kommt ein Unternehmen oder eine Vereinigung von Unternehmen seinen Verpflichtungen
nach diesem Gesetz oder den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen
nicht nach, so kann die Regulierungsbehörde die Maßnahmen zur Einhaltung
der Verpflichtungen anordnen.
(3) Soweit ein berechtigtes Interesse besteht, kann die Regulierungsbehörde auch
eine Zuwiderhandlung feststellen, nachdem diese beendet ist.
(4) § 30 Abs. 2 bleibt unberührt.
§ 66
Einleitung des Verfahrens, Beteiligte
(1) Die Regulierungsbehörde leitet ein Verfahren von Amts wegen oder auf Antrag
ein.
(2) An dem Verfahren vor der Regulierungsbehörde sind beteiligt,
1. wer die Einleitung eines Verfahrens beantragt hat,
2. Unternehmen, gegen die sich das Verfahren richtet,
3. Personen und Personenvereinigungen, deren Interessen durch die Entscheidung erheblich
berührt werden und die die Regulierungsbehörde auf ihren Antrag zu dem Verfahren
beigeladen hat, wobei Interessen der Verbraucherzentralen
und anderer Verbraucherverbände, die mit öffentlichen Mitteln gefördert
werden, auch dann erheblich berührt werden, wenn sich die Entscheidung auf eine
Vielzahl von Verbrauchern auswirkt und dadurch die Interessen der Verbraucher insgesamt
erheblich berührt werden.
(3) An Verfahren vor den nach Landesrecht zuständigen Behörden ist auch
die Regulierungsbehörde beteiligt.
§ 67
Anhörung, mündliche Verhandlung
(1) Die Regulierungsbehörde hat den Beteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme
zu geben.
(2) Vertretern der von dem Verfahren berührten Wirtschaftskreise kann die Regulierungsbehörde
in geeigneten Fällen Gelegenheit zur Stellungnahme geben.
(3) Auf Antrag eines Beteiligten oder von Amts wegen kann die Regulierungsbehörde
eine öffentliche mündliche Verhandlung durchführen. Für die Verhandlung
oder für einen Teil davon ist die Öffentlichkeit auszuschließen, wenn
sie eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung, insbesondere der Sicherheit
des Staates, oder die Gefährdung eines wichtigen Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisses
besorgen lässt.
(4) Die §§ 45 und 46 des Verwaltungsverfahrensgesetzes sind anzuwenden.
§ 68
Ermittlungen
(1) Die Regulierungsbehörde kann alle Ermittlungen führen und alle Beweise
erheben, die erforderlich sind.
(2) Für den Beweis durch Augenschein, Zeugen und Sachverständige sind §
372 Abs. 1, §§ 376, 377, 378, 380 bis 387, 390, 395 bis 397, 398 Abs. 1,
§§ 401, 402, 404, 404a, 406 bis 409, 411 bis 414 der Zivilprozessordnung
sinngemäß anzuwenden; Haft darf nicht verhängt werden. Für die
Entscheidung über die Beschwerde ist das Oberlandesgericht zuständig.
(3) Über die Zeugenaussage soll eine Niederschrift aufgenommen werden, die von
dem ermittelnden Mitglied der Regulierungsbehörde und, wenn ein Urkundsbeamter
zugezogen ist, auch von diesem zu unterschreiben ist. Die Niederschrift soll Ort und
Tag der Verhandlung sowie die Namen der Mitwirkenden und Beteiligten ersehen lassen.
(4) Die Niederschrift ist dem Zeugen zur Genehmigung vorzulesen oder zur eigenen Durchsicht
vorzulegen. Die erteilte Genehmigung ist zu vermerken und von dem Zeugen zu unterschreiben.
Unterbleibt die Unterschrift, so ist der Grund hierfür anzugeben.
(5) Bei der Vernehmung von Sachverständigen sind die Bestimmungen der Absätze
3 und 4 anzuwenden.
(6) Die Regulierungsbehörde kann das Amtsgericht um die Beeidigung von Zeugen
ersuchen, wenn sie die Beeidigung zur Herbeiführung einer wahrheitsgemäßen
Aussage für notwendig erachtet. Über die Beeidigung entscheidet das Gericht.
§ 69
Auskunftsverlangen, Betretungsrecht
(1) Soweit es zur Erfüllung der in diesem Gesetz der Regulierungsbehörde
übertragenen Aufgaben erforderlich ist, kann die Regulierungsbehörde bis
zur Bestandskraft ihrer Entscheidung
1. von Unternehmen und Vereinigungen von Unternehmen Auskunft über ihre technischen
und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die Herausgabe von Unterlagen verlangen;
dies umfasst auch allgemeine Marktstudien, die der Regulierungsbehörde bei der
Erfüllung der ihr übertragenen Aufgaben, insbesondere bei der Einschätzung
oder Analyse der Wettbewerbsbedingungen oder der Marktlage, dienen und sich im Besitz
des Unternehmens oder der Vereinigung von Unternehmen befinden;
2. von Unternehmen und Vereinigungen von Unternehmen Auskunft über die wirtschaftlichen
Verhältnisse von mit ihnen nach Artikel 3 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 139/2004
verbundenen Unternehmen sowie die Herausgabe von Unterlagen dieser Unternehmen verlangen,
soweit sie die Informationen zur Verfügung haben oder soweit sie auf Grund bestehender
rechtlicher Verbindungen zur Beschaffung der verlangten Informationen über die
verbundenen Unternehmen in der Lage sind;
3. bei Unternehmen und Vereinigungen von Unternehmen innerhalb der üblichen Geschäftszeiten
die geschäftlichen Unterlagen einsehen und prüfen.
Gegenüber Wirtschafts- und Berufsvereinigungen der Energiewirtschaft gilt Satz
1 Nr. 1 und 3 entsprechend hinsichtlich ihrer Tätigkeit, Satzung und Beschlüsse
sowie Anzahl und Namen der Mitglieder, für die die Beschlüsse bestimmt sind.
(2) Die Inhaber der Unternehmen oder die diese vertretenden Personen, bei juristischen
Personen, Gesellschaften und nichtrechtsfähigenVereinen die nach Gesetz oder
Satzung zur Vertretung berufenen Personen, sind verpflichtet, die verlangten Unterlagen
herauszugeben, die verlangten Auskünfte zu erteilen, die geschäftlichen
Unterlagen zur Einsichtnahme vorzulegen und die Prüfung dieser geschäftlichen
Unterlagen sowie das Betreten von Geschäftsräumen und -grundstücken
während der üblichen Geschäftszeiten zu dulden.
(3) Personen, die von der Regulierungsbehörde mit der Vornahme von Prüfungen
beauftragt sind, dürfen Betriebsgrundstücke, Büro- und Geschäftsräume
und Einrichtungen der Unternehmen und Vereinigungen von Unternehmen während der
üblichen Geschäftszeiten betreten.
(4) Durchsuchungen können nur auf Anordnung des Amtsgerichts, in dessen Bezirk
die Durchsuchung erfolgen soll, vorgenommen werden. Auf die Anfechtung dieser Anordnung
finden die §§ 306 bis 310 und 311a der Strafprozessordnung entsprechende
Anwendung. Bei Gefahr im Verzuge können die in Absatz 3 bezeichneten Personen
während der Geschäftszeit die erforderlichen Durchsuchungen ohne richterliche
Anordnung vornehmen. An Ort und Stelle ist eine Niederschrift über die Durchsuchung
und ihr wesentliches Ergebnis aufzunehmen, aus der sich, falls keine richterliche
Anordnung ergangen ist, auch die Tatsachen ergeben, die zur Annahme einer Gefahr im
Verzuge geführt haben.
(5) Gegenstände oder geschäftliche Unterlagen können im erforderlichen
Umfang in Verwahrung genommen werden oder, wenn sie nicht freiwillig herausgegeben
werden, beschlagnahmt werden.
(6) Zur Auskunft Verpflichtete können die Auskunft auf solche Fragen verweigern,
deren Beantwortung sie selbst oder in § 383 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 der Zivilprozessordnung
bezeichnete Angehörige der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung oder eines Verfahrens
nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde. Die durch Auskünfte
oder Maßnahmen nach Absatz 1 erlangten Kenntnisse und Unterlagen dürfen
für ein Besteuerungsverfahren oder ein Bußgeldverfahren wegen einer Steuerordnungswidrigkeit
oder einer Devisenzuwiderhandlung sowie für ein Verfahren wegen einer Steuerstraftat
oder einer Devisenstraftat nicht verwendet werden; die §§ 93, 97, 105 Abs.
1, § 111 Abs. 5 in Verbindung mit § 105 Abs. 1 sowie § 116 Abs. 1 der
Abgabenordnung sind insoweit nicht anzuwenden. Satz 2
Satz 1 gilt nicht für Verfahren wegen einer Steuerstraftat sowie eines
damit zusammenhängenden Besteuerungsverfahrens, wenn an deren Durchführung
ein zwingendes öffentliches Interesse besteht, oder bei vorsätzlich falschen
Angaben der Auskunftspflichtigen oder der für sie tätigen Personen.
(7) Die Bundesnetzagentur Regulierungsbehörde
fordert die Auskünfte nach Absatz 1 Nr. 1 durch Beschluss, die Landesregulierungsbehörde
nach Landesrecht zuständige Behörde fordert sie durch schriftliche
Einzelverfügung an. Darin sind die Rechtsgrundlage, der Gegenstand und der Zweck
des Auskunftsverlangens anzugeben und eine angemessene Frist zur Erteilung der Auskunft
zu bestimmen.
(8) Die Bundesnetzagentur Regulierungsbehörde
ordnet die Prüfung nach Absatz 1 Nr. 2 durch Beschluss mit Zustimmung des Präsidenten
oder der Präsidentin, die Landesregulierungsbehörde
nach Landesrecht zuständige Behörde durch schriftliche Einzelverfügung
an. In der Anordnung sind Zeitpunkt, Rechtsgrundlage, Gegenstand und Zweck der Prüfung
anzugeben.
(9) Soweit Prüfungen einen Verstoß gegen Anordnungen oder Entscheidungen
der Regulierungsbehörde ergeben haben, hat das Unternehmen der Regulierungsbehörde
die Kosten für diese Prüfungen zu erstatten.
(10) Lassen Umstände vermuten, dass der Wettbewerb im Anwendungsbereich dieses
Gesetzes beeinträchtigt oder verfälscht ist, kann die Regulierungsbehörde
die Untersuchung eines bestimmten Wirtschaftszweiges oder einer bestimmten Art von
Vereinbarungen oder Verhalten durchführen. Im Rahmen dieser Untersuchung kann
die Regulierungsbehörde von den betreffenden Unternehmen die Auskünfte verlangen,
die zur Durchsetzung dieses Gesetzes und der Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 erforderlich
sind und die dazu erforderlichen Ermittlungen durchführen. Die Absätze 1
bis 9 sowie die §§ 68 und 71 sowie 72 bis 74
§§ 68, 71 und 69 gelten entsprechend.
§ 70
Beschlagnahme
(1) Die Regulierungsbehörde kann Gegenstände, die als Beweismittel für
die Ermittlung von Bedeutung sein können, beschlagnahmen. Die Beschlagnahme ist
dem davon Betroffenen unverzüglich bekannt zu geben.
(2) Die Regulierungsbehörde hat binnen drei Tagen um die richterliche Bestätigung
des Amtsgerichts, in dessen Bezirk die Beschlagnahme vorgenommen ist, nachzusuchen,
wenn bei der Beschlagnahme weder der davon Betroffene noch ein erwachsener Angehöriger
anwesend war oder wenn der Betroffene und im Falle seiner Abwesenheit ein erwachsener
Angehöriger des Betroffenen gegen die Beschlagnahme ausdrücklich Widerspruch
erhoben hat.
(3) Der Betroffene kann gegen die Beschlagnahme jederzeit um die richterliche Entscheidung
nachsuchen. Hierüber ist er zu belehren. Über den Antrag entscheidet das
nach Absatz 2 zuständige Gericht.
(4) Gegen die richterliche Entscheidung ist die Beschwerde zulässig. Die §§
306 bis 310 und 311a der Strafprozessordnung gelten entsprechend.
§ 71
Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse
Zur Sicherung ihrer Rechte nach § 30 des Verwaltungsverfahrensgesetzes haben
alle, die nach diesem Gesetz zur Vorlage von Informationen verpflichtet sind, unverzüglich
nach der Vorlage diejenigen Teile zu kennzeichnen, die Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse
enthalten. In diesem Fall müssen sie zusätzlich eine Fassung vorlegen, die
aus ihrer Sicht ohne Preisgabe von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen eingesehen
werden kann. Erfolgt dies nicht, kann die Regulierungsbehörde von ihrer Zustimmung
zur Einsicht ausgehen, es sei denn, ihr sind besondere Umstände bekannt, die
eine solche Vermutung nicht rechtfertigen. Hält die Regulierungsbehörde
die Kennzeichnung der Unterlagen als Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse für
unberechtigt, so muss sie vor der Entscheidung über die Gewährung von Einsichtnahme
an Dritte die vorlegenden Personen hören.
§ 71a
Netzentgelte vorgelagerter Netzebenen
Soweit Entgelte für die Nutzung vorgelagerter Netzebenen im Netzentgelt des Verteilernetzbetreibers
enthalten sind, sind diese von den Landesregulierungsbehörden zu Grunde zu legen,
soweit nicht etwas anderes durch eine sofort vollziehbare oder bestandskräftige
Entscheidung der Bundesnetzagentur oder ein rechtskräftiges Urteil festgestellt
worden ist.
§ 72
Vorläufige Anordnungen
Die Regulierungsbehörde kann bis zur endgültigen Entscheidung vorläufige
Anordnungen treffen.
§ 73
Verfahrensabschluss, Begründung der Entscheidung, Zustellung
(1) Entscheidungen der Regulierungsbehörde sind zu begründen und mit einer
Belehrung über das zulässige Rechtsmittel den Beteiligten nach den Vorschriften
des Verwaltungszustellungsgesetzes zuzustellen. § 5 Abs. 2 des Verwaltungszustellungsgesetzes
und § 178 Abs. 1 Nr. 2 der Zivilprozessordnung sind entsprechend anzuwenden auf
Unternehmen und Vereinigungen von Unternehmen. Entscheidungen, die gegenüber
einem Unternehmen mit Sitz im Ausland ergehen, stellt die Regulierungsbehörde
der Person zu, die das Unternehmen der Regulierungsbehörde als im Inland zustellungsbevollmächtigt
benannt hat. Hat das Unternehmen keine zustellungsbevollmächtigte Person im Inland
benannt, so stellt die Regulierungsbehörde die Entscheidungen durch Bekanntmachung
im Bundesanzeiger zu.
(2) Soweit ein Verfahren nicht mit einer Entscheidung abgeschlossen wird, die den
Beteiligten nach Absatz 1 zugestellt wird, ist seine Beendigung den Beteiligten schriftlich
mitzuteilen.
(3) Die Regulierungsbehörde kann die Kosten einer Beweiserhebung den Beteiligten
nach billigem Ermessen auferlegen.
§ 74
Veröffentlichung von Verfahrenseinleitungen und Entscheidungen
Die Einleitung von Verfahren nach § 29 Abs. 1 und 2 und Entscheidungen der Regulierungsbehörde
auf der Grundlage des Teiles 3 sind auf der Internetseite und im Amtsblatt der Regulierungsbehörde
zu veröffentlichen. Im Übrigen können Entscheidungen von der Regulierungsbehörde
veröffentlicht werden.
Abschnitt 2
Beschwerde
§ 75
Zulässigkeit, Zuständigkeit
(1) Gegen Entscheidungen der Regulierungsbehörde ist die Beschwerde zulässig.
Sie kann auch auf neue Tatsachen und Beweismittel gestützt werden.
(2) Die Beschwerde steht den am Verfahren vor der Regulierungsbehörde Beteiligten
zu.
(3) Die Beschwerde ist auch gegen die Unterlassung einer beantragten Entscheidung
der Regulierungsbehörde zulässig, auf deren Erlass der Antragsteller einen
Rechtsanspruch geltend macht. Als Unterlassung gilt es auch, wenn die Regulierungsbehörde
den Antrag auf Erlass der Entscheidung ohne zureichenden Grund in angemessener Frist
nicht beschieden hat. Die Unterlassung ist dann einer Ablehnung gleich zu achten.
(4) Über die Beschwerde entscheidet ausschließlich das für den Sitz
der Regulierungsbehörde zuständige Oberlandesgericht, in den Fällen
des § 51 ausschließlich das für den Sitz der Bundesnetzagentur zuständige
Oberlandesgericht, und zwar auch dann, wenn sich die Beschwerde gegen eine Verfügung
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie richtet. § 36 der Zivilprozessordnung gilt entsprechend.
§ 76
Aufschiebende Wirkung
(1) Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung, soweit durch die angefochtene
Entscheidung nicht eine Entscheidung zur Durchsetzung der Verpflichtungen nach den
§§ 7 und 8 getroffen wird.
(2) Wird eine Entscheidung, durch die eine vorläufige Anordnung nach § 72
getroffen wurde, angefochten, so kann das Beschwerdegericht anordnen, dass die angefochtene
Entscheidung ganz oder teilweise erst nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens oder
nach Leistung einer Sicherheit in Kraft tritt. Die Anordnung kann jederzeit aufgehoben
oder geändert werden.
(3) § 72 gilt entsprechend für das Verfahren vor dem Beschwerdegericht.
Dies gilt nicht für die Fälle des § 77.
§ 77
Anordnung der sofortigen Vollziehung und der aufschiebenden Wirkung
(1) Die Regulierungsbehörde kann in den Fällen des § 76 Abs. 1 die
sofortige Vollziehung der Entscheidung anordnen, wenn dies im öffentlichen Interesse
oder im überwiegenden Interesse eines Beteiligten geboten ist.
(2) Die Anordnung nach Absatz 1 kann bereits vor der Einreichung der Beschwerde getroffen
werden.
(3) Auf Antrag kann das Beschwerdegericht die aufschiebende Wirkung ganz oder teilweise
wiederherstellen, wenn
1. die Voraussetzungen für die Anordnung nach Absatz 1 nicht vorgelegen haben
oder nicht mehr vorliegen oder
2. ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der angefochtenen Verfügung
bestehen oder
3. die Vollziehung für den Betroffenen eine unbillige, nicht durch überwiegende
öffentliche Interessen gebotene Härte zur Folge hätte.
In den Fällen, in denen die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hat, kann
die Regulierungsbehörde die Vollziehung aussetzen. Die Aussetzung soll erfolgen,
wenn die Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 3 vorliegen. Das Beschwerdegericht kann
auf Antrag die aufschiebende Wirkung ganz oder teilweise anordnen, wenn die Voraussetzungen
des Satzes 1 Nr. 2 oder 3 vorliegen.
(4) Der Antrag nach Absatz 3 Satz 1 oder 4 ist schon vor Einreichung der Beschwerde
zulässig. Die Tatsachen, auf die der Antrag gestützt wird, sind vom Antragsteller
glaubhaft zu machen. Ist die Entscheidung der Regulierungsbehörde schon vollzogen,
kann das Gericht auch die Aufhebung der Vollziehung anordnen. Die Wiederherstellung
und die Anordnung der aufschiebenden Wirkung können von der Leistung einer Sicherheit
oder von anderen Auflagen abhängig gemacht werden. Sie können auch befristet
werden.
(3) Entscheidungen nach Absatz 3 Satz 1 und Beschlüsse über Anträge
nach Absatz 3 Satz 4 können jederzeit geändert oder aufgehoben werden.
§ 78
Frist und Form
(1) Die Beschwerde ist binnen einer Frist von einem Monat bei der Regulierungsbehörde
schriftlich einzureichen. Die Frist beginnt mit der Zustellung der Entscheidung der
Regulierungsbehörde. Es genügt, wenn die Beschwerde innerhalb der Frist
bei dem Beschwerdegericht eingeht.
(2) Ergeht auf einen Antrag keine Entscheidung, so ist die Beschwerde an keine Frist
gebunden.
(3) Die Beschwerde ist zu begründen. Die Frist für die Beschwerdebegründung
beträgt einen Monat; sie beginnt mit der Einlegung der Beschwerde und kann auf
Antrag von dem oder der Vorsitzenden des Beschwerdegerichts verlängert werden.
(4) Die Beschwerdebegründung muss enthalten
1. die Erklärung, inwieweit die Entscheidung angefochten und ihre Abänderung
oder Aufhebung beantragt wird,
2. die Angabe der Tatsachen und Beweismittel, auf die sich die Beschwerde stützt.
(5) Die Beschwerdeschrift und die Beschwerdebegründung müssen durch einen
bei einem deutschen Gericht zugelassenen Rechtsanwalt unterzeichnet sein; dies gilt
nicht für Beschwerden der Regulierungsbehörde.
§ 79
Beteiligte am Beschwerdeverfahren
(1) An dem Verfahren vor dem Beschwerdegericht sind beteiligt
1. der Beschwerdeführer,
2. die Regulierungsbehörde,
3. Personen und Personenvereinigungen, deren Interessen durch die Entscheidung erheblich
berührt werden und die die Regulierungsbehörde auf ihren Antrag zu dem Verfahren
beigeladen hat.
(2) Richtet sich die Beschwerde gegen eine Entscheidung einer nach Landesrecht zuständigen
Behörde, ist auch die Regulierungsbehörde an dem Verfahren beteiligt.
§ 80
Anwaltszwang
Vor dem Beschwerdegericht müssen die Beteiligten sich durch einen bei einem deutschen
Gericht zugelassenen Rechtsanwalt als Bevollmächtigten vertreten lassen. Die
Regulierungsbehörde kann sich durch ein Mitglied der Behörde vertreten lassen.
§ 81
Mündliche Verhandlung
(1) Das Beschwerdegericht entscheidet über die Beschwerde auf Grund mündlicher
Verhandlung; mit Einverständnis der Beteiligten kann ohne mündliche Verhandlung
entschieden werden.
(2) Sind die Beteiligten in dem Verhandlungstermin trotz rechtzeitiger Benachrichtigung
nicht erschienen oder gehörig vertreten, so kann gleichwohl in der Sache verhandelt
und entschieden werden.
§ 82
Untersuchungsgrundsatz
(1) Das Beschwerdegericht erforscht den Sachverhalt von Amts wegen.
(2) Der oder die Vorsitzende hat darauf hinzuwirken, dass Formfehler beseitigt, unklare
Anträge erläutert, sachdienliche Anträge gestellt, ungenügende
tatsächliche Angaben ergänzt, ferner alle für die Feststellung und
Beurteilung des Sachverhalts wesentlichen Erklärungen abgegeben werden.
(3) Das Beschwerdegericht kann den Beteiligten aufgeben, sich innerhalb einer zu bestimmenden
Frist über aufklärungsbedürftige Punkte zu äußern, Beweismittel
zu bezeichnen und in ihren Händen befindliche Urkunden sowie andere Beweismittel
vorzulegen. Bei Versäumung der Frist kann nach Lage der Sache ohne Berücksichtigung
der nicht beigebrachten Unterlagen entschieden werden.
(4) Wird die Anforderung nach § 69 Abs. 7 oder die Anordnung nach § 69 Abs.
8 mit der Beschwerde angefochten, hat die Regulierungsbehörde die tatsächlichen
Anhaltspunkte glaubhaft zu machen. § 294 Abs. 1 der Zivilprozessordnung findet
Anwendung.
§ 83
Beschwerdeentscheidung
(1) Das Beschwerdegericht entscheidet durch Beschluss nach seiner freien, aus dem
Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen Überzeugung. Der Beschluss darf nur
auf Tatsachen und Beweismittel gestützt werden, zu denen die Beteiligten sich
äußern konnten. Das Beschwerdegericht kann hiervon abweichen, soweit Beigeladenen
aus wichtigen Gründen, insbesondere zur Wahrung von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen,
Akteneinsicht nicht gewährt und der Akteninhalt aus diesen Gründen auch
nicht vorgetragen worden ist. Dies gilt nicht für solche Beigeladene, die an
dem streitigen Rechtsverhältnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung
auch ihnen gegenüber nur einheitlich ergehen kann.
(2) Hält das Beschwerdegericht die Entscheidung der Regulierungsbehörde
für unzulässig oder unbegründet, so hebt es sie auf. Hat sich die Entscheidung
vorher durch Zurücknahme oder auf andere Weise erledigt, so spricht das Beschwerdegericht
auf Antrag aus, dass die Entscheidung der Regulierungsbehörde unzulässig
oder unbegründet gewesen ist, wenn der Beschwerdeführer ein berechtigtes
Interesse an dieser Feststellung hat.
(3) Hat sich eine Entscheidung nach den §§ 29 bis 31 oder § 40 wegen
nachträglicher Änderung der tatsächlichen Verhältnisse oder auf
andere Weise erledigt, so spricht das Beschwerdegericht auf Antrag aus, ob, in welchem
Umfang und bis zu welchem Zeitpunkt die Entscheidung begründet gewesen ist.
(4) Hält das Beschwerdegericht die Ablehnung oder Unterlassung der Entscheidung
für unzulässig oder unbegründet, so spricht es die Verpflichtung der
Regulierungsbehörde aus, die beantragte Entscheidung vorzunehmen.
(5) Die Entscheidung ist auch dann unzulässig oder unbegründet, wenn die
Regulierungsbehörde von ihrem Ermessen fehlsamen Gebrauch gemacht hat, insbesondere
wenn sie die gesetzlichen Grenzen des Ermessens überschritten oder durch die
Ermessensentscheidung Sinn und Zweck dieses Gesetzes verletzt hat.
(6) Der Beschluss ist zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung den Beteiligten
zuzustellen.
§ 84
Akteneinsicht
(1) Die in § 79 Abs. 1 Nr. 1 und 2 und Abs. 2 bezeichneten Beteiligten können
die Akten des Gerichts einsehen und sich durch die Geschäftsstelle auf ihre Kosten
Ausfertigungen, Auszüge und Abschriften erteilen lassen. § 299 Abs. 3 der
Zivilprozessordnung gilt entsprechend.
(2) Einsicht in Vorakten, Beiakten, Gutachten und Auskünfte sind nur mit Zustimmung
der Stellen zulässig, denen die Akten gehören oder die die Äußerung
eingeholt haben. Die Regulierungsbehörde hat die Zustimmung zur Einsicht in ihre
Unterlagen zu versagen, soweit dies aus wichtigen Gründen, insbesondere zur Wahrung
von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen, geboten ist. Wird die Einsicht abgelehnt
oder ist sie unzulässig, dürfen diese Unterlagen der Entscheidung nur insoweit
zugrunde gelegt werden, als ihr Inhalt vorgetragen worden ist. Das Beschwerdegericht
kann die Offenlegung von Tatsachen oder Beweismitteln, deren Geheimhaltung aus wichtigen
Gründen, insbesondere zur Wahrung von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen,
verlangt wird, nach Anhörung des von der Offenlegung Betroffenen durch Beschluss
anordnen, soweit es für die Entscheidung auf diese Tatsachen oder Beweismittel
ankommt, andere Möglichkeiten der Sachaufklärung nicht bestehen und nach
Abwägung aller Umstände des Einzelfalles die Bedeutung der Sache das Interesse
des Betroffenen an der Geheimhaltung überwiegt. Der Beschluss ist zu begründen.
In dem Verfahren nach Satz 4 muss sich der Betroffene nicht anwaltlich vertreten lassen.
(3) Den in § 79 Abs. 1 Nr. 3 bezeichneten Beteiligten kann das Beschwerdegericht
nach Anhörung des Verfügungsberechtigten Akteneinsicht in gleichem Umfang
gewähren.
§ 85
Geltung von Vorschriften des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Zivilprozessordnung
Im Verfahren vor dem Beschwerdegericht gelten, soweit nicht anderes bestimmt ist,
entsprechend
1. die Vorschriften der §§ 169 bis 197 des Gerichtsverfassungsgesetzes über
Öffentlichkeit, Sitzungspolizei, Gerichtssprache, Beratung und Abstimmung;
2. die Vorschriften der Zivilprozessordnung über Ausschließung und Ablehnung
eines Richters, über Prozessbevollmächtigte und Beistände, über
die Zustellung von Amts wegen, über Ladungen, Termine und Fristen, über
die Anordnung des persönlichen Erscheinens der Parteien, über die Verbindung
mehrerer Prozesse, über die Erledigung des Zeugen- und Sachverständigenbeweises
sowie über die sonstigen Arten des Beweisverfahrens, über die Wiedereinsetzung
in den vorigen Stand gegen die Versäumung einer Frist.
Abschnitt 3
Rechtsbeschwerde
§ 86
Rechtsbeschwerdegründe
(1) Gegen die in der Hauptsache erlassenen Beschlüsse der Oberlandesgerichte
findet die Rechtsbeschwerde an den Bundesgerichtshof statt, wenn das Oberlandesgericht
die Rechtsbeschwerde zugelassen hat.
(2) Die Rechtsbeschwerde ist zuzulassen, wenn
1. eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden ist oder
2. die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung
eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erfordert.
(3) Über die Zulassung oder Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde ist in der Entscheidung
des Oberlandesgerichts zu befinden. Die Nichtzulassung ist zu begründen.
(4) Einer Zulassung zur Einlegung der Rechtsbeschwerde gegen Entscheidungen des Beschwerdegerichts
bedarf es nicht, wenn einer der folgenden Mängel des Verfahrens vorliegt und
gerügt wird:
1. wenn das beschließende Gericht nicht vorschriftsmäßig besetzt
war,
2. wenn bei der Entscheidung ein Richter mitgewirkt hat, der von der Ausübung
des Richteramtes kraft Gesetzes ausgeschlossen oder wegen Besorgnis der Befangenheit
mit Erfolg abgelehnt war,
3. wenn einem Beteiligten das rechtliche Gehör versagt war,
4. wenn ein Beteiligter im Verfahren nicht nach Vorschrift des Gesetzes vertreten
war, sofern er nicht der Führung des Verfahrens ausdrücklich oder stillschweigend
zugestimmt hat,
5. wenn die Entscheidung auf Grund einer mündlichen Verhandlung ergangen ist,
bei der die Vorschriften über die Öffentlichkeit des Verfahrens verletzt
worden sind, oder
6. wenn die Entscheidung nicht mit Gründen versehen ist.
§ 87
Nichtzulassungsbeschwerde
(1) Die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde kann selbständig durch Nichtzulassungsbeschwerde
angefochten werden.
(2) Über die Nichtzulassungsbeschwerde entscheidet der Bundesgerichtshof durch
Beschluss, der zu begründen ist. Der Beschluss kann ohne mündliche Verhandlung
ergehen.
(3) Die Nichtzulassungsbeschwerde ist binnen einer Frist von einem Monat schriftlich
bei dem Oberlandesgericht einzulegen. Die Frist beginnt mit der Zustellung der angefochtenen
Entscheidung.
(4) Für die Nichtzulassungsbeschwerde gelten die §§ 77, 78 Abs. 3,
4 Nr. 1 und Abs. 5, §§ 79, 80, 84 und 85 Nr. 2 dieses Gesetzes sowie die
§§ 192 bis 197 des Gerichtsverfassungsgesetzes über die Beratung und
Abstimmung entsprechend. Für den Erlass einstweiliger Anordnungen ist das Beschwerdegericht
zuständig.
(5) Wird die Rechtsbeschwerde nicht zugelassen, so wird die Entscheidung des Oberlandesgerichts
mit der Zustellung des Beschlusses des Bundesgerichtshofs rechtskräftig. Wird
die Rechtsbeschwerde zugelassen, so beginnt mit der Zustellung des Beschlusses des
Bundesgerichtshofs der Lauf der Beschwerdefrist.
§ 88
Beschwerdeberechtigte, Form und Frist
(1) Die Rechtsbeschwerde steht der Regulierungsbehörde sowie den am Beschwerdeverfahren
Beteiligten zu.
(2) Die Rechtsbeschwerde kann nur darauf gestützt werden, dass die Entscheidung
auf einer Verletzung des Rechts beruht; die §§ 546, 547 der Zivilprozessordnung
gelten entsprechend.
(3) Die Rechtsbeschwerde ist binnen einer Frist von einem Monat schriftlich bei dem
Oberlandesgericht einzulegen. Die Frist beginnt mit der Zustellung der angefochtenen
Entscheidung.
(4) Der Bundesgerichtshof ist an die in der angefochtenen Entscheidung getroffenen
tatsächlichen Feststellungen gebunden, außer wenn in Bezug auf diese Feststellungen
zulässige und begründete Rechtsbeschwerdegründe vorgebracht sind.
(5) Für die Rechtsbeschwerde gelten im Übrigen die §§ 76, 78 Abs.
3, 4 Nr. 1 und Abs. 5, §§ 79 bis 81 sowie §§ 83 bis 85 entsprechend.
Für den Erlass einstweiliger Anordnungen ist das Beschwerdegericht zuständig.
Abschnitt 4
Gemeinsame Bestimmungen
§ 89
Beteiligtenfähigkeit
Fähig, am Verfahren vor der Regulierungsbehörde, am Beschwerdeverfahren
und am Rechtsbeschwerdeverfahren beteiligt zu sein, sind außer natürlichen
und juristischen Personen auch nichtrechtsfähige Personenvereinigungen.
§ 90
Kostentragung und -festsetzung
Im Beschwerdeverfahren und im Rechtsbeschwerdeverfahren kann das Gericht anordnen,
dass die Kosten, die zur zweckentsprechenden Erledigung der Angelegenheit notwendig
waren, von einem Beteiligten ganz oder teilweise zu erstatten sind, wenn dies der
Billigkeit entspricht. Hat ein Beteiligter Kosten durch ein unbegründetes Rechtsmittel
oder durch grobes Verschulden veranlasst, so sind ihm die Kosten aufzuerlegen. Im
Übrigen gelten die Vorschriften der Zivilprozessordnung über das Kostenfestsetzungsverfahren
und die Zwangsvollstreckung aus Kostenfestsetzungsbeschlüssen entsprechend.
§ 91
Gebührenpflichtige Handlungen
(1) Die Regulierungsbehörde erhebt Kosten (Gebühren und Auslagen) für
folgende gebührenpflichtige Leistungen:
1. Untersagungen nach § 5;
2. Amtshandlungen auf Grund von § 33 Abs. 1 und § 36 Abs. 2 Satz 3;
3. Amtshandlungen auf Grund der §§ 21a, 23a, 29, 30 Abs. 2, § 31 Abs.
2 und 3, § 65 sowie § 110 Abs. 4;
4. Erteilung von beglaubigten Abschriften aus den Akten der Regulierungsbehörde.
Daneben werden als Auslagen die Kosten für weitere Ausfertigungen, Kopien und
Auszüge sowie die in entsprechender Anwendung des Justizvergütungs- und
-entschädigungsgesetzes zu zahlenden Beträge erhoben.
(2) Gebühren und Auslagen werden auch erhoben, wenn ein Antrag auf Vornahme einer
in Absatz 1 bezeichneten Amtshandlung abgelehnt wird. Wird ein Antrag zurückgenommen,
bevor darüber entschieden ist, so ist die Hälfte der Gebühr zu entrichten.
(3) Die Gebührensätze sind so zu bemessen, dass die mit den Amtshandlungen
verbundenen Kosten gedeckt sind. Darüber hinaus kann die wirtschaftliche Bedeutung,
die der Gegenstand der gebührenpflichtigen Handlung hat, berücksichtigt
werden. Ist der Betrag nach Satz 1 im Einzelfall außergewöhnlich hoch,
kann die Gebühr aus Gründen der Billigkeit ermäßigt werden.
(4) Zur Abgeltung mehrfacher gleichartiger Amtshandlungen können Pauschalgebührensätze,
die den geringen Umfang des Verwaltungsaufwandes berücksichtigen, vorgesehen
werden.
(5) Gebühren dürfen nicht erhoben werden
1. für mündliche und schriftliche Auskünfte und Anregungen;
2. wenn sie bei richtiger Behandlung der Sache nicht entstanden wären.
(6) Kostenschuldner ist
1. in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, wer eine Genehmigung beantragt
hat;
2. in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3, wer durch einen Antrag die
Tätigkeit der Regulierungsbehörde veranlasst hat, oder derjenige, gegen
den eine Verfügung der Regulierungsbehörde ergangen ist;
3. in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 4, wer die Herstellung der Abschriften
veranlasst hat.
Kostenschuldner ist auch, wer die Zahlung der Kosten durch eine vor der Regulierungsbehörde
abgegebene oder ihr mitgeteilte Erklärung übernommen hat oder wer für
die Kostenschuld eines anderen kraft Gesetzes haftet. Mehrere Kostenschuldner haften
als Gesamtschuldner.
(7) Eine Festsetzung von Kosten ist bis zum Ablauf des vierten Kalenderjahres nach
Entstehung der Schuld zulässig (Festsetzungsverjährung).Wird vor Ablauf
der Frist ein Antrag auf Aufhebung oder Änderung der Festsetzung gestellt, ist
die Festsetzungsfrist so lange gehemmt, bis über den Antrag unanfechtbar entschieden
wurde. Der Anspruch auf Zahlung von Kosten verjährt mit Ablauf des fünften
Kalenderjahres nach der Festsetzung (Zahlungsverjährung). Im Übrigen gilt
§ 20 des Verwaltungskostengesetzes.
(8) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium
der Finanzen durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Gebührensätze
und die Erhebung der Gebühren vom Gebührenschuldner in Durchführung
der Vorschriften der Absätze 1 bis 6 sowie die Erstattung der Auslagen für
die in § 73 Abs. 1 Satz 4 und § 74 Satz 1 bezeichneten Bekanntmachungen
und Veröffentlichungen zu regeln, soweit es die Bundesnetzagentur betrifft. Sie
kann dabei auch Vorschriften über die Kostenbefreiung von juristischen Personen
des öffentlichen Rechts, über dieVerjährung sowie über die Kostenerhebung
treffen.
(8a) Für die Amtshandlungen der Landesregulierungsbehörden werden die Bestimmungen
nach Absatz 8 durch Landesrecht getroffen.
(9) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des
Bundesrates das Nähere über die Erstattung der durch das Verfahren vor der
Regulierungsbehörde entstehenden Kosten nach den Grundsätzen des §
90 zu bestimmen.
§ 92
Beitrag
(1) Zur Deckung der Kosten der Bundesnetzagentur für Maßnahmen zur Sicherstellung
eines chancengleichen und funktionsfähigen Wettbewerbs auf den Märkten für
die leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität und Gas und für die Verwaltung,
Kontrolle sowie Durchsetzung von mit diesem Gesetz verbundenen Rechten und Pflichten,
darauf beruhenden Verordnungen und Nutzungsrechten, soweit sie nicht anderweitig durch
Gebühren oder Auslagen nach diesem Gesetz gedeckt sind, haben die Betreiber von
Energieversorgungsnetzen einen Beitrag zu entrichten. Dies umfasst auch die Kosten
für die in Satz 1 genannten Aufgaben in Bezug auf die internationale Zusammenarbeit.
Der auf das Allgemeininteresse entfallende Kostenanteil ist beitragsmindernd zu berücksichtigen.
Der Beitragsanteil darf höchstens 60 Prozent der nicht anderweitig durch Gebühren
oder Auslagen gedeckten Kosten betragen.
(2) Die beitragsrelevanten Kosten nach Absatz 1 werden anteilig auf die einzelnen
beitragspflichtigen Unternehmen nach Maßgabe ihrer Umsätze bei der Tätigkeit
als Betreiber von Energieversorgungsnetzen umgelegt und von der Bundesnetzagentur
als Jahresbeitrag erhoben.
(3) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und
Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des
Bundesrates im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen das Nähere
über die Erhebung der Beiträge, insbesondere über den Verteilungsschlüssel
und -stichtag, die Mindestveranlagung, das Umlageverfahren einschließlich eines
geeigneten Schätzverfahrens und einer Klassifizierung hinsichtlich der Feststellung
der beitragsrelevanten Kosten nach Absatz 2, die Pflicht zur Mitteilung der Umsätze
einschließlich eines geeigneten Verfahrens mit der Möglichkeit einer Pauschalierung
sowie die Zahlungsfristen, die Zahlungsweise und die Höhe der Säumniszuschläge
zu regeln. Die Rechtsverordnung kann auch Regelungen über die vorläufige
Festsetzung des Beitrags vorsehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und
Arbeit und Technologie kann die Ermächtigung
nach Satz 1 durch Rechtsverordnung unter Sicherstellung der Einvernehmensregelung
auf die Bundesnetzagentur übertragen.
§ 93
Mitteilung der Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht einen jährlichen Überblick über
ihre Verwaltungskosten und die insgesamt eingenommenen Abgaben. Soweit erforderlich,
werden Gebühren- und Beitragssätze in den Verordnungen nach § 91 Abs.
8 und § 92 Abs. 3 für die Zukunft angepasst.
Abschnitt 5
Sanktionen, Bußgeldverfahren
§ 94
Zwangsgeld
Die Regulierungsbehörde kann ihre Anordnungen nach den für die Vollstreckung
von Verwaltungsmaßnahmen geltenden Vorschriften durchsetzen. Die Höhe des
Zwangsgeldes beträgt mindestens 1 000 Euro und höchstens zehn Millionen
Euro.
§ 95
Bußgeldvorschriften
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. ohne Genehmigung nach § 4 Abs. 1 ein Energieversorgungsnetz betreibt, 2. entgegen
§ 5 Satz 1 eine Anzeige nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht
rechtzeitig erstattet,
3. einer vollziehbaren Anordnung nach
a) § 5 Satz 4, § 65 Abs. 1 oder 2 oder §
69 Abs. 7 Satz 1 oder Abs. 8 Satz 1 oder
b) § 30 Abs. 2
zuwiderhandelt,
4. entgegen § 30 Abs. 1 Satz 1 eine Marktstellung missbraucht oder
5. einer Rechtsverordnung nach
a) § 17 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1, § 24 Satz 1 Nr. 1 oder § 27 Satz 5, soweit
die Rechtsverordnung Verpflichtungen zur Mitteilung, Geheimhaltung, Mitwirkung oder
Veröffentlichung enthält,
b) § 17 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2, § 21a Abs. 6 Satz 1 Nr.
3, § 24 Satz 1 Nr. 2 oder 3 oder § 29
Abs. 3 oder
c) einer Rechtsverordnung nach § 49 Abs. 4 oder § 50
oder einer vollziehbaren Anordnung auf Grund einer solchen Rechtsverordnung zuwiderhandelt,
soweit die Rechtsverordnung für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldvorschrift
verweist.
(1a) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder leichtfertig entgegen §
12 Abs. 3a Satz 1 oder 2 einen Bericht nicht, nicht richtig, nicht vollständig
oder nicht rechtzeitig vorlegt.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 3 Buchstabe
b, Nr. 4 und 5 Buchstabe b mit einer Geldbuße bis zu einer Million Euro, über
diesen Betrag hinaus bis zur dreifachen Höhe des durch die Zuwiderhandlung erlangten
Mehrerlöses, in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 5 Buchstabe a sowie des Absatzes
1a mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro und in den übrigen Fällen
mit einer Geldbuße bis zu hunderttausend Euro geahndet werden. Die Höhe
des Mehrerlöses kann geschätzt werden.
(3) Die Regulierungsbehörde kann allgemeine Verwaltungsgrundsätze über
die Ausübung ihres Ermessens bei der Bemessung der Geldbuße festlegen.
(4) Die Verjährung der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 richtet
sich nach den Vorschriften des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten. Die Verfolgung
der Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nr. 4 und 5 verjährt in fünf Jahren.
(5) Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über
Ordnungswidrigkeiten ist die nach § 54 zuständige Behörde.
§ 96
Zuständigkeit für Verfahren wegen der Festsetzung einer Geldbuße gegen
eine juristische Person oder Personenvereinigung
Die Regulierungsbehörde ist fürVerfahren wegen der Festsetzung einer Geldbuße
gegen eine juristische Person oder Personenvereinigung (§ 30 des Gesetzes über
Ordnungswidrigkeiten) in Fällen ausschließlich zuständig, denen
1. eine Straftat, die auch den Tatbestand des § 95 Abs. 1 Nr. 4 verwirklicht,
oder
2. eine vorsätzliche oder fahrlässige Ordnungswidrigkeit nach § 130
des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten, bei der eine mit Strafe bedrohte Pflichtverletzung
auch den Tatbestand des § 95 Abs. 1 Nr. 4 verwirklicht,
zugrunde liegt. Dies gilt nicht, wenn die Behörde das § 30 des Gesetzes
über Ordnungswidrigkeiten betreffende Verfahren an die Staatsanwaltschaft abgibt.
§ 97
Zuständigkeiten im gerichtlichen Bußgeldverfahren
Sofern die Regulierungsbehörde als Verwaltungsbehörde des Vorverfahrens
tätig war, erfolgt die Vollstreckung der Geldbuße und des Geldbetrages,
dessen Verfall angeordnet wurde, durch die Regulierungsbehörde als Vollstreckungsbehörde
auf Grund einer von dem Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des Gerichts zu erteilenden,
mit der Bescheinigung der Vollstreckbarkeit versehenen beglaubigten Abschrift der
Urteilsformel entsprechend den Vorschriften über die Vollstreckung von Bußgeldbescheiden.
Die Geldbußen und die Geldbeträge, deren Verfall angeordnet wurde, fließen
der Bundeskasse zu, die auch die der Staatskasse auferlegten Kosten trägt.
§ 98
Zuständigkeit des Oberlandesgerichts im gerichtlichen Verfahren
(1) Im gerichtlichen Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 95 entscheidet
das Oberlandesgericht, in dessen Bezirk die zuständige Regulierungsbehörde
ihren Sitz hat; es entscheidet auch über einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung
(§ 62 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten) in den Fällen des §
52 Abs. 2 Satz 3 und des § 69 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten.
§ 140 Abs. 1 Nr. 1 der Strafprozessordnung in Verbindung mit § 46 Abs. 1
des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten findet keine Anwendung.
(2) Das Oberlandesgericht entscheidet in der Besetzung von drei Mitgliedern mit Einschluss
des vorsitzenden Mitglieds.
§ 99
Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof
Über die Rechtsbeschwerde (§ 79 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten)
entscheidet der Bundesgerichtshof. Hebt er die angefochtene Entscheidung auf, ohne
in der Sache selbst zu entscheiden, so verweist er die Sache an das Oberlandesgericht,
dessen Entscheidung aufgehoben wird, zurück.
§ 100
Wiederaufnahmeverfahren gegen Bußgeldbescheid
Im Wiederaufnahmeverfahren gegen den Bußgeldbescheid der Regulierungsbehörde
(§ 85 Abs. 4 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten) entscheidet das nach
§ 98 zuständige Gericht.
§ 101
Gerichtliche Entscheidungen bei der Vollstreckung
Die bei der Vollstreckung notwendig werdenden gerichtlichen Entscheidungen (§
104 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten) werden von dem nach § 98 zuständigen
Gericht erlassen.
Abschnitt 6
Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten
§ 102
Ausschließliche Zuständigkeit der Landgerichte
(1) Für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, die sich aus diesem Gesetz ergeben,
sind ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstandes die Landgerichte ausschließlich
zuständig. Satz 1 gilt auch, wenn die Entscheidung eines Rechtsstreits ganz oder
teilweise von einer Entscheidung abhängt, die nach diesem Gesetz zu treffen ist.
(2) Die Rechtsstreitigkeiten sind Handelssachen im Sinne der §§ 93 bis 114
des Gerichtsverfassungsgesetzes.
§ 103
Zuständigkeit eines Landgerichts für mehrere Gerichtsbezirke
(1) Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung bürgerliche
Rechtsstreitigkeiten, für die nach § 102 ausschließlich die Landgerichte
zuständig sind, einem Landgericht für die Bezirke mehrerer Landgerichte
zuzuweisen, wenn eine solche Zusammenfassung der Rechtspflege, insbesondere der Sicherung
einer einheitlichen Rechtsprechung, dienlich ist. Die Landesregierungen können
die Ermächtigung auf die Landesjustizverwaltungen übertragen.
(2) Durch Staatsverträge zwischen Ländern kann die Zuständigkeit eines
Landgerichtes für einzelne Bezirke oder das gesamte Gebiet mehrerer Länder
begründet werden.
(3) Die Parteien können sich vor den nach den Absätzen 1 und 2 bestimmten
Gerichten auch anwaltlich durch Personen vertreten lassen, die bei dem Gericht zugelassen
sind, vor das der Rechtsstreit ohne die Regelung nach den Absätzen 1 und 2 gehören
würde.
§ 104
Benachrichtigung und Beteiligung der Regulierungsbehörde
(1) Das Gericht hat die Regulierungsbehörde über alle Rechtsstreitigkeiten
nach § 102 Abs. 1 zu unterrichten. Das Gericht hat der Regulierungsbehörde
auf Verlangen Abschriften von allen Schriftsätzen, Protokollen, Verfügungen
und Entscheidungen zu übersenden.
(2) Der Präsident oder die Präsidentin der Regulierungsbehörde kann,
wenn er oder sie es zur Wahrung des öffentlichen Interesses als angemessen erachtet,
aus den Mitgliedern der Regulierungsbehörde eine Vertretung bestellen, die befugt
ist, dem Gericht schriftliche Erklärungen abzugeben, auf Tatsachen und Beweismittel
hinzuweisen, den Terminen beizuwohnen, in ihnen Ausführungen zu machen und Fragen
an Parteien, Zeugen und Sachverständige zu richten. Schriftliche Erklärungen
der vertretenden Personen sind den Parteien von dem Gericht mitzuteilen.
§ 105
Streitwertanpassung
(1) Macht in einer Rechtsstreitigkeit, in der ein Anspruch nach dem § 32 geltend
gemacht wird, eine Partei glaubhaft, dass die Belastung mit den Prozesskosten nach
dem vollen Streitwert ihre wirtschaftliche Lage erheblich gefährden würde,
so kann das Gericht auf ihren Antrag anordnen, dass die Verpflichtung dieser Partei
zur Zahlung von Gerichtskosten sich nach einem ihrer Wirtschaftslage angepassten Teil
des Streitwerts bemisst. Das Gericht kann die Anordnung davon abhängig machen,
dass die Partei glaubhaft macht, dass die von ihr zu tragenden Kosten des Rechtsstreits
weder unmittelbar noch mittelbar von einem Dritten übernommen werden. Die Anordnung
hat zur Folge, dass die begünstigte Partei die Gebühren ihres Rechtsanwalts
ebenfalls nur nach diesem Teil des Streitwerts zu entrichten hat. Soweit ihr Kosten
des Rechtsstreits auferlegt werden oder soweit sie diese übernimmt, hat sie die
von dem Gegner entrichteten Gerichtsgebühren und die Gebühren seines Rechtsanwalts
nur nach dem Teil des Streitwertes zu erstatten. Soweit die außergerichtlichen
Kosten dem Gegner auferlegt oder von ihm übernommen werden, kann der Rechtsanwalt
der begünstigten Partei seine Gebühren von dem Gegner nach dem für
diesen geltenden Streitwert beitreiben.
(2) Der Antrag nach Absatz 1 kann vor der Geschäftsstelle des Gerichts zur Niederschrift
erklärt werden. Er ist vor der Verhandlung zur Hauptsache anzubringen. Danach
ist er nur zulässig, wenn der angenommene oder festgesetzte Streitwert später
durch das Gericht heraufgesetzt wird. Vor der Entscheidung über den Antrag ist
der Gegner zu hören.
Abschnitt 7
Gemeinsame Bestimmungen für das gerichtliche Verfahren
§ 106
Zuständiger Senat beim Oberlandesgericht
(1) Die nach § 91 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen bei den Oberlandesgerichten
gebildeten Kartellsenate entscheiden über die nach diesem Gesetz den Oberlandesgerichten
zugewiesenen Rechtssachen sowie in den Fällen des § 102 über die Berufung
gegen Endurteile und die Beschwerde gegen sonstige Entscheidungen in bürgerlichen
Rechtsstreitigkeiten.
(2) Die §§ 92 und 93 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen gelten
entsprechend.
§ 107
Zuständiger Senat beim Bundesgerichtshof
(1) Der nach § 94 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen beim Bundesgerichtshof
gebildete Kartellsenat entscheidet über folgende Rechtsmittel:
1. in Verwaltungssachen über die Rechtsbeschwerde gegen Entscheidungen der Oberlandesgerichte
(§§ 86 und 88) und über die Nichtzulassungsbeschwerde (§ 87);
2. in Bußgeldverfahren über die Rechtsbeschwerde gegen Entscheidungen der
Oberlandesgerichte (§ 99);
3. in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, die sich aus diesem Gesetz ergeben,
a) über die Revision einschließlich der Nichtzulassungsbeschwerde gegen
Endurteile der Oberlandesgerichte,
b) über die Sprungrevision gegen Endurteile der Landgerichte,
c) über die Rechtsbeschwerde gegen Beschlüsse der Oberlandesgerichte in
den Fällen des § 574 Abs.1 der Zivilprozessordnung.
(2) § 94 Abs. 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen gilt entsprechend.
§ 108
Ausschließliche Zuständigkeit
Die Zuständigkeit der nach diesem Gesetz zur Entscheidung berufenen Gerichte
ist ausschließlich.
Teil 9
Sonstige Vorschriften
§ 109
Unternehmen der öffentlichen Hand, Geltungsbereich
(1) Dieses Gesetz findet auch Anwendung auf Unternehmen,
die ganz oder teilweise im Eigentum der öffentlichen Hand stehen oder die von
ihr verwaltet oder betrieben werden.
(2) Dieses Gesetz findet Anwendung auf alle Verhaltensweisen, die sich im Geltungsbereich
dieses Gesetzes auswirken, auch wenn sie außerhalb des Geltungsbereichs dieses
Gesetzes veranlasst werden.
§110
Objektnetze
(1) Die Teile 2 und 3 sowie die §§ 4, 52 und 92 finden keine Anwendung auf
den Betrieb von Energieversorgungsnetzen, die sich auf einem
1. räumlich zusammengehörenden Betriebsgebiet befinden sowie überwiegend
dem Transport von Energie innerhalb des eigenen Unternehmens oder zu im Sinne des
§ 3 Nr. 38 verbundenen Unternehmens dienen,
2. räumlich zusammengehörenden privaten Gebiet befinden und dem Netzbetreiber
oder einem Beauftragten dazu dienen, durch einen gemeinsamen übergeordneten Geschäftszweck,
der
a) über reine Vermietungs- und Verpachtungsverhältnisse hinausgeht, und
b) durch die Anwendung der im einleitenden Satzteil genannten Bestimmungen unzumutbar
erschwert würde,
bestimmbare Letztverbraucher mit Energie zu versorgen oder
3. räumlich eng zusammengehörenden Gebiet befinden und überwiegend
der Eigenversorgung dienen,
sofern das Energieversorgungsnetz nicht der allgemeinen Versorgung im Sinne des §
3 Nr. 17 dient und der Betreiber des Objektnetzes oder sein Beauftragter die personelle,
technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit besitzen, um den Netzbetrieb
entsprechend den Vorschriften dieses Gesetzes auf Dauer zu gewährleisten.
(2) Soweit Energieversorgungsunternehmen unter Nutzung von Netzen nach Absatz 1 Letztverbraucher
mit Energie beliefern, findet Teil 4 keine Anwendung.
(3) Eigenversorgung im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 ist die unmittelbare Versorgung
eines Letztverbrauchers aus der für seinen Eigenbedarf errichteten Eigenanlage
oder aus einer Anlage, die von einem Dritten ausschließlich oder überwiegend
für die Versorgung von bestimmbaren Letztverbrauchern
eines bestimmbaren Letztverbrauchers errichtet und betrieben wird.
(4) Die Regulierungsbehörde entscheidet auf Antrag, ob die Voraussetzungen nach
Absatz 1 vorliegen.
(5) Die Anwendung dieses Gesetzes auf den Fahrstrom der Eisenbahnen (§ 3a) bleibt
unberührt.
§ 111
Verhältnis zum Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
(1) Die §§ 19 und 20 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen sind
nicht anzuwenden, soweit durch dieses Gesetz oder auf Grund dieses Gesetzes erlassener
Rechtsverordnungen ausdrücklich abschließende Regelungen getroffen werden.
Die Aufgaben und Zuständigkeiten der Kartellbehörden bleiben unberührt.
(2) Die Bestimmungen des Teiles 3 und die auf Grundlage
dieser Bestimmungen erlassenen Rechtsverordnungen sind abschließende Regelungen
im Sinne des Absatzes 1 Satz 1.
(2) Abschließende Regelungen im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 enthalten
1. die Bestimmungen des Teiles 3 und
2. die Rechtsverordnungen, die auf Grund von Bestimmungen des Teiles 3 erlassen worden
sind, soweit diese sich für abschließend gegenüber den Bestimmungen
des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen erklären.
(3) In Verfahren der Kartellbehörden nach den §§ 19 und 20 des Gesetzes
gegen Wettbewerbsbeschränkungen sowie Artikel 82 des Vertrages zur Gründung
der Europäischen Gemeinschaft, die Preise von Energieversorgungsunternehmen für
die Belieferung von Letztverbrauchern betreffen, deren tatsächlicher oder kalkulatorischer
Bestandteil Netzzugangsentgelte im Sinne des § 20 Abs. 1 sind, sind die von Betreibern
von Energieversorgungsnetzen nach § 20 Abs. 1 veröffentlichten Netzzugangsentgelte
als rechtmäßig zugrunde zu legen, soweit nicht ein anderes durch eine sofort
vollziehbare oder bestandskräftige Entscheidung der Regulierungsbehörde
oder ein rechtskräftiges Urteil festgestellt worden ist.
Teil 10
Evaluierung, Schlussvorschriften
§ 112 Evaluierungsbericht
Die Bundesregierung hat den gesetzgebenden Körperschaften bis zum 1. Juli 2007
einen Bericht über die Erfahrungen und Ergebnisse mit der Regulierung vorzulegen
(Evaluierungsbericht). Sofern sich aus dem Bericht die Notwendigkeit von gesetzgeberischen
Maßnahmen ergibt, soll die Bundesregierung einen Vorschlag machen. Der Bericht
soll insbesondere
1. Vorschläge für Methoden der Netzregulierung enthalten, die Anreize zur
Steigerung der Effizienz des Netzbetriebs setzen,
2. Auswirkungen der Regelungen dieses Gesetzes auf die Umweltverträglichkeit
der Energieversorgung darlegen,
3. Auswirkungen der Netzregulierung sowie der Regelungen nach Teil 4 auf die Letztverbraucher
untersuchen,
4. eine Prüfung beinhalten, ob für die Planung des Verteilernetzausbaus
die Aufnahme einer Ermächtigung zum Erlass einer Rechtsverordnung notwendig wird
um sicherzustellen, dass nachfragesteuernde und effizienzsteigernde Maßnahmen
angemessen beachtet werden,
5. die Bedingungen der Beschaffung und des Einsatzes von Ausgleichsenergie darstellen
sowie gegebenenfalls Vorschläge zur Verbesserung des Beschaffungsverfahrens,
insbesondere der gemeinsamen regelzonenübergreifenden Ausschreibung, und zu einer
möglichen Zusammenarbeit der Betreiber von Übertragungsnetzen zur weiteren
Verringerung des Aufwandes für Regelenergie machen,
6. die Möglichkeit der Einführung eines einheitlichen Marktgebietes bei
Gasversorgungsnetzen erörtern undVorschläge zur Entwicklung eines netzübergreifenden
Regelzonenmodells bei Elektrizitätsversorgungsnetzen prüfen sowie
7. den Wettbewerb bei Gasspeichern und die Netzzugangsbedingungen für Anlagen
zur Erzeugung von Biogas prüfen.
§ 112a
Bericht der Bundesnetzagentur zur Einführung einer Anreizregulierung
(1) Die Bundesnetzagentur hat der Bundesregierung bis zum 1. Juli 2006 einen Bericht
zur Einführung der Anreizregulierung nach § 21a vorzulegen. Dieser Bericht
hat ein Konzept zur Durchführung einer Anreizregulierung zu enthalten, das im
Rahmen der gesetzlichen Vorgaben umsetzbar ist. Zur Vorbereitung und zur Erstellung
des Berichts stehen der Bundesnetzagentur die Ermittlungsbefugnisse nach diesem Gesetz
zu.
(2) Die Bundesnetzagentur soll den Bericht unter Beteiligung der Länder, der
Wissenschaft und der betroffenen Wirtschaftskreise erstellen sowie die internationalen
Erfahrungen mit Anreizregulierungssystemen berücksichtigen. Sie gibt den betroffenen
Wirtschaftskreisen nach der Erstellung eines Berichtsentwurfs Gelegenheit zur Stellungnahme;
sie veröffentlicht die erhaltenen Stellungnahmen im Internet. Unterlagen der
betroffenen Wirtschaftskreise zur Entwicklung einer Methodik der Anreizregulierung
sowie der Stellungnahme nach Satz 2 sind von den Regelungen nach § 69 Abs. 1
Satz 1 Nr. 1 und 3 sowie Satz 2 ausgenommen.
(3) Die Bundesnetzagentur hat der Bundesregierung zwei Jahre nach der erstmaligen
Bestimmung von Netzzugangsentgelten im Wege einer Anreizregulierung nach § 21a
einen Bericht über die Erfahrungen damit vorzulegen. Die Bundesregierung hat
den Bericht binnen dreier Monate an den Deutschen Bundestag weiterzuleiten; sie kann
ihm eine Stellungnahme hinzufügen.
§ 113
Laufende Wegenutzungsverträge
Laufende Wegenutzungsverträge, einschließlich der vereinbarten Konzessionsabgaben,
bleiben unbeschadet ihrer Änderung durch die §§ 36, 46 und 48 im Übrigen
unberührt.
§ 114
Wirksamwerden der Entflechtungsbestimmungen
Auf Rechnungslegung und interne Buchführung findet § 10 erstmals zu
Beginn des jeweils ersten vollständigen Geschäftsjahres nach Inkrafttreten
dieses Gesetzes Anwendung. Bis dahin sind die §§ 9 und 9a des Energiewirtschaftsgesetzes
vom 24. April 1998, das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Mai 2003 (BGBl.
I S. 686) geändert worden ist, weiter anzuwenden.
§ 115
Bestehende Verträge
(1) Bestehende Verträge über den Netzanschluss an und den Netzzugang zu
den Energieversorgungsnetzen mit einer Laufzeit bis zum Ablauf von sechs Monaten nach
Inkrafttreten dieses Gesetzes bleiben unberührt. Verträge mit einer längeren
Laufzeit sind spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten der einer zu
diesem Gesetz nach den §§ 17, 18 oder 24 erlassenen Rechtsverordnung an
die jeweils entsprechenden Vorschriften dieses Gesetzes und die jeweilige Rechtsverordnung
nach Maßgabe dieser Rechtsverordnung anzupassen, soweit eine Vertragspartei
dies verlangt. § 20 Abs. 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen
findet nach Maßgabe des § 111 Anwendung.
(1a) Abweichend von Absatz 1 Satz 2 sind die dort genannten Verträge hinsichtlich
der Entgelte, soweit diese nach § 23a zu genehmigen sind, unabhängig von
einem Verlangen einer Vertragspartei anzupassen.
(2) Bestehende Verträge über die Belieferung von Letztverbrauchern mit Energie
im Rahmen der bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes bestehenden allgemeinen Versorgungspflicht
mit einer Laufzeit bis zum Ablauf von sechs Monaten nach Inkrafttreten dieses Gesetzes
bleiben unberührt. Bis dahin gelten die Voraussetzungen des § 310 Abs. 2
des Bürgerlichen Gesetzbuchs als erfüllt, sofern die bestehenden Verträge
im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes diese Voraussetzungen erfüllt
haben. Verträge mit einer längeren Laufzeit sind spätestens sechs Monate
nach Inkrafttreten einer zu diesem Gesetz nach den §§ 39 oder 41 erlassenen
Rechtsverordnung an die jeweils entsprechenden Vorschriften dieses Gesetzes und die
jeweilige Rechtsverordnung nach Maßgabe dieser Rechtsverordnung anzupassen.
(3) Bestehende Verträge über die Belieferung von Haushaltskunden mit Energie
außerhalb der bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes bestehenden allgemeinenVersorgungspflicht
mit einer Restlaufzeit von 12 Monaten nach Inkrafttreten dieses Gesetzes bleiben unberührt.
Bis dahin gelten die Voraussetzungen des § 310 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs
als erfüllt, sofern die bestehenden Verträge im Zeitpunkt des Inkrafttretens
dieses Gesetzes diese Voraussetzungen erfüllt haben. Verträge mit einer
längeren Laufzeit sind spätestens 12 Monate nach Inkrafttreten der zu diesem
Gesetz nach den §§ 39 oder 41 erlassenen Rechtsverordnungen an die entsprechenden
Vorschriften dieses Gesetzes und die jeweilige Rechtsverordnung nach Maßgabe
dieser Rechtsverordnung anzupassen. Sonstige bestehende Lieferverträge bleiben
im Übrigen unberührt.
§ 116
Bisherige Tarifkundenverträge
Unbeschadet des § 115 sind die §§ 10 und 11 des Energiewirtschaftsgesetzes
vom 24. April 1998 (BGBl. I S. 730), das zuletzt durch das Gesetz vom 20. Mai 2003
(BGBl. I S. 686) geändert worden ist, sowie die Verordnung über die Allgemeine
Versorgung von Tarifkunden mit Elektrizität vom 21. Juni 1979 (BGBl. I S. 684),
zuletzt geändert durch Artikel 17 des Gesetzes vom 9. Dezember 2004 (BGBl. I
S. 3214), und die Verordnung über die allgemeinen Bedingungen für die Gasversorgung
von Tarifkunden vom 21. Juni 1979 (BGBl. I S. 676), zuletzt geändert durch Artikel
18 des Gesetzes vom 9. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3214), auf bestehende Tarifkundenverträge,
die nicht mit Haushaltskunden im Sinne dieses Gesetzes abgeschlossen worden sind,
bis zur Beendigung der bestehenden Verträge weiter anzuwenden. Bei Änderungen
dieser Verträge und bei deren Neuabschluss gelten die Bestimmungen dieses Gesetzes
sowie der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen.
§ 117
Konzessionsabgaben für die Wasserversorgung Für die Belieferung von Letztverbrauchern im Rahmen der öffentlichen
Wasserversorgung gilt § 48 entsprechend.
§ 118
Übergangsregelungen
(1) § 22 Abs. 2 Satz 2 ist erst sechs Monate nach Inkrafttreten einer Rechtsverordnung
über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen
nach § 24 anzuwenden.
(1a) § 20 Abs. 1b ist erst ab dem 1. Februar 2006 anzuwenden.
(1b) Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen haben erstmals drei Monate
nach Inkrafttreten einer Rechtsverordnung über die Entgelte für den Zugang
zu den Elektrizitätsversorgungsnetzen und Betreiber von Gasversorgungsnetzen
erstmals sechs Monate nach Inkrafttreten einer Rechtsverordnung über die Entgelte
für den Zugang zu den Gasversorgungsnetzen einen Antrag nach § 23a Abs.
3 zu stellen. § 23a Abs. 5 gilt entsprechend.
(2) § 24 Satz 4 ist erst ab dem 1. Oktober 2007 anzuwenden.
(3) Abweichend von § 36 Abs. 2 ist Grundversorger bis zum 31. Dezember 2006 das
Unternehmen, das die Aufgabe der allgemeinen Versorgung im Zeitpunkt des Inkrafttretens
dieses Gesetzes durchgeführt hat.
(4) § 42 Abs. 1 und 8 ist erst ab dem 15. Dezember 2005 anzuwenden.
(1) (5) Die Bundesregierung soll unverzüglich
nach Vorlage des Berichts nach § 112a Abs. 1 zur Einführung der Anreizregulierung
den Entwurf einer Rechtsverordnung nach § 21a Abs. 6 vorlegen.
(2) (6)§ 6 Abs. 2 ist mitWirkung vom 26.
Juni 2003 anzuwenden.
(3) (7)
§ 17 Abs. 2a gilt nur für Offshore-Anlagen, mit deren Errichtung bis zum
31. Dezember 2011 begonnen worden ist.
(4) (8)
Vor dem 17. Dezember 2006 beantragte Planfeststellungsverfahren oder Plangenehmigungsverfahren
werden nach den Vorschriften dieses Gesetzes in der ab dem 17. Dezember 2006 geltenden
Fassung zu Ende geführt.
Artikel 2
Gesetz über die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen
§ 1
Rechtsform, Name
Die auf der Grundlage des Zehnten Teils des Telekommunikationsgesetzes vom 25.
Juli 1996 (BGBl. I S. 1120), das zuletzt durch Artikel 4 Abs. 3 des Gesetzes
vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718) geändert worden ist, errichtete „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ wird in „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“
(Bundesnetzagentur) umbenannt. Sie ist eine selbständige
Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Arbeit mit Sitz in Bonn.
§ 2
Tätigkeiten, Aufgabendurchführung
(1) Die Bundesnetzagentur ist auf den Gebieten
1. des Rechts der leitungsgebundenen Versorgung mit Elektrizität und Gas,
einschließlich des Rechts der erneuerbaren Energien im Strombereich,
2. des Telekommunikationsrechts,
3. des Postrechts sowie
4. des Rechts des Zuganges zur Eisenbahninfrastruktur nach Maßgabe des
Bundeseisenbahnverkehrsverwaltungsgesetzes
tätig.
(2) Die Bundesnetzagentur nimmt im Rahmen der ihr nach Absatz 1 zugewiesenen
Tätigkeiten die Verwaltungsaufgaben des Bundes wahr, die ihr durch Gesetz
oder auf Grund eines Gesetzes zugewiesen sind.
§ 3
Organe
(1) Die Bundesnetzagentur wird von einem Präsidenten oder einer Präsidentin
geleitet. Der Präsident oder die Präsidentin vertritt die Bundesnetzagentur
gerichtlich und außergerichtlich und regelt die Verteilung und den Gang
ihrer Geschäfte durch eine Geschäftsordnung; diese bedarf der Bestätigung
durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Bestimmungen in anderen
Rechtsvorschriften über die Bildung von Beschlusskammern bleiben unberührt.
(2) Der Präsident oder die Präsidentin hat als ständige Vertretung zwei Vizepräsidenten oder Vizepräsidentinnen.
(3) Der Präsident oder die Präsidentin und die zwei Vizepräsidenten oder Vizepräsidentinnen werden jeweils auf Vorschlag des Beirates von der Bundesregierung benannt. Erfolgt trotz Aufforderung der Bundesregierung innerhalb von vier Wochen kein Vorschlag des Beirates, erlischt das Vorschlagsrecht. Findet ein Vorschlag des Beirates nicht die Zustimmung der Bundesregierung, kann der Beirat innerhalb von vier Wochen erneut einen Vorschlag unterbreiten. Das Letztentscheidungsrecht der Bundesregierung bleibt von diesem Verfahren unberührt.
(4) Die Ernennung des Präsidenten oder der Präsidentin
und der zwei Vizepräsidenten oder Vizepräsidentinnen erfolgt durch
den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin.
§ 4
Öffentlich-rechtliche Amtsverhältnisse
(1) Der Präsident oder die Präsidentin der Bundesnetzagentur steht
in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis zum Bund, das in der
Regel auf fünf Jahre befristet ist; eine Verlängerung ist zulässig.
(2) Der Präsident oder die Präsidentin leistet vor dem Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit folgenden Eid:
„Ich schwöre, das Grundgesetz für die
Bundesrepublik Deutschland und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden
Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, so
wahr mir Gott helfe.“
Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden.
(3) Der Präsident oder die Präsidentin darf neben seinem oder ihrem Amt kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben und weder der Leitung eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens noch einer Regierung oder einer gesetzgebenden Körperschaft des Bundes oder eines Landes angehören. Er oder sie darf nicht gegen Entgelt außergerichtliche Gutachten abgeben. Für die Zugehörigkeit zu einem Aufsichtsrat, Verwaltungsrat oder Beirat eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens ist die Einwilligung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit erforderlich; dieses entscheidet, inwieweit eine Vergütung abzuführen ist. In Firmen, die Dienstleistungen im Sinne des Artikels 87f des Grundgesetzes erbringen, ist seine oder ihre Zugehörigkeit zu den genannten Gremien untersagt. Der Präsident oder die Präsidentin hat dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit über Geschenke Mitteilung zu machen, die er oder sie in Bezug auf das Amt erhält. Entsprechendes gilt für andere Vorteile, die ihm oder ihr in Bezug auf das Amt gewährt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit entscheidet über die Verwendung der Geschenke und den Ausgleich der Vorteile.
(4) Die Rechtsverhältnisse des Präsidenten oder der Präsidentin, insbesondere Gehalt, Ruhegehalt, Hinterbliebenenbezüge und Haftung, werden durch einen Vertrag geregelt, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit mit dem Präsidenten oder der Präsidentin schließt. Der Vertrag bedarf der Zustimmung der Bundesregierung.
(5) Der Präsident oder die Präsidentin ist auf sein oder ihr Verlangen zu entlassen. Auf Antrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, das zuvor den Beirat der Bundesnetzagentur zu hören hat, kann der Präsident oder die Präsidentin durch Beschluss der Bundesregierung aus wichtigem Grund entlassen werden. Vor dem Antrag ist ihm oder ihr Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Über die Beendigung des Amtsverhältnisses erhält der Präsident oder die Präsidentin eine von dem Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin zu vollziehende Urkunde. Die Entlassung auf Verlangen wird mit dem Tag der Aushändigung der Urkunde wirksam, wenn in ihr nicht ausdrücklich ein späterer Tag bestimmt ist. Die Entlassung aus wichtigem Grund wird mit dem Vollzug des Beschlusses der Bundesregierung wirksam, wenn sie sie nicht ausdrücklich für einen späteren Tag beschließt.
(6) Wird ein Bundesbeamter oder eine Bundesbeamtin zum Präsidenten oder zur Präsidentin ernannt, scheidet er oder sie mit Beginn des Amtsverhältnisses aus dem bisherigen Amt aus. Für die Dauer des Amtsverhältnisses ruhen die in dem Beamtenverhältnis begründeten Rechte und Pflichten mit Ausnahme der Pflicht zur Amtsverschwiegenheit und des Verbots der Annahme von Belohnungen oder Geschenken. Bei unfallverletzten Beamten oder Beamtinnen bleiben die gesetzlichen Ansprüche auf das Heilverfahren und einen Unfallausgleich unberührt.
(7) Endet das Amtsverhältnis nach Absatz 1 und wird der oder die Betroffene nicht anschließend in ein anderes Amtsverhältnis bei der Regulierungsbehörde berufen, tritt ein Beamter oder eine Beamtin, wenn ihm oder ihr nicht innerhalb von drei Monaten unter den Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbeamtengesetzes oder vergleichbarer landesgesetzlicher Regelungen ein anderes Amt übertragen wird, mit Ablauf dieser Frist aus seinem oder ihrem Dienstverhältnis als Beamter oder Beamtin in den einstweiligen Ruhestand, sofern er oder sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht die gesetzliche Altersgrenze erreicht hat. Er oder sie erhält ein Ruhegehalt, das er oder sie in seinem früheren Amt unter Hinzurechnung der Zeit des öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnisses erdient hätte. Eine vertragliche Versorgungsregelung nach Absatz 4 bleibt unberührt. Die Zeit im Amtsverhältnis ist auch ruhegehaltfähig, wenn dem Beamten oder der Beamtin nach Satz 1 ein anderes Amt im Beamtenverhältnis übertragen wird. Die Absätze 6 und 7 gelten für Richter oder Richterinnen und für Berufssoldaten oder Berufssoldatinnen entsprechend.
(8) Die Absätze 1 bis 7 gelten entsprechend für
die beiden Vizepräsidenten oder Vizepräsidentinnen.
§ 5
Beirat
(1) Die Bundesnetzagentur hat einen Beirat, der aus jeweils 16 Mitgliedern des
Deutschen Bundestages und 16Vertretern oder Vertreterinnen des Bundesrates besteht;
die Vertreter oder Vertreterinnen des Bundesrates müssen Mitglied einer
Landesregierung sein oder diese politisch vertreten. Die Mitglieder des Beirates
und die stellvertretenden Mitglieder werden jeweils auf Vorschlag des Deutschen
Bundestages und des Bundesrates von der Bundesregierung berufen.
(2) Die vom Deutschen Bundestag vorgeschlagenen Mitglieder werden für die Dauer der Wahlperiode des Deutschen Bundestages in den Beirat berufen. Sie bleiben nach Beendigung der Wahlperiode des Deutschen Bundestages noch so lange im Amt, bis die neuen Mitglieder berufen worden sind. Ihre Wiederberufung ist zulässig. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen Vertreter oder Vertreterinnen werden für die Dauer von vier Jahren berufen; ihre Wiederberufung ist zulässig. Sie werden abberufen, wenn der Bundesrat an ihrer Stelle eine andere Person vorschlägt.
(3) Die Mitglieder können gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit auf ihre Mitgliedschaft verzichten. Die Erklärung bedarf der Schriftform. Die vom Deutschen Bundestag vorgeschlagenen Mitglieder verlieren darüber hinaus ihre Mitgliedschaft mit dem Wegfall der Voraussetzungen ihrer Berufung.
(4) Scheidet ein Mitglied aus, so ist unverzüglich an seiner Stelle ein neues Mitglied zu berufen. Bis zur Berufung eines neuen Mitgliedes und bei einer vorübergehenden Verhinderung des Mitgliedes nimmt das berufene stellvertretende Mitglied die Aufgaben des Mitglieds wahr.
(5) Die Absätze 1 bis 4 gelten für die stellvertretenden
Mitglieder entsprechend.
§ 6
Geschäftsordnung, Vorsitz, Sitzungen des Beirates
(1) Der Beirat gibt sich eine Geschäftsordnung, die der Genehmigung des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit bedarf.
(2) Der Beirat wählt nach Maßgabe seiner Geschäftsordnung aus seiner Mitte ein vorsitzendes und ein stellvertretendes vorsitzendes Mitglied. Gewählt ist, wer die Mehrheit der Stimmen erreicht. Wird im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, entscheidet im zweiten Wahlgang die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit im zweiten Wahlgang entscheidet das Los.
(3) Der Beirat ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der jeweils auf Vorschlag des Deutschen Bundestages und des Bundesrates berufenen Mitglieder anwesend ist; § 5 Abs. 4 Satz 2 ist zu beachten. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit gefasst. Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt.
(4) Hält der oder die Vorsitzende die mündliche Beratung einer Vorlage für entbehrlich, so kann die Zustimmung oder die Stellungnahme (Beschluss) der Mitglieder im Wege der schriftlichen Umfrage eingeholt werden. Für das Zustandekommen des Beschlusses gilt Absatz 3 entsprechend. Die Umfrage soll so frühzeitig erfolgen, dass auf Antrag eines Mitglieds oder der Bundesnetzagentur die Angelegenheit noch rechtzeitig in einer Sitzung beraten werden kann.
(5) Der Beirat soll mindestens einmal im Vierteljahr
zu einer Sitzung zusammentreten. Sitzungen sind anzuberaumen, wenn die Bundesnetzagentur
oder mindestens drei Mitglieder die Einberufung schriftlich beantragen. Der
oder die Vorsitzende des Beirates kann jederzeit eine Sitzung anberaumen.
(6) Die ordentlichen Sitzungen sind nicht öffentlich.
(7) Der Präsident oder die Präsidentin der Regulierungsbehörde und seine oder ihre Beauftragten können an den Sitzungen teilnehmen. Sie müssen jederzeit gehört werden. Der Beirat kann die Anwesenheit des Präsidenten oder der Präsidentin der Bundesnetzagentur, im Verhinderungsfall einer stellvertretenden Person verlangen.
(8) Die Mitglieder oder die sie vertretenden Personen
erhalten Ersatz von Reisekosten und ein angemessenes Sitzungsgeld, das das Bundesministerium
für Wirtschaft und Arbeit festsetzt.
§ 7
Aufgaben des Beirates
Der Beirat hat die ihm durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zugewiesenen
Aufgaben.
§ 8
Länderausschuss
Bei der Bundesnetzagentur wird ein Länderausschuss gebildet, der sich aus
Vertretern der für die Wahrnehmung der Aufgaben nach § 54 des Energiewirtschaftsgesetzes
zuständigen Landesregulierungsbehörden zusammensetzt. Jede Landesregulierungsbehörde
kann jeweils einen Vertreter in den Länderausschuss entsenden.
§ 9
Geschäftsordnung, Vorsitz, Sitzungen des Länderausschusses
(1) Der Länderausschuss gibt sich eine Geschäftsordnung.
(2) Der Länderausschuss wählt nach Maßgabe seiner Geschäftsordnung
aus seiner Mitte ein vorsitzendes und ein stellvertretendes vorsitzendes Mitglied.
Gewählt ist, wer die Mehrheit der Stimmen erreicht. Wird im ersten Wahlgang
die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, entscheidet im zweiten Wahlgang die
Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit im zweiten Wahlgang
entscheidet das Los.
(3) Der Länderausschuss ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte
seiner Mitglieder anwesend ist. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit
gefasst. Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt.
(4) Hält der oder die Vorsitzende die mündliche Beratung einer Vorlage
für entbehrlich, so kann die Zustimmung oder die Stellungnahme (Beschluss)
der Mitglieder im Wege der schriftlichen Umfrage eingeholt werden. Für
das Zustandekommen des Beschlusses gilt Absatz 3 entsprechend. Die Umfrage soll
so frühzeitig erfolgen, dass auf Antrag eines Mitglieds oder der Bundesnetzagentur
die Angelegenheit noch rechtzeitig in einer Sitzung beraten werden kann.
(5) Der Länderausschuss soll mindestens einmal im halben Jahr zu einer
Sitzung zusammentreten. Sitzungen sind anzuberaumen, wenn die Bundesnetzagentur
oder mindestens drei Mitglieder die Einberufung schriftlich beantragen. Der
oder die Vorsitzende des Länderausschusses kann jederzeit eine Sitzung
anberaumen.
(6) Die ordentlichen Sitzungen sind nicht öffentlich.
(7) Der Präsident oder die Präsidentin der Bundesnetzagentur und seine
oder ihre Beauftragten können an den Sitzungen teilnehmen. Sie müssen
jederzeit gehört werden. Der Länderausschuss kann die Anwesenheit
des Präsidenten oder der Präsidentin der Bundesnetzagentur, im Verhinderungsfall
einer stellvertretenden Person verlangen.
§ 10
Aufgaben des Länderausschusses
Der Länderausschuss hat die ihm durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes
zugewiesenen Aufgaben.
§ 11
Übergangsvorschrift
Die Aufgaben des Beirates werden bis zu seiner Bildung nach § 5 durch den Beirat
nach § 118 des Telekommunikationsgesetzes vom 22. Juni 2004 (BGBl. I S. 1190),
das zuletzt durch Artikel 6 Nr. 8 des Gesetzes vom 14. März 2005 (BGBl. I S.
721) geändert worden ist, wahrgenommen.
Artikel 3
Änderung sonstiger Gesetze und Rechtsverordnungen
(1) In § 305a Nr. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der Fassung der Bekanntmachung
vom 2. Januar 2002 (BGBl. 2002 I S. 42, 2909, 2003 I S. 738), das zuletzt durch Artikel
4 Abs. 3 des Gesetzes vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 1718) geändert worden ist,
werden die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(2) Das Telekommunikationsgesetz vom 22. Juni 2004 (BGBl. I S. 1190) wird wie folgt
geändert:
1. § 116 wird wie folgt gefasst:
„§ 116 Aufgaben und Befugnisse
Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und
Eisenbahnen ist Regulierungsbehörde im Sinne dieses Gesetzes und nimmt die ihr
nach diesem Gesetz zugewiesenen Aufgaben und Befugnisse wahr.“
2. Die §§ 118 und 119 werden aufgehoben.
3. § 120 wird wie folgt geändert:
a) Im einleitenden Satzteil werden die Wörter „Der Beirat hat folgende
Zuständigkeiten“ durch die Wörter „Der Beirat nach § 5
des Gesetzes über die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen hat folgende Aufgaben“ ersetzt.
b) Nummer 1 wird aufgehoben.
(3) § 8 des Begleitgesetzes zum Telekommunikationsgesetz vom 17. Dezember 1997
(BGBl. I S. 3108) wird aufgehoben.
(4) In § 5 Abs. 2, § 7 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 und § 10 Abs. 1 Satz
1 des Amateurfunkgesetzes vom 23. Juni 1997 (BGBl. I S. 1494), das zuletzt durch Artikel
229 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist,
werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(5) In § 3 Abs. 2 Nr. 1 und 2 des Gesetzes über die elektromagnetische Verträglichkeit
von Geräten vom 18. September 1998 (BGBl. I S. 2882), das zuletzt durch Artikel
230 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist,
werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(6) In § 4 Abs. 1 Satz 1, 2, 4 und 5, § 5 Abs. 1 Nr. 1 und 2, Abs. 3 Satz
1, 2 und 3, Abs. 5, § 6 Abs. 1, 2 Satz 1, Abs. 3, § 7 Abs. 4 Satz 1, §
8 Abs. 2 Satz 2, § 10 Abs. 2 Satz 2, Abs. 4 Satz 3, § 11 Abs. 5 Satz 1 und
2, Abs. 6 Satz 2, § 14 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2, § 15 Abs. 1, 2, 3, §
16 Abs. 1, § 17 Abs. 3 des Gesetzes über Funkanlagen undTelekommunikationsendeinrichtungen
vom 31. Januar 2001 (BGBl. I S. 170), das zuletzt durch Artikel 231 der Verordnung
vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden jeweils die
Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“
durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(7) In § 1 Abs. 1 und 2, §§ 2, 4 Abs. 1, § 5 Abs. 1, § 6
Abs. 1, § 7 Abs. 1, § 9 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a bis c des Personalrechtlichen
Begleitgesetzes zum Telekommunikationsgesetz vom 17. Dezember 1997 (BGBl. I S. 3108),
das durch Artikel 223 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert
worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(8) In § 4 Abs. 4, § 9 Abs. 3 Satz 2 und § 15 des Post- und Telekommunikationssicherstellungsgesetzes
vom 14. September 1994 (BGBl. I S. 2378), das zuletzt durch Artikel 220 der Verordnung
vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden jeweils die
Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“
durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(9) In § 21 Abs. 3 des Signaturgesetzes vom 16. Mai 2001 (BGBl. I S. 876), das
durch Artikel 2 des Gesetzes vom 16. Mai 2001 (BGBl. I S. 876) geändert worden
ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(10) In Anlage I des Bundesbesoldungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom
6. August 2002 (BGBl. I S. 3020), das zuletzt durch Artikel 3 des Gesetzes vom 27.
April 2004 (BGBl. I S. 630) geändert worden ist, werden in Besoldungsgruppe B
2, Besoldungsgruppe B 3 und Besoldungsgruppe B 6 jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(11) In § 7 Abs. 3 des Postsozialversicherungsorganisationsgesetzes vom 14. September
1994 (BGBl. I S. 2325, 2338), das zuletzt durch Artikel 221 der Verordnung vom 29.
Oktober 2001 (BGBl. I S. 2785) geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesregulierungsbehörde
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation und Post“ ersetzt.
(12) In den §§ 2 und 15 Abs. 2 Satz 2 der Amateurfunkverordnung vom 23.
Dezember1997 (BGBl. 1998 I. S. 42), die zuletzt durch Verordnung vom 13. Dezember
2001 (BGBl. I S. 3630) geändert worden ist, werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(13) In § 2 Nr. 6 und 7, § 3 Abs. 2 Satz 1 und 2, Abs. 3 Satz 1, Abs. 6,
§ 4 Abs. 2 Satz 1, § 5 Abs. 2 Satz 1, § 6 Abs. 2 Satz 1, § 7 Abs.
2 Satz 1, §§ 8 und 9 Abs. 1 Satz 2 der Beleihungs- und Anerkennungs-Verordnung
vom 7. Juni 2002 (BGBl. I S. 1792), die zuletzt durch Artikel 329 der Verordnung vom
25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden jeweils die Wörter
„Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“ durch die
Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(14) In der Anlage Teil B Nr. 30 Abs. 4 Satz 1 der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung
vom 26. April 2001 (BGBl. I S. 778) werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(15) In § 1 Abs. 4 der Frequenzgebührenverordnung vom 21. Mai 1997 (BGBl.
I S. 1226), die zuletzt durch Verordnung vom 18. Dezember 2002 (BGBl. I S. 4564) geändert
worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(16) In § 3 Abs. 1 und 4 der Frequenznutzungsbeitragsverordnung vom 13. Dezember
2000 (BGBl. I S. 1704), die zuletzt durch Verordnung vom 24. Juni 2002 (BGBl. I S.
2226) geändert worden ist, werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(17) In § 5 Abs. 3 der Telekommunikations-Sicherungs- Verordnung vom 26. November
1997 (BGBl. I S. 2751), die zuletzt durch Artikel 326 der Verordnung vom 25. November
2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(18) In § 9 Abs. 2, § 11 Satz 1 und 4, § 14 Abs. 2 Satz 4, § 17
Abs. 1 Satz 7, Abs. 2 Satz 1 und 5 und Abs. 6 Satz 1, § 18 Abs. 2 Satz 1 und
4, Abs. 3 Satz 3 und 5, Abs. 4 Satz 1, 3, 4 und 6, Abs. 5 Satz 1 und 2 und Abs. 6
Satz 1, § 19 Abs. 1, 2 und 3 Satz 1, 3, 4, 5 und 6, § 20 Satz 2, §
22 Abs. 1 Satz 1, 2 und 3 und Abs. 2 Satz 1, § 23 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2, §
25 Satz 3 und 4 und § 28 Abs. 3 der Telekommunikationsüberwachungsverordnung
vom 22. Januar 2002 (BGBl. I S. 458), die zuletzt durch Artikel 328 der Verordnung
vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden jeweils die
Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“
durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(19) In § 1 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über Beiträge nach dem Gesetz
über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten für die
Jahre 1999, 2000, 2001 und 2002 vom 12. August 2002 (BGBl. I S. 3359) werden die Wörter
„Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“ durch die
Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(20) In § 4 Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 Satz 2, Abs. 4 Satz 1 und Abs. 5 Satz 1 und
2, § 5 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 und Satz 4 und Abs.
4 Satz 2, § 6 Abs. 1 Satz 2, 3, 4 und 5, Abs. 3 Satz 1 und Abs. 4 Satz 3, §
8 Abs. 3 Nr. 1, § 9 Abs. 1 Satz 1 und 2, § 10 Abs. 2 Satz 1, § 11 Abs.
1 und 2, § 12 Abs. 2, § 13 Abs. 1 Satz 1 und 2 und Abs. 2 Satz 1 und 2,
§ 14 Satz 1, § 15 Satz 1 der Verordnung über das Nachweisverfahren
zur Begrenzung elektromagnetischer Felder vom 20. August 2002 (BGBl. I S. 3366) werden
jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(21) In § 1 Abs. 1 der Verordnung über Flugfunkzeugnisse vom 1. März
1994 (BGBl. I S. 346), die zuletzt durch Artikel 336 der Verordnung vom 25. November
2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(22) In § 1 der Verordnung über Kosten für Amtshandlungen nach dem
Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten und
nach dem Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen vom 16.
Juli 2002 (BGBl. I S. 2647) werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesregulierungsbehörde
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation und Post“ ersetzt.
(23) In § 4 Abs. 2 Satz 2 und 4 und § 7 der Feldpostverordnung vom 23. Oktober
1996 (BGBl. I S. 1543), die zuletzt durch Artikel 16 des Gesetzes vom 7. Mai 2002
(BGBl. I S. 1529) geändert worden ist, werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(24) In § 1 Abs. 1 und 3 Satz 1 der Post-Lizenzgebührenverordnung vom 4.
Februar 2002 (BGBl. I S. 579) werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesregulierungsbehörde
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation und Post“ ersetzt.
(25) In § 4 Abs. 2 Satz 2 und 4, § 5 Abs. 2 Satz 2 und 3, § 6 Abs.
2 Satz 2 und 4, § 8, Anlage 1 zu § 5 Abs. 2 und Anlage 2 zu § 5 Abs.
2 der Postsicherstellungsverordnung vom 23. Oktober 1996 (BGBl. I S. 1535), die zuletzt
durch Artikel 14 des Gesetzes vom 7. Mai 2002 (BGBl. I S. 1529) geändert worden
ist, werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(26) In § 5 Satz 1 der Post-Universaldienstleistungsverordnung vom 15. Dezember
1999 (BGBl. I S. 2418), die durch Artikel 2 des Gesetzes vom 30. Januar 2002 (BGBl.
I S. 572) geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(27) In § 2 Abs. 1 der Post- und Telekommunikationsauskunftverordnung vom 22.
April 2003 (BGBl. I S. 545) werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesregulierungsbehörde
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation und Post“ ersetzt.
(28) In § 3 Abs. 1 der Post- und Telekommunikations- Zivilschutzverordnung vom
23. Oktober 1996 (BGBl. I S. 1539), die zuletzt durch Artikel 15 des Gesetzes vom
7. Mai 2002 (BGBl. I S. 1529) geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(29) In § 2 Abs. 3 Nr. 1 der Verordnung über die Zuständigkeit und
das Verfahren bei der Unabkömmlichstellung vom 24. Juli 1962 (BGBl. I S. 524),
die zuletzt durch Artikel 46 des Gesetzes vom 23. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2848)
geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur für
Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(30) In § 11 Abs. 2 Satz 5 der Festlandsockel-Bergverordnung vom 21. März
1989 (BGBl. I S. 554), die zuletzt durch Artikel 292 der Verordnung vom 25. November
2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(31) In § 130 Abs. 3 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen in der
Fassung der Bekanntmachung vom 26. August 1998 (BGBl. I S. 2546), das zuletzt durch
... geändert worden ist, wird der abschließende Punkt durch ein Komma ersetzt
und werden die Wörter "soweit in § 111 des Energiewirtschaftsgesetzes
keine andere Regelung getroffen ist." angefügt.
(32) In § 9 Abs. 4 Satz 1 des Grundbuchbereinigungsgesetzes vom 20. Dezember
1993 (BGBl. I S. 2182, 2192), das zuletzt durch Artikel 63 der Verordnung vom 25.
November 2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden die Wörter „die
Aufsichtsbehörde nach dem Energiewirtschaftsgesetz“ durch die Wörter
„die nach dem Energiewirtschaftsgesetz zuständige Landesbehörde“
ersetzt.
(33) In § 2 Abs. 7 Satz 3 des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes vom
6. Januar 2004 (BGBl. I S. 2) wird die Angabe „§ 2 Abs. 2“ durch
die Angabe „§ 3 Nr. 15“ ersetzt.
(34) In § 7 Abs. 4 des Dritten Verstromungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung
vom 19. April 1990 (BGBl. I S. 917), das zuletzt durch Artikel 4 Abs. 2 der Verordnung
vom 5. April 2002 (BGBl. I S. 1250) geändert worden ist, wird die Angabe „§
14“ durch die Angabe „§ 50“ ersetzt.
(35) In § 13 Abs. 1 Satz 3 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 21. Juli 2004
(BGBl. I S.1918), wird die Angabe „§ 16“ durch die Angabe „§
49“ ersetzt.
(36) In § 4 Abs. 5 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes vom 19. März 2002
(BGBl. I S. 1092), das durch Artikel 136 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl.
I S. 2304) geändert worden ist, wird die Angabe „§ 9 Abs. 2“
durch die Angabe „§ 10 Abs. 3“ ersetzt.
(37) In § 8 Nr. 2 derVergabeverordnung in der Fassung der Bekanntmachungvom 11.
Februar 2003 (BGBl. I S. 169), die durch Artikel 272 der Verordnung vom 25. November
2003 (BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, wird die Angabe „§ 2 Abs.
3“ durch die Angabe „§ 3 Nr. 18“ ersetzt.
(38) In § 7 der Elektrizitätslastverteilungs-Verordnung vom 21. Juli 1976
(BGBl. I S. 1833), die zuletzt durch Artikel 273 der Verordnung vom 25. November 2003
(BGBl. I S. 2304) geändert worden ist, werden die Angabe „§ 4 Abs.
1“ durch die Angabe „§ 5“ und die Angabe „§ 5 Abs.
1“ durch die Angabe „§4 Abs. 1“ ersetzt.
(39) In § 7 der Gaslastverteilungs-Verordnung vom 21. Juli 1976 (BGBl. I S. 1849),
die zuletzt durch Artikel 274 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304)
geändert worden ist, werden die Angabe „§ 4 Abs. 1“ durch die
Angabe „§ 5“ und die Angabe „§ 5 Abs. 1“ durch die
Angabe „§ 4 Abs. 1“ ersetzt.
(40) Die Konzessionsabgabenverordnung vom 9. Januar 1992 (BGBl. I S. 12, 407), die
zuletzt durch Artikel 28 des Gesetzes vom 10. November 2001 (BGBl. I S. 2992) geändert
worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In § 1 Abs. 1 wird die Angabe „§ 2 Abs. 3 des Energiewirtschaftsgesetzes
(Versorgungsunternehmen)“ durch die Angabe „§ 3 Nr. 18 des Energiewirtschaftsgesetzes“
ersetzt.
2. In § 1 Abs. 2 werden die Wörter „zur unmittelbaren Versorgung von
Letztverbrauchern mit Strom und Gas im Gemeindegebiet mittels Benutzung öffentlicher
Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen“ durch die
Wörter „zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege für die Verlegung
und den Betrieb von Leitungen, die der unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern
im Gemeindegebiet mit Strom und Gas dienen“ ersetzt.
3. Dem § 1 werden nach Absatz 2 folgende Absätze 3 und 4 angefügt:
„(3) Tarifkunden im Sinne dieser Verordnung sind Kunden, die auf Grundlage von
Verträgen nach den §§ 36 und 38 sowie § 115 Abs. 2 und §
116 des Energiewirtschaftsgesetzes beliefert werden; Preise und Tarife nach diesen
Bestimmungen sind Tarife im Sinne dieser Verordnung.
(4) Sondervertragskunden im Sinne dieser Verordnung sind Kunden, die nicht Tarifkunden
sind.“
3a. § 2 Abs. 7 Satz 1 wird wie folgt gefasst:
"Unbeschadet des § 1 Abs. 3 und 4 gelten Stromlieferungen aus dem Niederspannungsnetz
(bis 1 Kilovolt) konzessionsabgabenrechtlich als Lieferungen an Tarifkunden, es sei
denn, die gemessene Leistung des Kunden überschreitet in mindestens zwei Monaten
des Abrechnungsjahres 30 Kilowatt und der
Jahresverbrauch beträgt mehr als 30 000 Kilowattstunden."
4. In § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 werden die Wörter „nach Tarifpreisen“
durch die Wörter „in Niederspannung“ ersetzt und nach den Wörtern
„des Rechnungsbetrages“ die Wörter „für den Netzzugang“
eingefügt.
5. In § 4 Abs. 1 Satz 1 werden nach den Wörtern „Konzessionsabgaben
sind in den“ die Wörter „Entgelten für den Netzzugang und“
eingefügt.
6. In § 4 Abs. 1 Satz 2 werden nach den Wörtern „Gelten die“
die Wörter „Entgelte für den Netzzugang und“ eingefügt.
7. In § 4 Abs. 2 werden die Wörter „allgemeinen Tarifpreise“
durch die Wörter „Entgelte für den Netzzugang und die allgemeinen
Tarife“ ersetzt.
8. In § 6 Abs. 2 wird die Angabe „§ 18“ durch die Angabe „§§
65 und 69“ ersetzt.
(41) § 4 Abs. 5 Satz 1 der Verordnung über die Ermittlung und Zahlung der
Ausgleichsabgabe nach dem Dritten Verstromungsgesetz vom 21. Dezember 1994 (BGBl.
I S. 3923), die zuletzt durch Artikel 294 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl.
I S. 2304) geändert worden ist, wird wie folgt gefasst:
„Elektrizitätsversorgungsunternehmen im Sinne dieser Verordnung sind solche
im Sinne des § 3 Nr. 18 des Energiewirtschaftsgesetzes.“
(42) In § 1 Abs. 3 der Betriebssicherheitsverordnung vom 27. September 2002 (BGBl.
I S. 3777), die zuletzt durch Artikel 22 des Gesetzes vom 6. Januar 2004 (BGBl. I
S. 2) geändert worden ist, wird die Angabe „§ 2 Abs. 2“ durch
die Angabe „§ 3 Nr. 15“ ersetzt.
(43) Das Gerichtskostengesetz vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718) wird wie folgt geändert:
1. In der Inhaltsübersicht werden in der Angabe zu § 50 nach dem Wort „Wettbewerbsbeschränkungen“
ein Komma und die Wörter „dem Energiewirtschaftsgesetz“ eingefügt.
2. Dem § 1 Nr. 1 wird folgender Buchstabe o angefügt: „o) nach dem
Energiewirtschaftsgesetz;“.
3. § 50 wird wie folgt gefasst:
„§ 50 Beschwerdeverfahren nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen,
dem Energiewirtschaftsgesetz und dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz
(1) In folgenden Verfahren bestimmt sich der Wert nach § 3 der Zivilprozessordnung:
1. über Beschwerden gegen Verfügungen der Kartellbehörden und über
Rechtsbeschwerden (§§ 63 und 74 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen),
2. über Beschwerden gegen Entscheidungen der Regulierungsbehörde und über
Rechtsbeschwerden (§§ 75 und 86 des Energiewirtschaftsgesetzes) und
3. über Beschwerden gegen Verfügungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(§ 48 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes).
Im Verfahren über Beschwerden eines Beigeladenen (§ 54 Abs. 2 Nr. 3 des
Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und § 79 Abs. 1 Nr. 3 des Energiewirtschaftsgesetzes)
ist der Streitwert unter Berücksichtigung der sich für den Beigeladenen
ergebenden Bedeutung der Sache nach Ermessen zu bestimmen.
(2) Im Verfahren über die Beschwerde gegen die Entscheidung der Vergabekammer
(§ 116 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen) einschließlich
des Verfahrens über den Antrag nach § 115 Abs. 2 Satz 2 und 3, § 118
Abs. 1 Satz 3 und nach § 121 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen
beträgt der Streitwert fünf Prozent der Bruttoauftragssumme.“
4. Die Anlage 1 (Kostenverzeichnis) wird wie folgt geändert:
a) Die Gliederung wird wie folgt geändert:
aa) Die Angabe zu Teil 1 Hauptabschnitt 2 Abschnitt 3 wird wie folgt gefasst:
„Abschnitt 3 Revision, Rechtsbeschwerden nach § 74 GWB und § 86 EnWG“.
bb) Die Angabe zu Teil 1 Hauptabschnitt 2 Abschnitt 4 wird wie folgt gefasst:
„Abschnitt 4 Zulassung der Sprungrevision, Beschwerde gegen die Nichtzulassung
der Revision sowie der Rechtsbeschwerden nach § 74 GWB und § 86 EnWG“.
b) In der Vorbemerkung 1.2.2 werden der abschließende Punkt durch ein Semikolon
ersetzt und folgende Nummer 4 angefügt:
„4. Beschwerden nach § 75 EnWG.“
c) Die Überschrift zu Teil 1 Hauptabschnitt 2 Abschnitt 3 wird wie folgt gefasst:
„Abschnitt 3 Revision, Rechtsbeschwerden nach § 74 GWB und § 86 EnWG“.
d) Die Überschrift zu Teil 1 Hauptabschnitt 2 Abschnitt 4 wird wie folgt gefasst:
„Abschnitt 4
Zulassung der Sprungrevision, Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision sowie
der Rechtsbeschwerden nach § 74 GWB und § 86 EnWG“.
(44) In der Vorbemerkung 3.2.1 Abs. 1 der Anlage 1 (Vergütungsverzeichnis) zum
Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718), das zuletzt durch
Artikel 4 des Gesetzes vom 24. Juni 2004 (BGBl. I S. 1354) geändert worden ist,
wird der abschließende Punkt durch ein Komma ersetzt und folgende Nummer 8 angefügt:
„8. In Beschwerde- und Rechtsbeschwerdeverfahren nach dem EnWG.“
(45) In § 16 Abs. 1 der Verordnung über Gashochdruckleitungen vom 17. Dezember
1974 (BGBl. I S. 3591), die zuletzt durch Artikel 25 des Gesetzes vom 6. Januar 2004
(BGBl. I S. 2) geändert worden ist, werden die Angabe „§ 15 Abs. 2
Nr. 4, Abs. 3“ durch die Angabe „§ 95 Abs. 1 Nr. 7“ und die
Angabe „§ 2 Abs. 1“ durch die Angabe „§ 3 Nr. 18“
ersetzt.
(46) Das Energiesicherungsgesetz 1975 vom 20. Dezember 1974 (BGBl. I S. 3681), zuletzt
geändert durch Artikel 128 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304),
wird wie folgt geändert:
1. § 1 Abs. 1 Satz 1 werden in Nummer 1 nach den Wörtern „Energien
(Gütern)“ dasWort „und“ durch ein Komma ersetzt, in Nummer
2 nach den Wörtern „diesen Gütern“ das Wort „und“
eingefügt und folgende Nummer 3 angefügt:
„3. die Herstellung, die Instandhaltung, die Abgabe, die Verbringung und die
Verwendung von Produktionsmitteln der gewerblichenWirtschaft, soweit diese Produktionsmittel
der Versorgung mit elektrischer Energie und Erdgas dienen, sowie über Werkleistungen
von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft zur Instandhaltung, Instandsetzung, Herstellung
und Veränderung von Bauwerken und technischen Anlagen, die der Versorgung mit
elektrischer Energie und Erdgas
dienen.“
2. § 3 wird wie folgt geändert:
a) In Absatz 1 Satz 2 werden nach den Wörtern „Bundesministerium für
Wirtschaft und Arbeit“ die Wörter „sowie in Bezug auf die leitungsgebundene
Versorgung mit Elektrizität und Erdgas auf die Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ eingefügt.
b) Absatz 3 wird wie folgt geändert:
aa) Nach Satz 2 wird folgender Satz eingefügt:
„Die Bundesregierung kann die Befugnis nach Satz 2 in Bezug auf die leitungsgebundene
Versorgung mit Elektrizität und Erdgas durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung
des Bundesrates auf die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen übertragen“.
bb) Im neuen Satz 4 werden nach dem Wort „Erdölerzeugnissen“ die
Wörter „ , elektrischer Energie“ eingefügt.
3. § 4 wird wie folgt geändert:
a) Dem Absatz 1 wird folgender Satz angefügt:
„Rechtsverordnungen nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 über Meldepflichten im Rahmen
der leitungsgebundenen Versorgung mit Elektrizität und Erdgas werden abweichend
von Satz 1 von der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,
Post und Eisenbahnen ausgeführt.“
b) Dem Absatz 2 wird folgender Satz angefügt:
„Abweichend von Satz 1 werden Rechtsverordnungen nach § 1 Abs. 1, die Vorschriften
über Höchstpreise für die leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität
und Erdgas enthalten, insoweit von der Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen ausgeführt, als Ausnahmen von diesen
Rechtsverordnungen erforderlich werden, die die Preisbildung in mehr als einem Land
beeinflussen.“
c) In Absatz 3 werden die Wörter „vom Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA)“ durch die Wörter „von der Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
4. In § 6 Abs. 2 werden nach den Wörtern „Bundesamt für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle (BAFA)“ die Wörter „oder an die Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ eingefügt.
5. In § 10 Abs. 1 Satz 2 werden nach den Wörtern „Bundesministerium
für Wirtschaft und Arbeit“ die Wörter „sowie der Bundesnetzagentur
für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ eingefügt und wird das Wort
„ihm“ durch das Wort „ihnen“ ersetzt.
(47) Die Elektrizitätssicherungsverordnung vom 26. April 1982 (BGBl. I S. 514),
zuletzt geändert durch Artikel 47 des Gesetzes vom 21. Dezember 2000 (BGBl. I
S. 1956), wird wie folgt geändert:
1. In § 1 Abs. 1 Nr. 2 werden der Punkt durch das Wort „und“ ersetzt
und folgende Nummer 3 angefügt:
„3. an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft über die Herstellung, die
Instandhaltung, die Abgabe, die Verbringung und die Verwendung von
Produktionsmitteln, soweit diese Produktionsmittel der Versorgung mit elektrischer
Energie und Erdgas dienen, sowie über Werkleistungen von Unternehmen der gewerblichen
Wirtschaft zur Instandhaltung, Instandsetzung, Herstellung und Veränderung von
Bauwerken und technischen Anlagen, die der Versorgung mit elektrischer Energie und
Erdgas dienen“.
2. § 2 wird wie folgt geändert:
a) In Satz 1 werden die Wörter „dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(BAFA)“ durch die Wörter „der Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
b) In Satz 2 werden die Wörter „Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(BAFA)“ durch die Wörter „Die Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
3. In § 4 werden die Wörter „das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA)“ durch die Wörter „die Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(48) Die Gassicherungsverordnung vom 26. April 1982 (BGBl. I S. 517), zuletzt geändert
durch Artikel 48 des Gesetzes vom 21. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1956), wird wie folgt
geändert:
1. § 2 Abs. 1 wird wie folgt geändert:
a) In Satz 1 werden die Wörter „dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(BAFA)“ durch die Wörter „der Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
b) In Satz 2 werden die Wörter „Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(BAFA)“ durch die Wörter „Die Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
2. In § 5 werden die Wörter „das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA)“ durch die Wörter „die Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(49) § 4 des Bundeseisenbahnverkehrsverwaltungsgesetzes vom 27. Dezember 1993
(BGBl. I S. 2378, 2394), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 27. April 2005
(BGBl. I S.1138) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In Absatz 1 Satz 1 und 2, Absatz 2 und 7 werden jeweils die Wörter „Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post“ durch die Wörter „Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
2. Absatz 4 wird wie folgt geändert:
a) In Satz 1 werden die Wörter „Bei der in Absatz 1 bezeichneten Behörde“
durch die Wörter „Bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
b) In Satz 3 wird die Angabe „§ 118 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 bis 4 und
§ 119 des Telekommunikationsgesetzes“ durch die Angabe „§ 5
Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 bis 5 und § 6 des Gesetzes über die Bundesnetzagentur
für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ ersetzt.
(50) In § 14 Abs. 4 Satz 4 Nr. 2 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes vom 27. Dezember
1993 (BGBl. I S. 2378, 2396; 1994 I S. 2439), das zuletzt durch Artikel 2 Abs. 8 des
Gesetzes vom 7. Juli 2005 (BGBl. I S. 1954) geändert worden ist, werden die Wörter
„im Benehmen mit der in § 4 Abs. 1 des Bundeseisenbahnverkehrsverwaltungsgesetzes
bezeichneten Behörde (Regulierungsbehörde)“ durch die Wörter
„im Benehmen mit der Bundesnetzagentur für
Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen“ (Regulierungsbehörde)
ersetzt.
(51) In § 1 Satz 1 der TKG-Übertragungsverordnung vom 22. November 2004
(BGBl. I S. 2899) werden die Wörter "Regulierungsbehörde für Telekommunikation
und Post" durch die Wörter "Bundesnetzagentur für Elektrizität,
Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen" ersetzt.
Artikel 4
Rückkehr zum einheitlichen Verordnungsrang
Die auf Artikel 3 beruhenden Teile der dort genannten Rechtsverordnungen können
auf Grund der einschlägigen Ermächtigungen durch Rechtsverordnung geändert
werden.
Artikel 4a
Neubekanntmachung
Die jeweils zuständige oberste Bundesbehörde kann jeweils denWortlaut der
durch Artikel 3 geänderten Gesetze oder Rechtsverordnungen in der ab dem Inkrafttreten
dieses Gesetzes geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekanntmachen.
Artikel 5
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Dieses Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.
(2) Gleichzeitig treten außer Kraft:
1. das Energiewirtschaftsgesetz vom 24. April 1998 (BGBl. I S. 730), zuletzt geändert
durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Mai 2003 (BGBl. I S. 686),
2. das Übergangsgesetz aus Anlass des Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts
vom 20. Mai 2003 (BGBl. I S. 686),
3. die Fünfte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Förderung
der Energiewirtschaft in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 752-1-5,
veröffentlichten bereinigten Fassung, geändert durch Verordnung vom 21.
Juni 1979 (BGBl. I S. 684),
(3) Die Bundestarifordnung Elektrizität vom 18. Dezember 1989 (BGBl. I S. 2255),
geändert durch Artikel 345 der Verordnung vom 29. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2785)
tritt am 1. Juli 2007 außer Kraft.